Busmagazin 05/2013

 

 

 

 

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Top-Thema: Gedränge auf dem Fernbusmarkt

40 verschiedene Anbieter tummeln sich derzeit im Fernbusmarkt
Gedränge auf dem Fernbusmarkt

Der Hype um den Fernbus beschäftigt auch mittelständische Busunternehmen in Deutschland. Doch ist er gerechtfertigt? Und wie wird sich der Markt entwickeln? Ein Überblick.

Das Fernbuslinienangebot in Deutschland explodiert geradezu seit Inkrafttreten der PBefG-Änderung und der damit verbundenen ­Liberalisierung des Fernbusmarkts zum 1. Januar. Im März umfasste es laut einer Studie des Iges Instituts in Berlin bereits 65 bestehende sowie geplante Strecken von ca. 40 verschiedenen Anbietern und damit 50 % mehr als 2012 – Tendenz weiter steigend. Hinzu kommen noch rund 60 Flughafenanbindungen und touristische Linien.

Doch wie wird die Entwicklung eines Markts weiter verlaufen, auf dem es noch keine wirklich belastbaren Zahlen und damit große Unsicherheiten über Nutzer- und Mobilitätsverhalten sowie Kundenakzeptanz gibt?  In diesem Zusammenhang lohnt ein Blick ins europäische Ausland, wo die Deregulierung des Fernbusverkehrs bereits eine Zeit zurückliegt. Vorreiter war hier Groß­britannien mit der Markt­öffnung im Jahr 1980 in der Ära Thatcher.

 

Fahrbericht Temsa Safari 13 HD: Auf Kapazität getrimmt

Im Test: der Temsa Safari 13 HD
Fahrbericht Temsa Safari 13 HD

Der Reisehochdecker Safari ist seit zwölf Jahren im Programm von Temsa und zählt zu den bewährten Produkten des türkischen Herstellers. Mit Edelstahlkonstruktion und praxisrelevanter Ausstattung gab der Zweiachser auf der BUSMAGAZIN-Testrunde eine beachtenswerte Vorstellung ab.

Temsa bietet derzeit ausschließlich Zweiachser an. Die Baureihe Safari umfasst die 3,61 m hohen Reisehochdecker HD 12 (12,28 m) und HD 13 (13,08 m) sowie die „Allzwecklösung“ RD 12 bzw. RD 13 – um 19 cm niedriger gebaut, mit entsprechend geringerem Gepäckraum. Ein 2011 zur Busworld gezeigter Drei­achser (HD 14) soll erst mit Umsetzung der Euro-6-Varianten angeboten werden. Unser 13-m-Testbus war mit 49 Fahrgastsitzen im 4-Sterne-Abstand eingerichtet und laut Temsa für den Einsatz als Reisebus oder komfortabler Fernlinienbus vorgesehen.


Das Design ist unauffällig, jedoch ansprechend, mit gängigem Bogen vom seitlichen Bug bis hinauf an die Fensterbrüstung. Einzelne Rundleuchten an Front und Heck sowie Sicken oberhalb der Radkästen sind dezente Maßnahmen an den überwiegend glatten Flächen. Keine „La Linea“ oder sonstigen Kniffe, mit der die bustypisch lange Karosserie aufgelockert wird. Wer den Safari optisch aufwerten möchte, erreicht dies am besten durch eine individuelle Aufmachung mittels Folienmotiven.

Den kompletten Beitrag lesen Sie in unserer Rubrik "Fahrzeugtests".

Euregio-Special: Bühne frei für Urlaub im Herzen Europas

Frisch renoviert ist die Königliche Oper von Wallonien in Lüttich ein echter Hingucker
Urlaub im Herzen Europas

Drei Länder und vier Regionen aus der Euregio Maas-Rhein gehen touristisch neue, grenzüber­greifende Wege. BUSMAGAZIN begleitet die Initiative seit Anfang 2013 (siehe Ausgaben 01/2013, 02/2013 und 03/2013) und hat das Thema „Urlaub im Herzen Europas“ aus Marketingsicht, unter dem Stichwort Städtereisen und im Rahmen eines Interviews aufgegriffen. Nun starten wir zu einer ausgearbeiteten Reise ins Dreiländereck.

