Ausgabe 2/2016

Busmagazin 02/2016

 

 

 

 

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Im Test: der Sileo 18, Foto: Bünnagel
Fahrbericht Sileo 18

Fahrbericht Sileo 18: Potenzial zur Revolution

Es gibt Fahrzeugkonzepte, die gelungene Antworten auf aktuelle Mobilitätsbedürfnisse darstellen – und solche, die darüber hinaus eine Zukunftsvision in sich tragen. Zu Letzteren zählt der Sileo 18. Er beweist zudem, dass die Zukunft schon begonnen hat, dass Elektromobilität im ÖPNV technisch und wirtschaftlich umsetzbar ist.

Rein äußerlich kommt der Sileo 18 fast unauffällig daher. Das Design innen wie außen ist ansprechend, aber ansonsten unterscheidet er sich in diesem Punkt kaum von anderen Gelenkbussen. So sieht man ihm also auf den ersten Blick nicht an, dass ihm das Potenzial zur Revolution innewohnt. Und das verbirgt sich vor allem auf dem Dach, geschickt verborgen hinter aerodynamischen Verkleidungen.Denn hier oben, außerhalb der Fahrgastzelle und somit gefahrlos für die Passagiere, sitzt die Hochvolttechnik des Elektrobusses. Rund 3 t wiegen die 474 Zellen der 300-kWh-Lithium-Eisen­phosphatbatterie. Ihr Herzstück aber ist die von BBC & C selbst entwickelte, rund 100 kg wiegende Single-Cell-Loading-Einheit (SCL), ein intelligentes, selbstregelndes Batteriemanagementsystem (BMS).

Den kompletten Beitrag zum Download finden Sie in der Rubrik "Fahrzeugtests".

Riesig ist das Firmengelände von Autosan im südostpolnischen Sanok, Foto: Bünnagel
Autosan: Mit großer Historie gegen die Krise

Autosan: Mit großer Historie gegen die Krise

Der polnische Fahrzeughersteller Autosan S.A. kämpft derzeit um seinen wirtschaftlichen Fortbestand. Die Beschränkungen des finanziellen Spielraums durch das laufende Insolvenzverfahren versuchen die erfahrenen Mitarbeiter durch Leidenschaft und Engagement wettzumachen, denn solide Busse weiß man beim Traditionsunternehmen mit großer Historie im südöstlichsten Zipfel Polens zu bauen. Als nach Firmenangaben erster westeuropäischer Journalist besuchte BUSMAGAZIN-Redaktionsmitglied Claus Bünnagel den Stammsitz.

Wer das Werksgelände des Traditionsunternehmens Autosan in der Freien Königsstadt Sanok, 39.000-Einwohner-Mittelzentrum im Dreiländereck zur Slowakei und Ukraine, besucht, dürfte beeindruckt von den riesigen Ausmaßen der Anlage sein. Mächtige Produktionshallen recken sich auf dem 94.853 m2 großen Areal in die Höhe, die auch anderen großen europäischen Fahrzeugherstellern zur Ehre gereichen dürften. Stolz prangt auf dem Dach des Bürohauptgebäudes in über­dimensionalen Lettern der Schriftzug Autosan mit dem stilisierten Storch als Firmenlogo. Seit 1832 bestehend, ab 1926 Busse bauend und vor allem in sozialistischer Zeit äußerst produktiv hat das Unternehmen hier mehr als 110.000 Einheiten gefertigt.

Pure Nostalgie: Auch heute macht der S 6 immer noch eine gute Figur, Foto: Daimler AG
Setra: Kleine Busse für große Reisen

Setra: Kleine Busse für große Reisen

Setra präsentierte in der sächsischen Metropole eine besondere Sammlung seiner rollenden, historischen „Schätze“: 60 Jahre nach seiner Weltpremiere ging der S 6 gemeinsam mit seinen „Enkeln“ auf Jubiläumsfahrt.

