Ausgabe 4/2015

Busmagazin 04/2015

 

 

 

 

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Stand Sachsen Anhalt auf der ITB, Foto: Messe Berlin GmbH
ITB: Neue Rekorde, mahnende Worte

Top-Thema ITB: Neue Rekorde, mahnende Worte

Fast schon wie erwartet vermeldete die Messe Berlin für die 49. Auflage der ITB die nächsten Rekordergebnisse: ausgebuchte Messehallen, mehr Fachbesucher, längere Aufenthaltsdauer, höhere Geschäftsabschlüsse als im Vorjahr. Las sich wie immer gut, allerdings gab es im Vorfeld und auf der Messe selbst kritische Stimmen, die die Fortführung der „schönen Zahlen“ im Deutschlandtourismus – auch der sorgte 2014 wieder für ein Rekordergebnis –  für zumindest gefährdet erachten.

Im laufenden Jahr erwarten Reinhard Meyer, Präsident des Deutschen Tourismus­verbandes (DTV), und Dr. Michael Frenzel, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW), nach 424,1 Mio. Übernachtungen 2014 für das Reiseland Deutschland eine erneute Steigerung um ein bis zwei Prozent. Damit liegen sie „auf Kurs“ mit den Tourismusforschern der Stiftung für Zukunftsfragen und der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR), die im Rahmen ihrer aktuellen Umfragen für den deutschen Markt von einer ungebrochenen Reiselust und Steigerungsdaten von 1 bis 2 % für 2015 ausgehen.

Im Incomingtourismus nach Deutschland fallen die Prognosen sogar noch besser aus. Die von der World Tourism Organization (UNTWO) zugespielte Vorlage, die für den internationalen Reiseverkehr 2015 einen Zuwachs von 3 bis 4 % vorhersagt, nimmt Petra Hedorfer, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) auf und richtet den Blick sogar auf das nächste Jahrzehnt. Nach dem mit 75,6 Mio. Ausländerübernachtungen 2014 erzielten fünften Bestwert in Folge hat die DZT ihre Langzeitprognose bis zum Jahr 2030 nach oben korrigiert. „Basierend auf einem jährlichen Zuwachs von 3,5 % ist ein Potenzial von 121,5 Mio. Übernachtungen für das Deutschland-Incoming möglich“, verkündete Hedorfer auf der ITB.  

 

 

Setras 415 LE Business, Foto: Setra
Setra S 415 LE

Setra S 415 LE: Low-Entry zum Schnäppchenpreis?

Mit dem S 415 LE (bzw. S 416 LE) hat Setra sein noch junges Business-Programm um eine gefragte Kategorie für den Linieneinsatz ergänzt. Ob der in der Türkei gebaute Bus hält, was man von der Marke Setra erwartet?

Um es direkt klar zustellen: Die Business-Modelle sind die ersten und derzeit einzigen Bustypen, die für Setra in der Türkei produziert werden. Und: Sie sind nicht nur eine Ergänzung im Angebot der Neu-Ulmer, sondern eine klare Kampfansage an den wachsenden Wettbewerb im unteren Preissegment durch Importmarken. Dazu zählt beispielsweise die seit langem erfolgreich in Deutschland verkaufte Crossway-Baureihe von Iveco (früher Irisbus).

Realisiert wurde das Projekt „Business“ durch die Produktion im Evobus-Werk Hosdere (bei Istanbul), wo Mercedes-Benz Türk neben den Reisebussen Tourismo und Travego auch den Hochbodenbus Intouro und den Niederflurbus Conecto baut. Dank dem markenübergreifenden Modul-Baukasten konnte die Konstruktion der Setra-Varianten vergleichsweise rationell erfolgen. Schließlich ist der Mercedes-Bus Intouro (860 mm Bodenhöhe) im Prinzip eine abgespeckte Version des in Deutschland produzierten Überlandbusses Integro – der seinerseits von der Konstruktion her den UL-Bussen von Setra entspricht. Somit konnten die Business-Varianten weitgehend von vorhandenen Konzepten abgeleitet werden. 

Den kompletten Beitrag lesen Sie in unserer Rubrik "Fahrzeugtests". 