Eins vorweg, die folgende Tour ist kein Gedankenspiel, sondern Realität. Sie kann beim Belgien-Spezia­listen sowie langjährigen RDA- und VPR-Mitglied Active Sales Management (ASM) gebucht werden. Zum RDA-Workshop im Sommer wird das Package vier Tage Urlaub im Herzen Europas als eigenständige, achtseitige Broschüre aufgelegt.

ASM-Geschäftsführer Ulrich Moser rechnet mit einer gesteigerten Aufmerksamkeit und mehr Buchungen für die Region. „Wir wollen Busreiseveranstalter für diese nicht so bekannte Gegend gewinnen. Was uns dabei besonders überzeugt, ist der Gedanke eines Europas in Europa“, verdeutlicht Moser.

Edle Vierbeiner als lukratives Gruppenreiseziel

Akrobatik, Tanz, Lichteffekte und natürlich edle Pferde gehören zur Show von Apassionata
Pferdetourismus

Der Pferdetourismus boomt. Auch für Gruppenreiseveranstalter wird das „Erlebnis Pferd” zunehmend interessanter. Zudem ist es abwechslungsreich und bietet Busunternehmen eine Vielfalt an möglichen Programmpunkten. BUSMAGAZIN zeigt die Palette vom Gestütbesuch bis zur Pferde-Show auf.

Das Pferd – für unsere Vorfahren war es ein wichtiger Wegbereiter hin zur heutigen Kultur. Es war u. a. Hofhelfer, Zugtier, Waldarbeiter, Soldatenträger. Noch heute fasziniert uns das Huftier. Für viele Kinder ist Reiten ein beliebter Sport und Familien finden oft „das Glück der Erde“ und Entspannung während Reiter­ferien, die landesweit in großer Zahl angeboten werden. Doch auch Nicht-Reiter lockt das „Erlebnis Pferd“.

Eine Studie, die die Deutsche Reiterliche Vereinigung 2001 in Auftrag gegeben hatte, ergab, dass rund 8,7 Mio. Menschen am Thema Pferd und Pferdesport interessiert sind. Das ist eine riesige Zielgruppe, der sich auch die Tourismusverbände zuwenden. Eine Untersuchung der BTE Tourismus- und Regionalberatung hat im Rahmen der Marktanalyse „Tourismus rund ums Pferd“ herausgefunden, dass das Interesse an Pferden sich nicht allein auf das Reiten konzentriert. Am beliebtesten ist demnach der Besuch von Pferdeveranstaltungen (53 %).  

Kulturreisent: Riga leuchtet 2014 besonders bunt

Das Schwarzhäupterhaus auf dem Rathausplatz der lettischen Hauptstadt Riga
Riga leuchtet 2014 besonders bunt

Die lettische Hauptstadt Riga ist im nächsten Jahr Europäische Kulturhauptstadt. Mit rund 200 Kulturprojekten und -veranstaltungen, da­runter Opern, Ausstellungen und Festivals, ist der Event-Kalender prall gefüllt. BUSMAGAZIN stellt Highlights für Gruppenreiseveranstalter vor.

Mehr als 50 eng beschriebene DinA4-Seiten umfasst der Veranstaltungskalender des Kulturhauptstadtjahres 2014 in Riga. Interessierte Reiseveranstalter können ihn (in englischer Sprache) von der Homepage herunter­laden oder online nach spannenden Events durchsuchen. Anna Muhka, Leiterin Kommunikation und Marketing von Riga 2014, charakterisiert das umfangreiche Programm in der lettischen Hauptstadt als eine „Mischung aus Hochkultur und Lebensfreude, aus Tradition und Inspiration“.

