Ausgabe 3/2016

Busmagazin 03/2016

 

 

 

 

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Der Enviro 500 vor der schwer bewachten britischen Botschaft in Berlin, Foto: Bünnagel
Alexander Dennis: Britischer Vorstoß auf Berlin

ADL - Alexander Dennis: Britischer Vorstoß auf Berlin

Nein, unser Titel ist nicht dem Heeresbericht der letzten Weltkriegstage entnommen. Gemeint sein soll stattdessen das Ansinnen von Alexander Dennis Ltd (ADL), als dritter Hersteller neben Scania und VDL die mögliche Nachfolge von MAN bei der künftigen Neubeschaffung von Doppelstockbussen in Berlin anzutreten. Wenn auch die Vorstellung von Testbus und Vorhaben durchaus auf historischem Boden stattfand.

Wie es sich gehört war passend zur Präsentation der neuen Deutschlandaktivitäten von ADL auch das Wetter typisch britisch – nasskalt. Wie wichtig dem Weltmarktführer im Doppeldeckerbau die Angelegenheit ist, zeigte sich schon an der Wahl des Premierenorts, der repräsentativen britischen Botschaft in Nachbarschaft zum Hotel Adlon Kempinski und nahe dem Brandenburger Tor in Berlin. Unter dem im Wind flatternden riesigen Union Jack war ein Enviro 500 geparkt – in seiner Erscheinungsweise unverkennbar und eigentlich für den amerikanischen Markt bestimmt.

Warum dieser Aufwand? Nun, unter den ca. 1.300 eigenen Einheiten der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) sind nicht weniger als 416 MAN Lion’s City DD, Typbezeichnung ND 313/ND 320 (A39). Sie wurden zwischen 2005 und 2010 angeschafft, und die Dienstzeit der ältesten Exemplare neigt sich somit dem Ende zu.

Den kompletten Beitrag zum Download finden Sie in der Rubrik "Fahrzeugtests".

Selbst Gelenkbusse bis 20 m Länge kann die Klimakammer aufnehmen, Foto: Spheros
Spheros: Forschen für besseres Klima

Spheros: Forschen für besseres Klima

Spheros testet seine Busklimasysteme in einer befahrbaren Klimakammer in Gilching. Fahrzeuge bis 20 m Länge und ihre Komponenten können hier auf Herz und Nieren geprüft werden. Im Entwicklungsfokus stehen dabei gegenwärtig Systeme für den Elektrobus.

Im Sommer letztes Jahr bezog die Spheros Gruppe eine neue Zentrale in Gilching. Das Quartier im sogenannten Asto-Park liegt in unmittelbarer Nähe zum Sonderflughafen Oberpaffenhofen, einst Werkflughafen der Dornier-Werke. Heute gilt der Flughafen als bedeutende Schnittstelle der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat hier sein Raumfahrtkontrollzentrum. Zudem sind hier einige wichtige Forschungseinrichtungen angesiedelt.

Auch bei Spheros, nur fußläufig vom Kontrollzentrum entfernt, wird geforscht und entwickelt. Allerdings planen hier die Gilchinger Klimaexperten weniger neue Komponenten für Raumschiff Enterprise und Co. Sie arbeiten wesentlich bodenständiger aber an kaum weniger spannenden Dingen – zumindest für Omnibusenthusiasten.

Logo: Messe Berlin GmbH
50 Jahre ITB

Top-Thema: 50 Jahre ITB

Wenn man sich die Bilder von den Anfängen der ITB 1966 anschaut, mag man kaum glauben, was daraus geworden ist. Auch die 50. Ausgabe der weltgrößten Tourismusmesse in Berlin (9. bis 13.3.2016) wird zum „Renner“, viele Hallen sind bereits ausgebucht. „Und das trotz schwieriger Wirtschaftslage auf dem Weltmarkt, Flüchtlingskrise und Terroranschlägen“, bemerkt ITB Berlin-Leiter David Ruetz. Bleibt zu hoffen, dass die Lust auf Reisen auch bei den Fachbesuchern (9. bis 11.3.) und den Gästen, die noch Anregungen und Informationen für den Urlaub suchen (12./13.3.), anhält.