Über ein halbes Jahrhundert ist es nun her, dass die Kässbohrer-Ingenieure für die damalige Zeit ein „kleines Wunder“ in der Geschichte des Reisebusses vollbracht haben. 1955 stellte die Firma Kässbohrer auf dem Automobilsalon in Genf den Clubbus Setra S 6 vor, der dann als das kleinste jemals gebaute Modell der Marke in die Geschichte eingehen sollte. Das Besondere an dem „Baby-Setra“ – wie er von seinen Fans liebevoll genannt wird – war, dass er einer der ersten Omnibusse war, der über eine komplette Einzelradaufhängung verfügte.

Für den Antrieb sorgte ein Vier-Zylinder-Henschel-Motor des Typs 517 D 4 K mit einer Leistung von 85 PS (später durch ein 90 PS leistendes Aggregat ersetzt) bei 2.500 min–1. Als Getriebe wurde das teilsynchronisierte AK 5-33 von ZF eingebaut, bei dem die Gänge zwei bis fünf synchronisiert waren. Bedient wurde das Ganze über eine Lenkradschaltung.

Den kompletten Beitrag zum Download gibt es in unserer Rubrik "Fachbeiträge".

Ahle Wurst, eine Spezialität Nordhessens, zählt zu den schnittfesten, groben Rohwürsten, Foto: Sanne
Jausenstation Weißenbach

Jausenstation Weißenbach: Es geht um die „Wurscht“

Wenn ein kleiner Ort mit gerade einmal 108 wahlberechtigten Einwohnern gut 45.000 Gäste im Jahr anlockt, dann muss es hier etwas ganz Besonderes geben. Tut es auch. Nordhessische Spezialitäten wie aus Uromas Küche lautet die Devise der Jausenstation Weißenbach, die in den vergangenen 25 Jahren eine spannende Reise vom Selbstversorger zum Besuchermagneten zurückgelegt hat.

Alboiner, Weckewerk, Ewwernanner und Ahle Wurscht? Wer nicht aus Hessen stammt, wird bei diesen Begrifflichkeiten wohl zunächst ein Lexikon bemühen wollen. Das ist aber gar nicht nötig, denn die beste Instanz für all diese Spezialitäten sind die eigenen Geschmacksknospen. Und die sind letztlich auch dafür verantwortlich, dass es die Jausenstation Weißenbach heute überhaupt gibt.

Denn während dem französischen Dichter Marcel Proust nach eigener Aussage ein Löffel Tee und ein Sandtörtchen reichten, um ihn in seine Kindheit zurückzuversetzen, sind es für die Schwestern Roswitha Pflüger und Marion Weiland eben Ahle Wurscht und Co., die solche Erinnerungen hervorrufen. Kein Wunder, schließlich waren ihre Eltern noch klassische Selbstversorger, die nebenher eine kleine Landwirtschaft betrieben – mit Obst- und Gemüsegarten, Schweinen und eigener Schlachtung sowie Milchkühen mit eigener Herstellung von Butter, Quark und Käse.

Noch ein Geheimtipp: Looe an der Südostküste Cornwalls, Foto: Berghoff
Englands Südwesten

Englands Südwesten: Fisherman’s Love heißt Looe

Die Südostküste Cornwalls hält einige romantische Orte bereit, unter denen Looe ganz weit oben auf der Liste der zu besuchenden Plätze steht. Dieses Städtchen hat sich seinen Charakter als Fischereihafen bewahrt, obwohl der Tourismus dank des schönen Sandstrands und der attraktiven Wandermöglichkeiten entlang der Küste inzwischen eine große Rolle spielt.

Looe, der rund 5.300 Einwohner zählende Ort auf halber Strecke zwischen St. Austell und Plymouth, weist heute ein breites Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten, Wassersportaktivitäten und Freizeitvergnügungen auf. Dennoch wird er immer noch von der Fischerei geprägt – ein Umstand, den die Gäste nicht nur aus kulinarischen Gründen zu schätzen wissen. Looe ist ein Urlaubsort, der ein selten gewordenes authentisches Flair und einen eigenen Charakter besitzt, der nicht austauschbar erscheint.

