Busmagazin 02/2012

 

 

 

 

 

 

Mercedes-Benz Tourismo RHD: Ein Bus für alle Fälle

Im Test: der MB Tourismo RHD
Mercedes-Benz Tourismo RHD

Der Mercedes-Benz Tourismo ist einer der ­gefragtesten Reisebusse überhaupt. Ausgerüstet mit komfortablem Antrieb und umfangreicher Ausstattung, trat die aktuelle 12,2-m-Variante zum Praxistest an.

Wenn man regelmäßig über neue Busse berichtet, ist der Tourismo seit vielen Jahren ein Wegbegleiter. Der erste Kontakt kam 1995 zustande, als der damalige O 350 in „reisetauglicher“ Ausstattung zum Eifeltest antrat. Mit einem Festpreis von 435 000 DM sollte der Hochdecker Busunternehmer animieren, auf die Marke Mercedes-Benz umzusteigen, um irgendwann auch einmal das ­Spitzenprodukt zu kaufen.

Doch während der aufwendig und offenbar zu teuer konstruierte O 404 bereits 1999 durch die Travego-Baureihe abgelöst wurde, hat sich der Tourismo bis heute behauptet und ist ganz klar das Volumenmodell in der Mercedes-Busflotte. Anfängliche Qualitätsprobleme sind durch Optimierungen am Produkt, aber auch bei ­Rohbau und Montage längst ausgeräumt worden. U. a. verfügt das moderne Omnibuswerk nahe Istanbul seit 2005 über ein Kataphorese-Tauchbecken zur derzeit ­bestmöglichen Rostvorsorge.

Die aktuelle Tourismo-Generation, 2006 auf der IAA vorgestellt, dürfte auch die gefälligste sein. Verschwunden ist seither der beidseitige „Querbalken“ in Höhe der ersten Sitzreihe, der vielleicht dynamisch wirken sollte, doch ganz sicher den Fahrgästen vorne die Sicht einschränkte. Stattdessen bilden nun zwei schwungvolle Bögen an Dachkante und ­Seitenbrüstung den forsch gestalteten Übergang der Karosserie vom Fahrgastbereich zum Cockpit.

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Reiseversicherungen: Absichern, profilieren und verdienen

Auf Reisen kann man diverse Dinge versichern
Reiseversicherungen

Reiseversicherungen sind eine gute Möglichkeit für Unternehmer, sich als professionelle Dienstleister rund um die Reise zu positionieren. Auch locken teilweise attraktive Provisionen. Doch Angebotsvielfalt und Unterschiede zwischen den einzelnen Lösungen sind groß. Wir bringen Licht ins Dunkle und geben wertvolle Tipps für das nächste Gespräch mit dem Makler.

Wenn man über Versicherungen in der Gruppen- und Bustouristik spricht, sollte man zunächst zwei grundlegende Bereiche unterscheiden: Versicherungslösungen für den (Bus-)Unternehmer selber und ­solche für den Endkunden, den Reisegast.

Reiseveranstalter sichern ihre unternehmerischen Risiken am besten mit einer Personen- und Sachschadenhaftpflichtversicherung ab. Sie ist zudem Voraussetzung für den Abschluss der seit 1994 gesetzlich vorgeschriebenen Kundengeldabsicherung.

Mit ihr sind Kundengelder für den Fall abzusichern, dass infolge einer Insolvenz oder Zahlungsunfähigkeit des Veranstalters Leistungen ausfallen oder dem Reisenden für die Rückreise zusätzliche Aufwendungen entstehen. Ausnahmen bilden nur Tagesfahrten von weniger als 24 Stunden Dauer bis zu einem Reisepreis von 75 Euro und ohne Übernachtung. Ein Verstoß gegen die Absicherungspflicht stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einer Geldstrafe von bis zu 5.000 Euro geahndet werden kann.

 

Freizeitparks: Abwechslung bieten, Neues ausprobieren

Achterbahnfahrt im Erlebnispark Tripsdrill
Freizeitparks

Deutschland ist in, Urlaubsreisen im eigenen Land verzeichnen ebenso wie Kurzreiseziele seit Jahren Zuwächse. Davon profitieren auch die Freizeit-, Erlebnis- und Themenparks hierzulande. Ständig neue, interessante Attraktionen und passende Angebote für unterschiedliche Zielgruppen lassen die Kassen klingeln. BUSMAGAZIN ist der Frage nachgegangen, welche Themenbereiche sich besonders für den Besuch mit Gruppen eignen.

Sie sind seit Jahren eine feste Größe mit steigender Tendenz für Tagesfahrten und Kurzreiseziele. Nach einer Studie der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen besucht etwa jeder dritte Deutsche wenigstens einmal pro Jahr einen Freizeitpark-, Erlebnis- oder Themenpark. Das bedeutet ein Aufkommen von rund 25 Mio. Gästen pro Jahr.

