Busmagazin 04/2014

 

 

 

 

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Top-Thema/Tempomat PPC: Schwungvoll sparen!

Wirksames Gefälle: Trotz Sollgeschwindigkeit 95 überholen wir den Tankwagen mit Tempo 100, Foto: Görgler
Tempomat PPC

Vorausschauendendes Fahren ist die Basis für optimale Verbrauchswerte. Dass dies automatisch funktionieren kann, zeigt Daimler mit dem GPS-abhängigen Tempomaten „PPC“ – jetzt auch für Reisebusse. Wir haben das System getestet.

Über den „vorausschauenden“ Geschwindigkeitsregler ergeben sich neue Möglichkeiten, wie sie im Truck bereits mit Erfolg umgesetzt worden sind. Predictive Powertrain Control (PPC) nennt Daimler sein Assistenzsystem, das nunmehr auch für den Bus verfügbar ist.

Das Konzept: Die aktuellen Daten der Satellitennavigation (GPS) werden mit an Bord installiertem topografischen Kartenmaterial abgeglichen, zugleich mit der PPC-Funktion in Einklang gebracht. Das System kennt also die vor ihm liegende Topografie und soll entsprechend der eingegebenen Regelgeschwindigkeit unnötige Schaltungen und Bremsmanöver vermeiden sowie möglichst oft den eigenen Schwung des Fahrzeugs nutzen – und als Ergebnis den Verbrauch spürbar senken.

Damit PPC effektiv arbeiten kann, lässt sich die Sollgeschwindigkeit um die obere und untere Hysterese, also die Geschwindigkeitstoleranz, ergänzen (+2 bis +15 km/h sowie –10 bis 0 km/h). Das System setzt diese Toleranzen gezielt ein, um Kraftstoff zu sparen.

Wir hatten Gelegenheit, den schlauen Tempomaten im Setra-Dreiachser 516 HDH (13,3 m) mit einem praxisgerechten Testgewicht von 21,4 t zu „erfahren“.

MB Sprinter 319 CDI (Euro 6): Mit „Sicherheit“ sparsam

Im Test: der Mercedes-Benz Sprinter 319 CDI, Foto: Görgler
MB Sprinter 319 CDI

Flott wie zuvor verfügt der Euro-6-Sprinter von Mercedes-Benz über neue, sicherheitsrelevante Funktionen. Der Antrieb unseres Testwagens mit Sechszylinderturbodiesel und siebenstufigem Wandlerautomat versprach komfortables, aber auch wirtschaftliches Fahren.

Nach ihrer Vorstellung im Jahr 1995 hat sich die Sprinter-Baureihe innerhalb kurzer Zeit zum Marktführer ihrer Klasse entwickelt. Mehrmals modifiziert ging Mitte vergangenen Jahres die aktuelle Version an den Start.

Während sich die Leistungsdaten der Motoren nicht verändert haben, erfüllen sie nun die Abgasnorm Euro 6. Mercedes-Benz hat sich dazu der in Bussen und Lkw schon lange verwendeten SCR-Technologie bedient, eine Abgasreinigung mittels Katalysator und dem Additiv AdBlue. Ergänzt wird sie um einen Partikelfilter.

Fortan musste der Sprinter nun also auch zweifach tanken. Allerdings trägt die Harnstofflösung mit anfänglich knapp 5 % und mittlerweile nur noch rund 2,5 % in Bezug zum Dieselverbrauch nur geringfügig zu den Betriebskosten bei – derzeit kostet ein Liter AdBlue im 1.000-l-Gebinde etwa 35 Cent (plus MwSt.).

Den kompletten Beitrag lesen Sie in unserer Rubrik "Fahrzeugtests". 

