Ausgabe 2/2015

Busmagazin 02/2015

 

 

 

 

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Partner für die KVB auf der ersten E-Gelenkbus-Linie in Köln ist der niederländische Bushersteller und Leichtbauspezialist VDL, Foto: Bünnagel
Start ins E-Bus-Zeitalter

Top-Thema Alternative Antriebe: Start ins E-Bus-Zeitalter

Die Kölner Verkehrs-Betriebe AG (KVB) hat acht Elektrogelenkbusse beim niederländischen Hersteller VDL bestellt. Sie sollen Ende 2016 den Linienbetrieb aufnehmen. Das Projekt könnte als Blaupause für den künftigen elektrifizierten Gelenkbuseinsatz dienen.

Münster, Dresden, Braunschweig und Hamburg, um nur einige deutsche Vorreiter zu nennen – und jetzt auch Köln. Die Front der kommunalen Verkehrsbetriebe, die künftig E-Busse einsetzen wollen, nimmt langsam Konturen an. Die Metropole am Rhein proklamiert dabei für sich, die erste Gelenkbuslinie komplett durch Fahrzeuge mit entsprechendem alternativen Antrieb bedienen zu wollen.

Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2016 soll es soweit sein. Liefern wird VDL Bus & Coach die acht niederflurigen Einheiten vom Typ Citea SLFA Electric im neuen futuristischen BRT-Design aber bereits im Juli (1. Fahrzeug) und November 2015 (2. bis 8. Fahrzeug) an die KVB. Das hat seinen Grund. Denn der Lernbedarf in Sachen elektrischer Antrieb von Straßenfahrzeugen ist bei dem Verkehrsbetrieb mit seinen 221 eigenen und rund 100 Bussen von Subunternehmern noch groß, befinden sich darunter bislang doch lediglich zwei MAN-Hybrid-Solos im Fuhrpark.

 

 

Die gelben Pfeile zeigen auf die beiden eingeschobenen Segmente, die dem CapaCity L zu 21 m Länge verhelfen, Foto: Daimler
Fahrbericht MB CapaCity L

Fahrbericht MB CapaCity L: Das Quäntchen mehr

Bis zu 191 Personen können im neu aufgelegten CapaCity L befördert werden – auf vier Achsen mit nur einem Gelenk. Der Premierenbus ging umgehend in den Probebetrieb – auf der stark frequentierten Schnellbuslinie 5 in Hamburg.

Gelenkbusse über 18 m Länge sind vor allem durch BRT-Systeme in Südamerika populär geworden, gewinnen jedoch zunehmend auch in Europa an Bedeutung. Kein Wunder, denn die Fahrgastzahlen gehen in die Höhe, während der verfügbare Verkehrsraum nicht unbedingt mitwächst. Abhilfe schaffen optimierte Streckennetze und außergewöhnliche Gefäßgrößen.

Dazu ein kurzer Rückblick: Alternativ zu den Doppelgelenkbussen von Hess, Van Hool, VDL oder Volvo mit Längen um die 25 m stellte Mercedes-Benz 2005 seinen CapaCity vor, basierend auf dem Niederflurgelenkbus Citaro G, jedoch mit schickem Metrobus-Design. Trotz „nur“ 19,5 m Länge kam er dank vierter Achse auf ein zulässiges Gesamtgewicht von 32 t und eine Höchstkapazität von 186 Fahrgästen. Klar, dass im Vergleich zu den längeren Doppelgelenkbussen der Sitzplatzanteil geringer ausfiel, doch stattdessen punktete der CapaCity dank nur einem Drehgelenk durch bessere Traktion und ein leichteres Handling. 

Den kompletten Beitrag lesen Sie in unserer Rubrik "Fahrzeugtests". 

 

 

Im Test: der Sancity 12LF von Autosan, Foto: Bünnagel
Fahrbericht Autosan Sancity 12LF

Fahrbericht Autosan Sancity 12LF: Polnische Alternative

Neben dem Heimatmarkt ist der polnische Busbauer Autosan bereits in sieben europäischen Ländern aktiv. Nun möchte er auch im deutschsprachigen Raum Fuß fassen. In Nürnberg hatten wir Gelegenheit, einen Fahreindruck vom Niederflurbus Sancity 12LF zu gewinnen.

Busse aus Polen: Damit verbindet man hierzulande vor allem Solaris. Die Posener konnten seit Mitte der Nuller-Jahre (2000-2010) in Deutschland Fuß fassen, wenn auch die Absatzkurve zuletzt nach unten zeigte. Nun schickt sich die Nr. 2 unter Polens Busbauern an, den Schritt auf den für Importeure traditionell schwierigen deutschen Markt zu schaffen. In Polen konnte Autosan in den Jahren 2009 bis 2012 im Schnitt einen Marktanteil von 11 % für sich verbuchen und lag damit noch vor den heimischen Mitbewerbern Kapena (7 %) und Solbus (3 %).

Der im südöstlichen Polen in Sanok im Drei-Länder-Eck mit der Slowakei und der Ukraine beheimatete Bus- und Bahnbauer sowie Militärausstatter hat eine bewegte, 183-jährige Geschichte hinter sich. Vor allem ab 1950 prägten seine Busse das Straßenbild in Polen und anderen sozialistischen Staaten in Osteuropa. Rund 110.000 Einheiten hat Autosan seitdem produziert. Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs wurde das wirtschaftliche Klima rauer für den Fahrzeughersteller, die staatliche Unterstützung sank zunehmend.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Rubrik "Fahrzeugtests".

