Blaue Plakette: 81 % der Busse würden ausgesperrt

Mit einer Einführung der blauen Plakette würden 81 % der Busse aus privatem Unternehmensbestand aus den Innenstädten ausgesperrt.

Grafik: bdo

Und das, obwohl der Mittelstand über den modernsten Busbestand Deutschlands verfügt. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter Mitgliedern der Landesverbände des bdo. „Die Privatwirtschaft darf hier nicht abgestraft werden. Mehr als 1,5 Mrd. Euro haben die Unternehmen in den letzten drei Jahren schon in Busse der Euroklasse 6 investiert“, sagte bdo-Präsident Wolfgang Steinbrück.

Zudem hätten die Mittelständler viele Euro-5-Einheiten mit Abgasnachbehandlungssystemen auf Basis der SCR-Technologie nachgerüstet. „Es kann nicht sein, dass ein Fahrzeug der Eurostufe 5 mit SCR-Nachbehandlung die Stickstoffoxide herausfiltert und trotzdem keine blaue Plakette bekommen würden“, ergänzte Steinbrück.
„Bevor es weitere Überregulierungen gibt, müssen die bereits gekauften Busse in den gesetzlichen Fristen abgeschrieben werden.“

Hintergrund: Über eine blaue Plakette, die äußerst strenge Werte für den Stickstoffoxidausstoß von Fahrzeugen festlegt, wird in der Politik diskutiert – somit dürften nur Euro-6-Busse eine blaue Plakette bekommen und damit in die Städte einfahren. Deren Gesamtbestand in Deutschland beträgt laut Kraftfahrzeugbundesamt (KBA) 14 %, bei den privaten sind es 19 % (siehe Grafik).

15.08.2016