ITB: Bilanz und Ausblick – Alles Great in Berlin

Die ITB hat ihre Bedeutung als wichtigster Branchentreff einmal mehr unterstrichen, Foto: Messe Berlin
ITB: Bilanz und Ausblick

Erfolg auf (fast) ganzer Linie. Dieses Fazit zogen Tourismusexperten und Veranstalter der ITB zum weltgrößten Branchentreff Anfang März in Berlin. Ergebnisse, Prognosen, Stimmung – alles vermittelte während der Messe den Eindruck, dass 2013 ein mehrheitlich gutes Jahr war und 2014 sogar noch getoppt werden kann. Die 48. ITB war zudem ein Paradebeispiel dafür, warum es sich nach wie vor lohnt, auf Messen zu gehen.

So kann’s weitergehen im Tourismusjahr 2014. Mit 114.000 Fachbesuchern hat die ITB das Vorjahrsergebnis um 4 % (2013: 109.616) gesteigert. 26 komplett ausgebuchte Messehallen mit 10.147 Ausstellern aus 189 Ländern zeigen zudem, dass die Attraktivität der Tourismusmesse ungebrochen ist. Wesentlich dazu beigetragen hat der ITB Berlin Kongress, der mit 22.000 Teilnehmern 2014 erneut für ein Rekordergebnis (+5 % im Vergleich zu 2013) sorgte.

Die ITB ist aber alles andere als eine Pflichtveranstaltung zum Sehen und Gesehen werden. Denn hier werden nicht nur Weichen für die touristische Zukunft gestellt, sondern auch gute Geschäfte gemacht. Nach Schätzungen der Veranstalter lagen die Geschäftsabschlüsse während der fünf Messetage bei rekordverdächtigen 6,5 Milliarden Euro.

Girls Days: Was Frauen magisch anzieht

Edelsteine und Shoppen: Die Schmuckwelten in Pforzheim verbinden geschickt verschiedene Interessen vieler Frauen, Foto: Schmuckwelten
Girls Days

Ein Blick auf den Tourismus zeigt, dass Männer und Frauen unterschiedliche Interessen sowie Ziele verfolgen und somit ein geschlechtsspezifisches Kundenverhalten an den Tag legen. BUSMAGAZIN nimmt die weiblichen Vorlieben unter die Lupe und gibt Tipps für eine entsprechende Freizeitgestaltung.  

Was bedeutet Freizeit in den Zeiten der allgemeinen Hektik und der notgedrungenen Tendenz zum Nebenjob? Es ist ein wachsend geschätztes Gut. Fragt man die Bundesbürger, was sie gerne häufiger in ihrer Freizeit machen würden, dann zählen erholsame bzw. betont passive Aktivitäten (wie Fernsehen, Ausschlafen, eigenen Gedanken nachgehen) und soziale Unternehmungen (mit Freunden und Familie) zu den häufigsten Antworten, so der „Freizeit Monitor 2013“ der Hamburger Stiftung für Zukunftsfragen.

Diese erforschte allerdings auch, dass Männer und Frauen unterschiedliche Präferenzen haben. Interviews mit rund 6.000 Personen ergaben, dass Frauen im Gegensatz zu Männern fast doppelt so oft Bücher lesen (45 gegenüber 25 %), sich mehr Zeit für die Körperpflege nehmen (67/56 %), häufiger telefonieren (92/84 %) und eine deutlich größere Vorliebe fürs Einkaufen hegen (15/8 %). Männer hingegen verbringen ihre freie Zeit dreimal so oft mit Heimwerken (26/9 %), bei Sportveranstaltungen (16/5 %) und in der Kneipe (17/5 %). Zudem beschäftigen sich zwei Drittel der Männer regelmäßig mit dem PC, bei den Frauen sind es nur 50 %.
   

Brauereien, Brennereien, Kellereien: Genuss und Kultur

Musik und Kabarett bietet das „Sektival“ von Rotkäppchen, Foto: Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien GmbH
Brauereien, Brennereien, Kellereien

Zu welchen Anlässen besucht eine Gruppe eigentlich eine Brauerei, Brennerei oder Kellerei? Vor allem natürlich, um an einer Führung mit anschließender Verkostung teilzunehmen. Viele Hersteller „geistiger“ Getränke haben aber auch Veranstaltungen mit hohem kulturellen Wert im Programm.