 

 

In ein ganz neues Licht rückt die eigens für die Autostadt choreografierte Wassershow die Anlage in Wolfsburg, Foto: Autostadt
Freizeit-, Erlebnis- und Themenparks

Freizeit-, Erlebnis- und Themenparks: Spritzige Spektakel

Die klassischen Freizeitparks lassen sich heute eine Menge einfallen, um Besucher anzulocken. Mit Achterbahnen der Superlative, Magie, Gruselgestalten und außergalaktischem Besuch zünden sie ein Feuerwerk der Ideen. BUSMAGAZIN hat Parks mit besonders gelungenem Konzept nach ihren Publikumsmagneten gefragt.

Klassische Freizeitparks gibt es heute Dutzende. Quer durch Deutschland sind es rund 50 größere „Vergnügungstempel“, die – zusätzlich zu den reinen Themenanlagen und Zoos – um die Besuchergunst werben. Laut Freizeitpark-Tester Team e.V. (FTT) sind es hierzulande sogar 140 bis 150 Anbieter, die sich selbst als Freizeitparks bezeichnen.

Bei so viel Konkurrenz ist es für die einzelnen Anlagen besonders wichtig, aus der Masse hervorzustechen und sich Alleinstellungsmerkmale zu verschaffen. Das kann wie etwa im Falle von Tripsdrill und Hansa-Park ein thematischer Bezug im gesamten Park sein, oder man trumpft mit Neuheiten der Superlative auf. Auch das Ausrufen von außergewöhnlichen und wiederkehrenden Eventtagen ist eine Strategie, Besucher zu binden.

 

 

Foto: Helene Souza / www.pixelio.de
Botanische Ausstellungen

Botanische Ausstellungen: Mit allen Sinnen genießen

Der Besuch eines botanischen Gartens bzw. einer Landesgartenschau spricht die Sinne an. Staunen, riechen, fühlen, genießen: Das alles erleben Gruppenbesucher bei einer Themenführung. BUSMAGAZIN stellt fünf sehenswerte Gärten und Ausstellungen sowie deren Konzepte und Gruppenangebote vor.

Botanische Anlagen dienen dem Erhalt der Artenvielfalt. Sie sind oft parkartig angelegt, verfügen meist über natürliche oder künstliche Gewässer sowie Sitzgelegenheiten und sind für die Öffentlichkeit zugänglich. In Deutschland gibt es solche Gärten seit dem späten 16. Jahrhundert. In Italien wurden die ersten Parks bereits um 1545 angelegt.

Landesgartenschauen (LGS) finden in Deutschland erst seit den 1970er Jahren statt. Sie sind das kleinere Pendant zur Bundesgartenschau. Durch sie soll u. a. die Lebensqualität sowie das ökologische Klima in den Städten verbessert werden. Außerdem dienen die Ausstellungen auch dem Marketing, da eine etwa sechsmonatige Großveranstaltung den Bekanntheitsgrad der jeweiligen Stadt vergrößern kann.


 

 

Chefredakteur Dirk Sanne
Chefredakteur Dirk Sanne

Editorial Elektrofahrzeuge: Unter Strom …

So langsam nehmen die Elektrobusse in Deutschland Fahrt auf. Münster, Dresden, Braunschweig und Hamburg, um nur einige Vorreiter zu nennen, setzen die ersten Modelle auf ihren Linien ein. Und planen weitere Schritte für die Zukunft. Die Hamburger Hochbahn will z. B. ab 2020 nur noch Fahrzeuge erwerben, die komplett emissionslos fahren. Das dürften dann vor allem Elektrofahrzeuge werden.

Auch die KVB (Kölner Verkehrs-Betriebe AG) will mit zu diesem illustren Kreis der Vordenker in Sachen „Stromfahrzeuge“ gehören. Finanziell unterstützt durch das Land NRW mit 1,92 Mio. Euro, investieren die Kölner in die ersten Fahrzeuge. Zum Einsatz kommen acht VDL-Gelenkbusse vom Typ Citea SLFA Electric. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2016 will man mit ihnen auf Linie gehen. Der allererste Wagen kommt jedoch schon im Juli nächsten Jahres an den Rhein.

Diese frühe Lieferung vor dem eigentlichen Beginn des Flottendienstes dient allein der Erprobung. Die Kölner besitzen zwar eine Vielzahl von elektrischen Straßenbahnen, jedoch von Elektrobussen haben sie noch vergleichsweise wenig Ahnung. Bisher stehen lediglich zwei MAN-Hybrid-Solos im Fuhrpark.

Aber nicht nur in Mitteleuropa macht man sich nun mit der E-Bus-Technologie auf den Weg zu neuen Ufern. Auch jenseits des Atlantiks in den USA setzen Technik und Landespolitik auf die Elektrifizierung der Straße, um die Emissionen im Straßenverkehr drastisch zu verringern.

Jedoch haben es die Hersteller von ­Elektrobussen im Vergleich zu Köln mit eher zögernden Kommunen zu tun. Nicht wegen der geringen Erfahrung mit der neuen Fahrzeugtechnik, sondern wegen der Kosten. Ein Elektrobus kostet die dortigen Stadtkämmerer umgerechnet ca. 730.000 Euro. Hinzu kommen 520.000 Euro je Ladestation. Dagegen ist ein Dieselbus mit 260.000 Euro geradezu ein Schnäppchen.

In unserem Top-Thema, beginnend mit der Seite 19, widmen wir uns intensiv dem Zukunftsthema Elektrofahrzeuge. Dabei werfen wir u. a. einen detaillierten Blick auf die Erwartungen bei den Kölnern und zeichnen nach, wie die USA die Elektromobilität trotz der hohen Kosten auf der Straße voran bringen will.

Wir wünschen informatives Lesen.

Ihr Dirk Sanne (Chefredakteur)

Kontakt: d.sanne(at)kirschbaum.de