 

 

Der Kangoo Maxi Z.E. an der Ladestation, Foto: Görgler
Alternative Antriebe: Unterwegs mit dem Kangoo Z.E.

Alternative Antriebe: Unterwegs mit dem Kangoo Z.E.

Als Anbieter von elektrisch angetriebenen Fahrzeugen zählt Renault zu den Marktführern. Interessant für den Einsatz in Betrieben ist der Kangoo Z.E., den es vom Kastenwagen bis zum fünfsitzigen Kombi in zahlreichen Varianten gibt.

Für unseren Test hatten wir einen Kastenwagen vom Typ Kangoo Maxi Z.E. bekommen, einen typischen Minitransporter. Das Kürzel „Z.E.“ steht für „Zero Emission“, ein Hinweis auf den schadstofffreien Betrieb mittels Elektroantriebs. Darüber hinaus unterscheidet sich das Fahrzeug – zumindest von außen – nicht von seinen Geschwistern mit Verbrennungsmotor. Ebenfalls gibt es im Vergleich zum herkömmlichen Kangoo keine Nachteile bezüglich Raum und Zuladung. Denn bei einem Leergewicht von 1.580 kg beträgt die Nutzlast 595 kg und das Stauvolumen umfasst 4 m3, bei umgeklapptem Beifahrersitz sind es sogar 4,6 m3.

Zwar bringt das Batteriepack nahe der Hinterachse einiges Gewicht mit sich, doch fängt dies der Entfall von Schaltgetriebe und Kraftstofftank weitgehend auf. Lediglich die Bodenfreiheit differenziert um einige Millimeter, wobei die Höhe der Ladekante gleich geblieben ist. Somit eignet sich der Kangoo Z.E. als besonders umweltfreundliches Allzweckfahrzeug, wie es in jedem Betrieb gebraucht wird, beispielsweise für Serviceeinsätze im Linienbetrieb. 

Den kompletten Beitrag lesen Sie in unserer Rubrik "Fahrzeugtests".

 

 

Die MS Stavangerfjord wird ausschließlich mit LNG betrieben, wie man links der Schornsteine lesen kann, Foto: Fjord Line
„Grüne“ Fahrt auf hoher See

Logistik/Fährschifffahrt: „Grüne“ Fahrt auf hoher See

Seit dem 1. Januar 2015 gelten für alle Schiffe auf Nord- und Ostsee verschärfte Bestimmungen zur Regulierung des Schwefelgehalts in Treibstoffen. BUSMAGAZIN ist der Frage nachgegangen, wie sich die einzelnen Fährreedereien auf die neuen Anforderungen eingestellt haben und welche Auswirkungen die Umweltschutzinvestitionen auf die Preisstruktur der Fährpassagen haben.

Schwefeloxide (SOx) sind wasserlösliche Gase, die Mensch und Umwelt beeinträchtigen. Sie können Pflanzen schädigen und nach Ablagerung in Ökosysteme eine Versauerung von Böden und Gewässern bewirken. Aus diesem Grund gelten schon seit 2005 europaweit strenge Grenzwerte für SOx-Emissionen – zumindest an Land.

Doch auch zu Wasser sollen zukünftig weniger Schadstoffe an die Umwelt abgegeben werden. Gemäß den Vorgaben der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) in London gelten seit dem 1. Januar 2015 in den Emissionskontrollzonen ECA (Emission Control Areas) neue und schärfere Grenzwerte für den Schwefeloxidausstoß. Dazu zählen in Europa derzeit sowohl die Ostsee als auch die Nordsee inklusive Ärmelkanal.

Den gesamten Beitrag gibt es zum Download in der Rubrik "Fachbeiträge".

 

 

Jörg Peter Krebs, Foto: Sanne
„Wir rechnen mit einem Rückgang von 5 bis 10 Prozent“

„Wir rechnen mit einem Rückgang von 5 bis 10 Prozent“

Im Rahmen der ITB Berlin trafen sich Jörg Peter Krebs, Direktor Deutschland sowie Direktor Zentral- und Osteuropa bei „Schweiz Tourismus“ (Frankfurt) mit Chefredakteur Dirk Sanne zum Meinungsaustausch. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Entkopplung des Franken vom Euro und die damit verbundenen wirtschaftlichen Folgen für den dortigen Tourismus.

