Ausgabe 5/2015

Busmagazin 05/2015

 

 

 

 

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Seit 2010 ist die Bonner Innenstadt rund um Münster, Uni und Hofgarten Umweltzone, Foto: Michael Sondermann/Bundesstadt Bonn
Reisebusse willkommen in der Umweltzone!

Top-Thema: Reisebusse willkommen in der Umweltzone!

Wirken sich Umweltzonen negativ auf den Bustourismus auf, wie pessimistischer Prognosen in der Vergangenheit nahelegten? In Bonn jedenfalls hat sich diese Maßnahme der Luftreinhaltung bewährt.

Zugegeben: Mit Weltstädten wie Berlin oder München ist Bonn, was das touristische Angebot angeht, sicher kaum zu vergleichen. Doch auch die Stadt am Rhein hat ihre Reize und Sehenswürdigkeiten. Als Schwerpunktthemen haben sich in den vergangenen Jahren Beethovenstadt, Aktivregion, Kunst und Kultur, der romantische Rhein und zahlreiche Events wie „Rhein in Flammen“ oder der Weihnachtsmarkt herauskristallisiert.

Und natürlich das politische Erbe. Bonn zehrt noch immer vom Ruf des historischen Ortes, an dem nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg bundesrepublikanische Aufbaugeschichte geschrieben wurde. Die deutsche Hauptstadt Bonn mit ihrem parlamentarischen Betrieb wird trotz des Verlusts ihrer Funktion immer ein Sinnbild für ein anderes Deutschland bleiben.  

 

 

Weltbekannt: die gelben Schulbusse von Blue Bird, Foto: Blue Bird
Schulbusspezialist wagt sich auf urbanes Terrain

Top-Thema: Reisebusse willkommen in der Umweltzone!

Die unverkennbaren „schulbusgelben“ Fahrzeuge von Blue Bird sieht man überall in den Vereinigten Staaten, in Filmen und auch hin und wieder im Ausland. Jetzt wollen es die Experten für Schülertransporte wissen und nehmen Kurs auf die Stadt. In einem Gespräch vor Ort gab es Neues über das Unternehmen und dessen neuen Produktzuwachs zu erfahren.

Wenn man den Namen Blue Bird hört, denkt man eher an den kleinen, possierlichen Eisvogel oder das raketenartige Fahrzeug gleichen Namens, mit dem Malcolm Campbell zwischen 1924 und 1935 neun Geschwindigkeitsrekorde gebrochen hat. Weder mit Fliegen noch mit Hochgeschwindigkeit hat es ein anderer Blue Bird im Sinn. Die Rede ist von dem gleichnamigen und traditionsreichen amerikanischen Schulbushersteller mit Hauptsitz in Fort Valley im Bundesstaat Georgia.

Seit 88 Jahren im Business und mit aktuell 1.500 Mitarbeitern einer der Marktführer als Schulbusfertiger weiß die nordamerikanische Firma Blue Bird genau, mit welchen Argumenten die Erfolgsgeschichte des Unternehmens und dessen Produkte zu untermauern sind. Gerne lässt man erst einmal Fakten zum Thema Sicherheit sprechen.

 

 

Präsident Richard Eberhardt (r.) und der RDA-Vorstand bei der Mitgliederversammlung in Leipzig, Foto: RDA
gbk/RDA/IBV: Jahresknallversammlung

gbk/RDA/IBV: Jahresknallversammlung

Die 64. RDA-Jahreshauptversammlung geht definitiv in die Geschichte des Bustouristikverbands ein. Mehr Realityshow und „Dschungelcamp“ haben die in Leipzig versammelten RDA-Mitglieder vom Spitzengremium ihres Verbands noch nicht gesehen. Nach einem fast sechsstündigen Sitzungsmarathon ging es zum Abendessen in den – wie passend – Dschungel des Zoo Leipzig. Zuvor wurde Busunternehmer Heinrich Marti (Ernst Marti AG) als Nachfolger des nicht mehr kandidierenden und mit stehenden Ovationen verabschiedeten Konrad Behringer (Behringer Touristik) einstimmig zum neuen RDA-Vizepräsidenten gewählt.

Zu diesem Zeitpunkt gab es noch zwei „Vize“ beim Bustouristikverband, am Ende einer turbulenten Sitzung trat Hermann Meyering von seinem Amt als RDA-Vizepräsident mit sofortiger Wirkung zurück. Der Vorsitzende der gütegemeinschaft buskomfort (gbk) monierte als federführender Projektleiter der Imagekampagne und Internetbuchungsplattform bus.de den fehlenden Rückhalt seitens der RDA-Basis. „Meine Entscheidung ist endgültig“, sagte ein enttäuschter Meyering, der sich auch von Beschwichtigungsversuchen einzelner RDA-Mitglieder nicht mehr umstimmen lassen wollte. 

Den kompletten Beitrag lesen Sie in unserer Rubrik "Fachbeiträge".

 

 

Deutsch-russisches Museum in Berlin-Karlshorst, Foto: Schadewald
Wo das Ende des Zweiten Weltkriegs besiegelt wurde

Wo das Ende des Zweiten Weltkriegs besiegelt wurde

In Berlin-Karlshorst unterzeichnete vor 70 Jahren Deutschland die bedingungslose Kapitulation. In dem historischen Gebäude befindet sich seit 1967 ein Museum, das an jene Epoche erinnert.

