"Nein zur Urlaubssteuer"

Auf Initiative des RDA haben führende deutsche Tourismusverbände unter dem Dach des BTW heute eine Kampagne gegen die ausufernde Praxis der gewerbesteuerlichen Hinzurechnung bei Hotelleistungen gestartet.

Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen ReiseVerbandes e. V. (r.), und Benedikt Esser, Präsident des RDA Internationaler Bustouristik Verband e. V., beim heutigen Start der Initiative "Nein zur Urlaubssteuer", Foto: RDA

"Nein zur Urlaubssteuer" - lautet die Parole der Kampagne, die die führenden Verbände der Tourismusbranche heute in Berlin vorgestellt haben. Sie fordern die zukünftigen Entscheider der neuen Bundesregierung auf, die Anwendung der gewerbesteuerlichen Hinzurechnung von Hotelleistungen für die Reise- und Tourismusbranche zu korrigieren und eine entsprechende Präzisierung der Gewerbesteuergesetzgebung von 2008 vorzunehmen.

Die gewerbesteuerliche Hinzurechnung wird durch die Finanzbehörden immer häufiger angewendet, wenn Reiseveranstalter touristische Leistungen erbringen wie etwa Hotelzimmer anmieten oder Übernachtungskontingente einkaufen. Letztlich werden damit angemietete Büroräume oder Lagerhallen steuerlich mit der Vermittlung von Hotelleistungen gleichgesetzt.

Die dadurch entstehenden Mehrabgaben werden in einer Branche, die aufgrund schmaler Margen Mehrkosten nicht einfach "wegstecken" kann, letztlich den Urlauber belasten. Dies betrifft den klassischen Badeurlaub auf Mallorca genauso wie den Skiurlaub, die Studienreise oder die Rundreise und die Klassenfahrt mit dem Bus.

Protestiert hat die Branche gegen diese ausufernde Praxis der Finanzbehörden schon seit Jahren. Über die Parteien hinweg erntete man bei politischen Gesprächspartnern überall Verständnis für die "Überinterpretation" der gewerbesteuerlichen Hinzurechnung - letztlich änderte sich gar nichts. Unter dem Schlagwort "Urlaubssteuer" ergriff der RDA Internationaler Bustouristik Verband e.V. nun vor kurzem wieder die Initiative und lud andere führende deutsche Tourismusverbände ein, gemeinsam unter dem Dach des BTW den Kampf wieder aufzunehmen.
RDA-Präsident Benedikt Esser stellt klar: "Die Urlaubssteuer ist für den gesamten Tourismusstandort Deutschland fatal. Die gewerbesteuerliche Hinzurechnung gefährdet Arbeitsplätze, führt zu Marktaustritten und zu Standortverlagerungen von Touristikunternehmen ins Ausland. Da die Urlaubssteuer höhere Preise für Reisen zur Folge hat, belastet sie die Verbraucher stark." Ein Beispiel: Der Preis einer klassischen Urlaubsreise steigt in der Folge um 2,3 Prozent. Eine Reise, die bisher 2.000 Euro kostete, wird so um 46 Euro teurer.

Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen ReiseVerbandes, erklärt: "Wir setzen darauf, dass die politischen Entscheider jetzt gute und faire Rahmenbedingungen für die deutsche Tourismuswirtschaft in Europa schaffen. Die Abschaffung der Urlaubssteuer ist Voraussetzung dafür, dass der mittelstandsgeprägte Tourismusstandort Deutschland eine Zukunft hat. Die derzeitige Belastung ist für die Unternehmen kaum zu bewältigen."

Das betrifft vor allem mittelständische Anbieter: Zusätzlich drohen den Reiseveranstaltern nämlich enorme finanzielle Belastungen durch Steuernachforderungen, sollte die planwidrige Gesetzesinterpretation durch die Finanzbehörden nicht aufgelöst werden. Mit Nachzahlungen und Rückstellungen in Milliardenhöhe kann dies schnell existenzbedrohend sein.

Im Rahmen der Kampagne werden Politik und Verbraucher mit Informationsflyern und unter www.urlaubssteuer.de über Konsequenzen aufgeklärt.

Die Initiatoren rufen zudem alle Reiseveranstalter auf, sich zu beteiligen und an ihre Abgeordneten zu schreiben, auch dazu finden sich Informationen unter www.urlaubssteuer.de.

Getragen wird "Nein zur Urlaubssteuer" von führenden Verbänden der deutschen Tourismuswirtschaft: RDA, die Allianz selbständiger Reiseunternehmen -Bundesverband e. V. (ASR), der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft e. V. (BTW), der Deutsche ReiseVerband e. V. (DRV) und der Deutsche Tourismusverband e. V. (DTV).

15.11.2017