Busmagazin 06/2013

 

 

 

 

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Top-Thema: Umweltzonen - Wirkung weiter umstritten

Ob Umweltzonen wirksam die Feinstaubbelastung senken, ist immer noch unklar
Umweltzonen

In Sachen Umweltzone als Feinstaubbremse ist sich die Wissenschaft uneins. Die einen sagen, die Zonen bringen was, die anderen sagen, sie bringen nix. Und: beide haben Recht…

Der Streit um den Nutzen von Umweltzonen ist so alt wie diese selbst. Im Grunde sogar älter. Schließlich hatte es bereits vor der Einführung der ersten Fahrbeschränkungen in deutschen Ballungsgebieten am Anfang des Jahres 2008 heftige Diskussionen über Sinn und Unsinn dieser Maßnahme zur Luftreinhaltung gegeben.

Zu manchen Zeiten drohte sie, in eine Art Glaubenskrieg auszuarten. Es geht ja um nichts weniger als etwas, das dem Deutschen sehr lieb ist: sein Fahrzeug und seine Mobilität. Es geht aber auch um den Hand­werker, der Angst um sein Geschäft hat, weil er mit seinem alten Lieferwagen die Zone nicht mehr befahren darf. Es geht auch um den Reisebusunternehmer, der ohne entsprechende Plakette am Fahrzeug seine Gäste nicht mehr zu den Sehenswürdigkeiten in Innenstädten bringen kann.

Geändert hat sich bis heute nichts: Gän­gelei des Autofahrers und zu großer bürokratischer Aufwand sagen die einen, effiziente Maßnahme zur Bekämpfung des Feinstaubproblems in deutschen Ballungsgebieten und damit Gesundheitsvorsorge die anderen.
 

MB Integro Euro 6: Ein Triebwerk voller Drehfreude

Im Test: der Integro (Euro 6) von Mercedes-Benz
MB Integro Euro 6

Der Doppelverdiener Integro von Mercedes-Benz überzeugt bereits bisher in Sachen Ausstattung und Fahrkomfort. Die neue 7,7 l große Euro-6-Maschine, arbeitete in unserem Testauto zudem sehr souverän und auffällig leise.

Busse mit 860 mm hohem Boden – wie die Baureihe Integro – lassen sich im Überlandverkehr vielerorts noch „auf Linie“ einsetzen. Vor allem, wenn Sie mit Hebebühne ausgestattet sind und damit auch Fahrgästen mit Rollstuhl einen akzeptablen Einstieg gewährleisten. ­Darüber hinaus wird diese Kategorie Bus zumeist auch für Ausflüge oder gar Wochenendtouren genutzt. Der vorhandene – wenn auch knappe – Kofferraum sowie die vielseitig erweiterbare Ausstattung machen dies möglich. Entsprechend sollte auch der Antrieb ausgelegt sein, sparsam im Linien­betrieb, dabei kraftvoll genug für schwierige topografische Gegebenheiten.

Bereits in unserer April-Ausgabe ­hatten wir verschiedene ­Konfigurationen von Euro-6-Antrieben in Doppelverdienern der Marke Setra vorgestellt. Die Fahrvorstellungen mit manuellen Getrieben und Wandlerautomaten über die Schwäbische Alb waren durchaus beeindruckend. Diesmal starteten wir in die Eifel, wieder mit einer anderen Konfiguration an Bord.

Den kompletten Beitrag lesen Sie in unserer Rubrik "Fahrzeugtests".

Messevorschau: Plädoyer für den RDA-Workshop

Der RDA-Workshop findet vom 23. bis 25.7. wieder in Köln statt
Plädoyer für den RDA-Workshop

Mancher Busreiseveranstalter ist dem RDA-Workshop in den zurückliegenden Jahren fern geblieben. Dabei lohnt gerade die aktuelle Ausgabe vom 23. bis 25. Juli in Köln mit spannenden „Add-ons“ und wertvollen Gesprächsgelegenheiten.

Im Nörgeln war die Branche immer schon groß: Das Busreisegeschäft läuft schlecht, die Fahrzeuge sind heute zu teuer oder der RDA-Work­shop ist auch nicht mehr das, was er mal war und findet zudem zum falschen Termin statt. Die Argumente sind über die Jahre und Jahrzehnte austauschbar – dennoch macht das Gros der Gruppenreiseveranstalter immer noch gute Geschäfte. Und der Kölner Branchentreff öffnet weiterhin im Juli seine Pforten.