Ein Schwerpunkt ist ohne Zweifel die Musik. Schon am Eröffnungswochenende (17.- 19. Januar) steht die Premiere von Richard Wagners Oper Rienzi, die er als Kapellmeister von Riga begann, auf dem Spielplan. Zahlreiche Festivals – von Blasorchester über Jazz bis Oper – finden statt. Unter dem Motto „Born in Riga“ geben außerdem be­kannte Musikstars (Klassik, Oper), die in Lettland geboren wurden, eine ganze Reihe von Solokonzerten.

Editorial/Fernbusmarkt: Aufbruchstimmung – nur wohin?

Chefredakteur Dirk Sanne
Chefredakteur Dirk Sanne

Seitdem der Markt liberalisiert ist, greift der Hype um den deutschen Fernbusmarkt um sich. Die mittelständischen Busunternehmen in Deutschland sind nunmehr wie elektrisiert und die ersten Fahrzeuge ­rollen bereits über die Autobahnen: Die grünen Wagen von Mein-Fernbus, die weißen von Eurolines oder die orange-blauen von Flix-Bus.

Auch Post und ADAC wollen bald gemeinsam in das Geschäft einsteigen. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) bietet bereits eine erste Suchmaschine zwecks Anschlussvermittlung an. Und Aldi verkauft Verbindungen von Univers Reisen im World-Wide-Web. (Allerdings ist das Fernbusangebot auf der Aldi-Internetseite recht gut versteckt!)

Das Fernbuslinienangebot in Deutschland explodiert also geradezu seit Inkrafttreten der PBefG-Änderung und der damit verbundenen Libera­lisierung des Fernbusmarkts zum 1. Januar 2013. Im März gab es laut einer Studie des Iges Instituts in Berlin bereits 65 bestehende sowie geplante Strecken von ca. 40 verschiedenen Anbietern und damit 50 % mehr als 2012 – Tendenz weiter steigend. Hinzu kommen noch rund 60 Flughafenanbindungen und touristische Linien.

Also eine einzige Erfolgsstory? Ist der Optimismus für mittelständische Anbieter, den auch IBV und bdo ausstrahlen, gerechtfertigt? Das wäre zu wünschen. Noch ist der Geschäftszweig jung, belastbare Zahlen für ein klares Bild wird es erst in einigen Jahren geben können.

Blickt man jedoch ins europäische Ausland, wo die Deregulierung des Fernbusverkehrs bereits eine erhebliche Zeit zurückliegt, zeigt sich nicht nur Sonnenschein. In Großbritannien fand unter der kürzlich verstorbenen Margaret ­Thatcher die weitgehende Liberalisierung des Busreisemarktes bereits seit 1980 statt. Elan und Optimismus waren damals auch dort unter allen Busunternehmen groß, und viele starteten bereitwillig in dieses neue Geschäftsfeld.

Doch heute findet sich dort nur noch eine quasi-monopo­listische Struktur mit dem international agierenden Verkehrskonzern National Express als Marktführer. Bei geschätzten 75 bis 83 % Marktanteil dominiert National Express den Fernbusverkehr auf der Insel. Der einzige weitere große Anbieter ist Stagecoach mit seiner Tochter Citylink mit 10 bis 11 % Anteil am Kuchen.

Wer in dieses Geschäft einsteigen will, tut also gut daran, genau hinzusehen und genau zu rechnen. Wir nehmen uns in unserem Top-Thema „Gedränge auf dem Fernbusmarkt“ (ab Seite 8) der Sache gründlich an, lassen Experten zu Wort kommen und analysieren detailliert die Gefahren des Marktes. Wir beleuchten aber zugleich auch das Potenzial des Fernbusverkehres und das der richtigen Allianzen für den Mittelstand.

Wir wünschen informatives Lesen!

Ihr Dirk Sanne (Chefredakteur)

Kontakt: d.sanne(at)kirschbaum.de

 

 

 

Fotos: FkixBus, DeinBus.de, Univers reisen, City2City, Görgler, FTPL, Apassionata, Rolibi/www.pixelio.de, Verlag