Hrdlicka im NS-Dokuzentrum München

Das NS-Dokumentationszentrum München zeigt vom 22. Juni bis zum 27. August den Zyklus des Wiener Künstlers Alfred Hrdlicka „Wie ein Totentanz – Die Ereignisse des 20. Juli 1944“.

Alfred Hrdlicka „Wie ein Totentanz“, Blatt 46: Acht Zigaretten pro Hinrichtung, Foto: Museum Morsbroich, Leverkusen

Hrdlicka (1928 bis 2009) hat den Terror der NS-Zeit als Kind am eigenen Leib erfahren. Die nationalsozialistischen Verbrechen sind zentrales Thema seines Werks. Im Mittelpunkt der 53-teiligen Bildfolge steht das gescheiterte Attentat der Verschwörer um Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Neben diesem konkreten historischen Ereignis ist der Zyklus als Abrechnung mit dem preußischen Militarismus zu lesen.

Hrdlicka warnt mit der anspielungsreichen Bildfolge einerseits „vor falschen Leitbildern“, andererseits wendet er sich gegen Männlichkeitskult, Größenwahn und Barbarei des Militarismus. Entstanden sind düstere Radierungen mit zum Teil drastischen Darstellungen von Grausamkeit und Gewalt, denen Hrdlicka durch Kommentartexte eine weitere Bedeutungsebene verlieh.

Das NS-Dokumentationszentrum zeigt Hrdlickas Radierzyklus als programmatischen Beitrag zur Kunst nach 1968 und kritischen Kommentar zur deutschen Erinnerungspolitik.

Details: www.ns-dokuzentrum-muenchen.de

5.05.2017