Fantastische Särge aus Ghana

Eine Sonderausstellung im Kasseler Museum für Sepulkralkultur zeigt vom 10. August bis 27. Oktober 2019 ungewöhnlich gestaltete Särge aus Ghana.

Bildquelle: Museum für Sepulkralkultur

In dem afrikanischen Land hat sich seit den 1950er Jahren eine weltweit einmalige Begräbniskultur entwickelt: der Brauch, Verstorbene in kunstvoll gestalteten Särgen zu bestatten. Meist hat die Form der Särge etwas mit dem Diesseits zu tun: Sie erinnert an das gelebte Leben, die Persönlichkeit und das berufliche Leben der Verstorbenen. Eine Kakaofrucht, eine Zwiebel oder Paprikaschote sind bei Farmern und Gemüsehändlern sehr beliebt. Ein ebenso begehrtes Motiv ist das so genannte Tro-Tro, ein ghanaisches Verkehrsmittel in der Art eines Minibusses. Hinter dem Brauch steht die Vorstellung, dass es im Jenseits weitergeht und man den Toten etwas mit auf den Weg gibt.

Werke, wie die des bekanntesten ghanaischen Sargkünstlers Paa Joe (geboren 1947), werden seit den 1990er Jahren weltweit auf Kunstausstellungen gezeigt und für Sammlungen angekauft. Grundlage für die Schau in Kassel ist eine Schenkung, die das 1992 gegründete Museum im vergangenen Jahr erhielt. Weitere Infos: www.sepulkralmuseum.de

18.06.2019