So lädt die Echter Nordhäuser Traditionsbrennerei beispielsweise regelmäßig zum Besuch eines amüsanten Theaterstücks ein. Die Rotkäppchen Sektkellerei hat seit Jahren ihr „Sektival“ im Programm, in dessen Rahmen bekannte Musiker und ­Kabarettisten auftreten.

Die Birkenhof-Brennerei punktet mit Genuss- und Themenabenden, während die Unternehmen Kaiserstühler Wein-Marketing und Andechser Klostergaststätten auf stimmungsvolle Weinfeste bzw. gastfreundliche Familientage setzen.

Editorial: Meilenstein Predictive Powertrain Control

Chefredakteur Dirk Sanne
Chefredakteur Dirk Sanne

Der Begriff ist sicherlich für manchen ein kleiner Zungenbrecher: Predictive Powertrain Control – kurz PPC. Erfunden haben ihn die Marketingstrategen aus dem Daimler-Konzern. Doch auch wenn der eine oder andere bei der Aussprache vielleicht über die eigene Zunge stolpert, sollte man sich den Begriff sehr wohl merken. Denn dahinter steckt eine Technik, die revolutionär ist.

Es handelt sich bei PPC um einen „vorausschauenden Geschwindigkeitsregler“, der die Topografie der Straße, auf der man gerade rollt, bestens kennt. Und zwar nicht nur von dieser, sondern von allen Straßen Europas.

Und mit diesem exakten Wissen fährt ein Fahrzeug – vorausgesetzt, es ist mit dieser Technik bestückt – verbrauchsoptimal. Denn der Wagen bedient sich automatisch seiner Geländekenntnis, um z. B. Schwungspitzen oder Gefällestrecken ideal für sich und eine spritsparende Fahrweise auszunutzen.

Daimler ist nicht der Erste bzw. Einzige, der eine derartig moderne Technik für seine Fahrzeuge anbietet. Auch Scania und Volvo setzen auf ähnliche Systeme. Alle drei Hersteller verbauen diese Assistenzsysteme bereits seit einiger Zeit auf Wunsch in ihre Lkw. Daimler ist aber das erste Unternehmen, das auch seine Omnibusse damit bestückt.

Das Grundprinzip der Technik hinter der PPC ist recht einfach: Die aktuellen Daten der Satellitennavigation (GPS) werden mit an Bord installiertem topografischem Kartenmaterial abgeglichen und zugleich mit der PPC-Funktion in Einklang gebracht. Je nach aktueller Fahrstrecke – Anstieg, Hügelkuppe, Gefälle usw. – greift PPC nun bei Tempomat und (automatisierter) Schaltung ein.

Sprich, der Bus beschleunigt z. B. vor einem Anstieg selbsttätig und schaltet gegebenenfalls einen Gang runter. Oder: Vor einer Kuppe weiß der Wagen, dass die momentane Geschwindigkeit ausreicht, um über diese hinwegzurollen und verzichtet daher aufs Beschleunigen und Schalten. Das Ganze bewegt sich innerhalb gewisser vorab manuell gesetzter Geschwindigkeitstoleranzen. Die Eingriffe der PPC sind für den Fahrer durchaus spürbar. Und es ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, wenn der Omnibus beispielsweise wie von Geisterhand angetrieben aus seiner inneren Überzeugung heraus Gas gibt.

In unserem Top-Thema „Schwungvoll sparen“ ab Seite 6 setzen wir uns intensiv mit der Daimler-PPC auseinander und erläutern Technik sowie den Kraftstoffsparvorteil.

In einem sind wir uns dabei sicher: Es handelt sich um einen richtungsweisenden Meilenstein.

Wir wünschen informatives Lesen!

Ihr Dirk Sanne (Chefredakteur)

Kontakt: d.sanne(at)kirschbaum.de