Das spiegelt sich auch in den Begegnungen mit den Einheimischen wieder, ob sie nun im Dienstleistungs- oder im Fischereisektor tätig sind: Ein wenig zurückhaltend, aber immer hilfsbereit und freundlich begegnen sie den Gästen, mit einem Funkeln in den Augen, das von der Seeluft, dem manchmal wilden Meer und der Weite da draußen kommen muss.

Chefredakteur Dirk Sanne
Chefredakteur Dirk Sanne

Editorial Reiseanalyse/Erlebnis- und Themenparks: Jedes Jahr ein neuer Rekord

Jedes Jahr ein neuer Rekord“, das behaupte nicht ich, sondern die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR), die vor kurzem einen gewichtenden Blick auf das Tourismusjahr 2015 warf und die neuesten statistischen Zahlen kritisch auswertete. Dabei stellte sie fest, dass seit 2010 der internationale Tourismus beständig wächst. Im letzten Jahr um ganze 4 %, errechnete z.B. aktuell die Welttourismusorganisation (UNWTO). Weltweit lag die Zahl der Ankünfte von internationalen Gästen demnach bei rund 1,2 Mrd.

Auch der Deutschlandtourismus folgt diesem positiven Trend. Gemäß den Daten des Statistischen Bundesamtes lautet die Zahl der Gästeübernachtungen bei uns 382 Mio. (Januar bis Oktober 2015; + 3 %). 18 % davon waren dabei ausländische Gäste. Das wäre wiederum eine Steigerungsrate von beachtlichen 6 %! Deutschland kann also auch vom Boom im internationalen Tourismus gut profitieren.

Bei den Urlaubsreisen der Deutschen erwartet die FUR zudem nach den „vorläufigen Daten auf der Basis der Reiseanalyse online (RA) vom Jahresende für 2015 ein hohes Niveau der Nachfrage mit einem Volumen von über 70 Mio. Urlaubsreisen (+ 2 % zum Vorjahr) und eine Steigerung der Ausgaben für Urlaubsreisen auf ca. 69 Mrd. Euro (+ 4 %)“.

Dieter Gauf, Hauptgeschäftsführer des RDA und Mitglied des Vorstands der FUR, nahm sich jetzt für uns die Zeit und interpretiert für Sie ab Seite 30 die wichtigsten Ergebnisse der RA in puncto Urlaubsmobilität.

Auch die Erlebnis- und Themenparks in Deutschland und in den grenznahen Regionen unserer Nachbarn können offensichtlich am Wachstum partizipieren. Beispiel Autostadt: Im 15. Jahr ihres Bestehens strömten 2015 rund 2,42 Mio. Gäste in die VW-Kommunikationsplattform nach Wolfsburg. Das ist ebenfalls Rekord und gegenüber dem Vorjahr gleich ein sehr sattes Plus von 8,5 %. Mit dem besucherstärksten Dezember seit der Eröffnung und mehr als 400.000 Gästen ist auch die „Zauberhafte Winterwelt“ zum Quotenbringer für die Autostadt geworden. Über den Erfolg dieses Programmbausteins und was die Autostadt ihren Gästen noch bieten kann, informieren wir Sie ab Seite 40.
Über die Erfolge vieler anderer wichtiger Erlebnis- und Themenparks im letzten und die Herausforderungen in diesem Jahr berichten wir zudem detailliert ab Seite 32.

Übrigens: Das Jahr 2016 hat das Team der Autostadt unter das Motto Liebe gestellt. „Wir wollen den Gästen ein einzigartiges Erlebnis bieten und sie mit überraschenden Themen zusammenbringen, wobei neue Rekorde nicht unser Hauptziel sind“, erläutert Autostadt-Geschäftsführer Otto F. Wachs.

Ihr Dirk Sanne (Chefredakteur)

Kontakt: d.sanne(at)kirschbaum.de