Natürlich, das Reisejahr 2015 war für Deutschland mit rund 437 Mio. Übernachtungen hierzulande und mehr als 70 Mio. Urlaubsreisen laut Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) wieder mal ein Rekordjahr. So kann´s weitergehen, wenn . . .

Wenn die pessimistische Stimmung, mit der die Bundesbürger das Jahr 2016 angehen, nicht auf die Urlaubslust durchschlägt. Während die FUR die Deutschen in der Einschätzung der allgemeinen wirtschaftlichen Lage „etwas pessimistischer als im Vorjahr gestimmt“ sieht, geht die aktuelle Bestandsaufnahme der Stiftung für Zukunftsfragen sogar noch einen Schritt weiter. „Mehr als jeder Zweite (55 %) blickt sorgenvoll in die Zukunft“, sehen die Hamburger Zukunftsforscher sogar eine „Rückkehr der German Angst“ aufziehen. 

Weitläufige Schlafmohnfelder haben in Deutschland Seltensheitwert, Foto: Eugen Merdian
Meißner Mohnblüte

Meißner Mohnblüte: Rosavioletter Blütentraum

Wenn ein kleiner Ort mit gerade einmal 108 wahlberechtigten Einwohnern gut 45.000 Gäste im Jahr anlockt, dann muss es hier etwas ganz Besonderes geben. Tut es auch. Nordhessische Spezialitäten wie aus Uromas Küche lautet die Devise der Jausenstation Weißenbach, die in den vergangenen 25 Jahren eine spannende Reise vom Selbstversorger zum Besuchermagneten zurückgelegt hat.

Was 2010 aus einer „Bieridee“ mit 1,5 ha Anbaufläche für Schlafmohn begann, hat sich mittlerweile für die Region zum Türöffner in Sachen Tourismus entwickelt. Denn 2015 erstreckte sich das rosaviolette Blütenmehr bereits über 15 ha – das entspricht ungefähr der Größe von 13 Fußballfeldern. Zudem wurden in dem idyllischen Dörfchen am Fuß des Meißners eine eigene Infrastruktur sowie diverse Angebote rund um den Mohn geschaffen, die das Erlebnis für die Besucher noch einmal bereichern. Was 2010 aus einer „Bieridee“ mit 1,5 ha Anbaufläche für Schlafmohn begann, hat sich mittlerweile für die Region zum Türöffner in Sachen Tourismus entwickelt. Denn 2015 erstreckte sich das rosaviolette Blütenmehr bereits über 15 ha – das entspricht ungefähr der Größe von 13 Fußballfeldern.

Eine Tagespauschale für Gruppen zur Mohnblüte bietet die Grimmheimat an. Informationen gibt es hier.

Zadar präsentiert sich mit seinen verschiedensten Baustilen in alter Pracht, Foto: Schadewald
Zadar: Adriametropole mit großer Geschichte

Zadar: Adriametropole mit großer Geschichte

Obwohl Kroatien vor Natur- und Geschichtsreichtum nur so strotzt, findet das jüngste EU-Mitglied noch nicht bei allen Busreiseveranstaltern im deutschsprachigen Raum ausreichende Beachtung. Dabei zählt der inselreiche Staat an der östlichen Adriaküste zu den populärsten Reisezielen der Welt.

Zadar gehört zu den Touristenhochburgen des Adriastaates. Die fünfgrößte Stadt des Lands mit ihren zahlreichen pittoresken Gassen und historischen Bauten war einst Hauptstadt von Dalmatien. Diesen Begriff hört Damir Hordov, Marketingmanager des regionalen Tourismusverbands, nicht gern. „Wir sind die Region Zadar“, betont er. Denn jene historische Definition habe jetzt keinen offiziellen Status mehr, macht er deutlich.