Eine nahezu konstante Größe, die wohl darauf zurückzuführen ist, dass es in diesem Segment eine große Zahl an „Wiederholungstätern“ und Stammkunden gibt. Beim Blick auf die im Rahmen der Studie abgefragte Altersstruktur wird deutlich, dass Jugendliche und Familien mit Kindern die höchste Affinität zu ­Freizeitparks und Zoos aufweisen. Auf die Frage, wer wenigstens einmal jährlich eine derartige Anlage besucht, antworteten mit „Ja“ 59 % der Jugendlichen von 14 bis 17 Jahren sowie Paare 25 bis 49 Jahre mit Kindern unter 14 Jahren 53 %.

Auch bei den jungen Erwachsenen zwischen 18 und 24 Jahren stehen die Freizeitparks hoch im Kurs (42 %). In der Altersgruppe von 50 bis 64 Jahren sagt nahezu jeder fünfte „Ja“ zu einem jährlichen Besuch im Freizeit- oder Themenpark (18 %). „Ruhiger“ wird es dann wirklich erst bei den Ruheständlern, wo sich nur 10 % für einen Besuch entscheiden können.

 

Editorial/Fahrermangel: Haushalten mit knappen Ressourcen

Chefredakteur Dirk Sanne
Chefredakteur Dirk Sanne

Stellen Sie sich bitte einmal folgende Situation vor: Die Reise ist ausverkauft, die Fahrgäste warten bereits bei einer Tasse Kaffee im Terminal auf das „go“ für den Einstieg in den Omnibus: Der avisierte Zeitpunkt der Abfahrt naht, doch nichts passiert. Die Fahrzeugtüren bleiben einfach zu. Nach geraumer Zeit kommt dann eine Durchsage: „Sehr geehrte Damen und Herren, es tut uns leid, aber wir können leider nicht abfahren. Unser Fahrpersonal fehlt.“

Mir ist so etwas passiert, allerdings nicht bei einer Bus-, sondern bei einer Flugreise mit einer Linienmaschine der Scandinavian Airlines (SAS). Ab diesem Moment saß ich noch rund drei Stunden auf dem Stockholmer Flughafen fest, bis die Luftreederei irgendwo einen Piloten und eine Bordmannschaft aufgetrieben hatte.

Aber, das kann zukünftig auch bei Busreisen passieren, wie Branchenkenner – z. B. RDA-Präsident Richard Eberhardt – befürchten: „Es gibt hierzulande einfach viel zu wenig Busfahrer“, betonte er wiederholt vor der Fachpresse – zuletzt auf dem RDA-Workshop 2011 und dem Tag der Bustouristik im Januar.

Man sollte diese Mahnung in der Tat nicht unterschätzen, denn Eberhardt weist auf ein wachsendes Problem hin. Die Situation wird sich in den nächsten Jahren dramatisch verschärfen. Von den rund 120.000 aktuellen Fahrern geht ein Drittel bis zum Jahr 2015 in den Ruhestand. Nur ein Viertel der Chauffeure sind momentan noch jünger als 35. So ein Ergebnis unserer Recherchen zu unserem Top-Thema „Wege aus dem Fahrermangel“, das Sie ab Seite 6 über die Problematik informiert.

Die Gründe für diesen Mangel an Nachwuchs sind bekannt. Mit der Reduzierung der Bundeswehr und schlussendlich mit dem Wegfall der Wehrpflicht kamen immer weniger bzw. kommen nun (fast) gar keine auf Staatskosten ausgebildeten Kraftfahrer mehr auf den Markt. Die ­Ausbildung zum Kraftfahrer ist teuer: Ein Busführerschein kostet heute schnell 10.000 bis 15.000 Euro.

Zudem sind die Gehälter, die in der Branche gezahlt werden, nicht sonderlich hoch. Die im Reiseverkehr arbeitenden Fahrer sind vergleichsweise lange von ihren Familien getrennt – auch das ist nicht jedermanns Sache. Darüber hinaus steht es um das Image des Berufsstandes nicht besonders. Das alles schreckt ab.

Trotzdem gibt es Wege aus dieser Mangelsituation, wie wir in unserem Top-Thema herausarbeiten. Einen hat die Barnimer Busgesellschaft gefunden. Sie hat eine eigene Ausbildungsinitiative gestartet. Anders als viele Wettbewerber im Bundesgebiet haben die Brandenburger heute deshalb keine Probleme, die eigenen Busse mit qualifiziertem und motiviertem Personal zu besetzen.

Wir wünschen informatives Lesen.

Ihr Dirk Sanne (Chefredakteur)

Kontakt: d.sanne(at)kirschbaum.de

 

Fotos: Erlebnispark Tripsdrill, Erlebnisschifffahrt Brombachsee, www.fotolia.de/Kneschke, www.fotolia.de/N-Media-Images, Görgler