BUSMAGAZIN: Herr Krebs, wie stellt sich für Sie und den Tourismus in der Schweiz die Kursentwicklung von Euro und Franken nach der Entkopplung im Januar dar?
Jörg Peter Krebs: Wir Schweizer wussten zwar alle, dass eine Entkopplung irgendwann kommen würde, aber der Zeitpunkt war auch für uns völlig überraschend. Ich hoffe persönlich, dass sich in einem Jahr die beiden Währungen stabilisiert haben. Zurzeit ist die Entwicklung zwischen Franken und Euro jedoch nicht kalkulierbar. Damit stehen wir Touristiker vor einer absolut neuen Herausforderung.

BM: Nicht nur die Touristik der Schweiz steht da vor neuen Herausforderungen…
Krebs: Richtig, unsere gesamte Exportindustrie ist schwer getroffen, aber für den Tourismus ist das Ende des Mindestkurses von 1,20 CHF je Euro fast fatal. Unsere Produkte haben sich von einem auf den anderen Tag um gut 17 % verteuert, allein durch den Umrechnungskurs. Der Tourismus ist zudem eine Branche, die – im Gegensatz zum produzierenden Gewerbe – ihre Erzeugnisse bzw. ihre Leistungen nicht ins preiswertere Ausland verlagern kann.


 

Chefredakteur Dirk Sanne
Chefredakteur Dirk Sanne

Editorial: ITB Berlin - Ziemlich viel Euphorie

Ausgebuchte Messehallen, mehr Fachbesucher aus aller Welt und höherer Umsatz so lauten die Schlagzeilen, die die Messe Berlin, als Veranstalter zum Abschluss der ITB Berlin veröffentlichte. In allen Segmenten meldet man Plus. Mehr Internationalität, mehr Kongressbesucher, längere Verweildauer der Fachbesucher auf der Messe und, und, und…

Eine Begründung für den riesigen Erfolg liefern die Berliner auch gleich mit: „Stimuliert durch sinkende Energiepreise bei niedrigen Zinsen, eine geringe Inflation und positive Konjunkturaussichten für die Eurozone und Nordamerika geht die Branche mit größten Erwartungen in das laufende Reisejahr.“ Krisen, Kriege und Katastrophen, wie wir sie zurzeit in Griechenland, in der Ukraine oder mit dem Wirbelsturm „Pam“ erleben bzw. erlebt haben, scheinen also die Erwartungen, der Urlaubsstrategen nicht zu dämpfen.

Auch hierzulande liegt demnach für die kommenden Jahre alles im grünen Bereich: Besondere „in Deutschland herrscht beim Verbraucher gegenwärtig eine ausgelassene Urlaubsstimmung. Positive Tarifabschlüsse und die anhaltende stabile Entwicklung  auf dem Arbeitsmarkt bei sinkenden Lebenshaltungskosten sorgen für ausgeprägte Kauflaune und motivieren die Bürger mehr denn je, ihr Geld für eine Urlaubsreise auszugeben. Davon profitiert insbesondere das Segment der Luxusreisen“ (Messe Berlin).

Die internationale Leitmesse in Sachen Tourismus verbreitet also in ihrem Statement zum Messeende Euphorie. Doch Vorsicht, Abschlusskommuniqués derartiger Verkaufsveranstaltungen neigen gerne aus purem Eigeninteresse der Berichterstatter ein wenig dazu, sich selbst zu sehr zu loben. Da sind die Berliner nicht anders als andere Veranstalter. Dass die Zahl der Aussteller und die Anzahl der auf der ITB vertretenden Länder sich gegenüber 2014 leicht reduziert haben, findet man beispielsweise so nicht im offiziellen Papier…

Die Redaktion von BUSMAGAZIN war auch 2015 selbst vor Ort und hat sich einen ganz eigenen und unabhängigen Eindruck von der Messe verschafft. Diesen stellen wir in unserem Top-Thema zur ITB Berlin (ab Seite 34) detailliert vor.

Wir wünschen Ihnen bei unserer Messeanalyse ein informatives Lesen.

Ihr Dirk Sanne (Chefredakteur)

Kontakt: d.sanne(at)kirschbaum.de