Im Laufe seiner über 2.000-jährigen Geschichte erlebte die Adriametropole auf der flachen Halbinsel viele Hochs und Tiefs. Die römische Epoche brachte Zadar den ersten großen Aufschwung. Im frühen Mittelalter brannte die Stadt nieder und wuchs erneut. Während des Zweiten Welt- und des Kroatienkriegs Anfang der 1990er Jahre wurde die historische Altstadt schwer beschädigt.

Den kompletten Beitrag zum Download gibt es in unserer Rubrik "Fachbeiträge".

Chefredakteur Dirk Sanne
Chefredakteur Dirk Sanne

Editorial: ITB Berlin – Dunkle Wolken am Horizont?

Genau 50 Jahre hat die Internationale Tourismus Börse (ITB) in Berlin nun auf ihrem Buckel. Trotzdem ist sie damit noch nicht in die Jahre gekommen. Ganz im Gegenteil zeigt sie sich erfolgreich wie eh und je. Auch die 50. Ausgabe der weltgrößten Tourismusmesse  (9. bis 13.3.2016) wird wohl gut nachgefragt werden. Viele ihrer Hallen sind bereits jetzt ausgebucht. Mit gut 10 000 ausstellenden Unternehmen und Organisationen rechnet man in Berlin. „Und das trotz schwieriger Wirtschaftslage auf dem Weltmarkt, Flüchtlingskrise und Terror­anschlägen“, bemerkt ITB Berlin-Leiter David Ruetz.

Das beruhigt. Denn im Gegensatz dazu schaut der Bundesbürger wesentlich skeptischer ins kommende (Urlaubs-)Jahr 2016, wenn man aktuellen Stimmungsbarometern glauben mag.

Die Stiftung für Zukunftsfragen zeichnet die Stimmung in Deutschland z. B. in recht dunklen Farben: „Mehr als jeder Zweite (55 %) blickt sorgenvoll in die Zukunft.“ Vor allem älterer Bürger verunsichere die großpolitische Wetterlage mehrheitlich (60 %), so ein Ergebnis der Hamburger Zukunftsforscher. „Die gegenwärtige humanitäre Krise und die zunehmende Angst vor Terroranschlägen haben die Bevölkerung tief verunsichert und lassen sie an einer positiven Zukunft zweifeln“, stellt Prof. Ulrich Reinhardt, Wissenschaftlicher Leiter der Stiftung, fest. Zudem befürchten die Befragten insgesamt wirtschaftliche Probleme für den Standort Deutschland. Beides zusammen könnte zu einer abnehmenden Konsum- und Reiselaune führen.

Die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) kommt zwar auch zu einem kritischen, aber wesentlich entspannteren Urteil: Sie meint z. B., dass die Deutschen in ihrer Einschätzung der allgemeinen wirtschaftlichen Lage „etwas pessimistischer als im Vorjahr gestimmt“ sind. Die Ferienpläne der Deutschen sieht die FUR durch äußere Einflüsse allerdings nicht gefährdet – so lange die wirtschaft­liche Situation der Privathaushalte stabil bleibt. Zwar werden 2016 nicht mehr Bundesbürger in den Urlaub fahren oder fliegen, aber sowohl bei der Zahl der Urlaubsreisen als auch bei den Ausgaben stehen, laut den Tourismusexperten aus Norddeutschland, die Zeichen auf Zuwachs.

Es kommt in der Tat wohl immer auf den jeweiligen Blickwinkel an. Wie die beiden Marktforschungsunternehmen und andere die weiteren Entwicklungen für 2016 einschätzen, haben wir uns aktuell und detailliert angeschaut. Unsere – kritische – Analyse finden Sie in unserem Top-Thema ab S. 30.

Wir wünschen informatives Lesen!

Ihr Dirk Sanne (Chefredakteur)

Kontakt: d.sanne(at)kirschbaum.de