Dienstag, 8. Mai 1945: Vom Flughafen Berlin-Tempelhof kommend fahren die Wagenkolonnen durch die zerstörte Reichshauptstadt zum einstigen Offizierskasino der Wehrmachtspionierschule nach Karlshorst. In diesem 1938 eröffneten Gebäude schlug bereits Ende April 1945 die 5. sowjetische Stoßarmee unter Generaloberst Nikolai Erastowitsch Bersarin ihr Hauptquartier auf. Nun trafen sich dort Alliierte und Feinde, um einen endgültigen Schlussstrich unter den fast sechsjährigen Krieg zu ziehen.

Bereits am Vortag wurde im nordfranzösischen Reims die deutsche Kapitulation im Hauptquartier des Oberkommandierenden der westlichen Expeditionsstreitkräfte, General Dwight D. Eisenhower, unterzeichnet.

 

 

Rathaus und Marktplatz von Breslau, Foto: Schadewald
Breslau

Breslau: Kultureller Reisemagnet an der Oder

Als Europäische Kulturhauptstadt 2016 wird Breslau, das im Polnischen Wrocław heißt, seine Attraktivität weiter steigern. Schon bis dato war die mehr als 1.000 Jahre alte Odermetropole ein kultureller Reisemagnet.

Wrocław ist nicht nur schlechthin die Metropole der Woiwodschaft Dolnośląskie, sondern sie wurde und wird durch ihre mehr als 1.000-jährige Geschichte geprägt. Das ehemalige Breslau gehörte einst zu Böhmen, später zu Österreich und zu Deutschland. Der besondere Charakter der Stadt begründet sich außerdem durch den völligen Bevölkerungsaustausch, der nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte. Die knapp 640.000 Einwohner stammen aus den unterschiedlichsten Regionen. Die meisten von ihnen sind Vertriebene und kamen aus östlichen Gebieten, die jetzt zur Ukraine gehören. Sie alle brachten ihre Kultur mit und bereicherten die südwestpolnische Oderstadt.

Wrocław ist aber im letzten Jahrzehnt auch offenbar eine Zwergenmetropole geworden. Überall im Stadtbild tauchen irgendwo am Wegesrand die originellen Wesen in den unterschiedlichsten Varianten auf. Waren es anfangs nur sehr vereinzelte Exemplare, die sich in der Öffentlichkeit blicken ließen, existieren inzwischen weit über 200 dieser kuriosen Metallwichtel.

 

 

Redakteur Ralf Theisen
Redakteur Ralf Theisen

Editorial: Viel und ganz wenig Staub

Die RDA-Mitgliederversammlung in Leipzig ist Geschichte, ebenso wie Konrad Behringers Ära und Hermann Meyerings Rolle jeweils als Vize-Präsident des Verbandes. Während Behringer seinen Rückzug aus dem Vorstand lange angekündigt hatte, tat gbk-Präsident Meyering dies mit einem Knalleffekt. Die Entscheidung der in Leipzig anwesenden Mitglieder, die Finanzierung der geplanten Internetplattform www.bus.de vorerst auf Eis zu legen, war für deren Hauptbefürworter offensichtlich ein Schlag ins Gesicht.

Reichlich Staub wirbelte aber nicht nur Meyerings überraschende Demission, sondern auch die aktuelle Finanzlage des RDA auf. So haben u. a. Verbandsaustritte und Sparzwänge von Ausstellern und (Nicht-)Besuchern des RDA-Workshops die Verbandsfinanzen in eine Schieflage gebracht.

Kein Grund zur Panik, aber Sparen auf breiter Front tut Not. Zum Ausgleich der Finanzen dürfen auch die RDA-Mitglieder ihren Beitrag leisten, denn die Erhöhung der Beiträge um durchschnittlich 500 Euro pro Jahr und Unternehmen ab 2015 ist beschlossene Sache. Was auf der turbulenten Mitgliederversammlung noch verabschiedet oder zumindest diskutiert wurde, lesen Sie in unserem Bericht ab Seite 38.

Wenig Staub hat dagegen die Einführung einer Umweltzone zur geregelten Zufahrt in die Stadt Bonn aufgewirbelt. Seit Juli 2014 gilt ausschließlich die grüne und damit „schärfste“ Stufe der Schadstoffplakette für alle Fahrzeuge, auch für Busse.

Erfreulicherweise ist in der ehemaligen Bundeshauptstadt weder eine Belastung durch Feinstaub noch eine negative Auswirkung der strikten Zufahrtsregelung für den (Bus-)Tourismus nachzuweisen. Im Gegenteil: Aus Quellmärkten wie Großbritannien und den Niederlanden machten sich noch nie so viele Bustouristen wie 2014 auf zur Fahrt an den Rhein. Als Städtereiseziel darf sich Bonn aktuell sogar über einen Zuwachs von 40 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum freuen.

Während touristische Betriebe in anderen deutschen Städten „not amused“ über die Zufahrtsbeschränkung sind, bleibt Bonn in dieser Hinsicht äußerst gelassen. Man muss bei grün nicht immer gleich schwarzsehen, was wir in unserem Top-Thema ab Seite 26 am Beispiel der Beethovenstadt belegen können.

Wir wünschen Ihnen ein informatives Lesen.

Ihr Ralf Theisen (Redakteur)

Kontakt: r.theisen(at)kirschbaum.de