Die kritischen Töne zum RDA-Workshop stammen vor allem von jenen, die in den vergangenen Jahren der Messe in der rheinischen Metropole ferngeblieben sind. Denn die Stimmung unter den Fachbesuchern vor Ort war zuletzt gut. 73 % der Einkäufer erteilten Aufträge oder vereinbarten eine Option – eine ansehnliche Quote. Und den Workshop-Termin stellen mit über 70 % Befürwortern laut Besucherumfrage weniger denn je in Frage. 

Wolff Ost-Reisen: Impulsgeber für eine ganze Branche

Das Team der "Wölffe" auf dem RDA-Workshop 2012
Wolff Ost-Reisen

Wolff Ost-Reisen ist Paketreiseveranstalter der ersten Stunde, genau genommen seit 1964. Im kommenden Jahr feiert das Team um Kirsten und Hartmut Wolff „50 Jahre Wolff und Osteuropa“. Der Impuls von damals, die Grenzöffnung zur früheren Tschechoslowakei, ist für das Unternehmen bis heute Motivation, die tägliche Arbeit mit Neugier, Spaß und Instinkt für das Besondere anzugehen.

Manchmal braucht es gar nicht viele Worte, um Wertschätzung auszudrücken. „Der Wolff, der kann´s“. So brachte Ansgar Zoller, damaliger Chef des Paketreiseveranstalters und Frankreich-Spezialisten La Cordée und heute als „100ProzentFrankreich.de“ Dienstleister für die Gruppen- und Bustouristik, seine Bewunderung über die Paketerkollegen auf den Punkt.

Anlass war 2009 ein Artikel in unserer Dezember-Ausgabe über den Besuch von BUSMAGAZIN im Firmensitz von Wolff Ost-Reisen in Furth im Wald. „Der Wolff“ – damit meinte Zoller nicht nur den Geschäftsführer Hartmut Wolff, sondern das gesamte Unternehmen. Das in der Branche unbestrittene Können der 1958 als Omnibusunternehmen gegründeten "Wölffe" gilt bis heute – und auch für die Herausforderungen der Zukunft.  

Den gesamten Beitrag finden Sie zum Download in unserer Rubrik "Fachbeiträge".

Mit BTO auf Infotour durch Burgenland & Wienerwald

Die BTO-Gruppe lauscht aufmerksam bei der Stadtführung in Baden
Infotour durch Burgenland & Wienerwald

Keine Luftschlösser präsentieren, sondern Programmpunkte und Hotels, die für viele Gruppen geeignet und bezahlbar sind. Unter diesem Motto stand auch die diesjährige Infotour des Neustrelitzer Paketreiseveranstalters BTO nach Österreich ins Burgenland und in den Wienerwald. Fazit von BUSMAGAZIN: sehens- und liebenswerte Region, gelungene Tour, gute Organisation auch dann, wenn ausnahmsweise mal nicht alles wie am Schnürchen klappt.

Plan B, sofort. Sonntag, 14.4., Marathon in Wien, kein Durchkommen für den Reisebus. Die Interessen von rund 40.000 Läufern wiegen schwerer als die der 16 Teilnehmer der BTO-Infotour „Burgenland & Wienerwald“. Die hatten sich nach einem Heurigenbesuch mit „Brettljause“ im schicken Wiener Vorort Grinzing auf die Stadtrundfahrt auf der mit architektonischen Highlights gespickten Ringstraße gefreut. Was nun, ersatzlos streichen, Fußmarsch, bei Kaffee und Kuchen aussitzen?

Nach kurzer Überlegung geleiten die  BTO-Organisatoren Eike Sielaff und Bastian Langguth die Gruppe nach dem Ausstieg vor der Oper zur dahinterliegenden Albertina. Vor dem Museums­tempel steht er in Reih und Glied, der Plan B. Kurze Verhandlung und dann setzen sich vier vollbesetzte Fiaker bei Sonnenschein zur Open-Air-Stadtrundfahrt in Bewegung.

Editorial: Umweltzonen - helfen nix, helfen doch?

Chefredakteur Dirk Sanne
Chefredakteur Dirk Sanne

Die Umweltzonen sind in ihrer Bedeutung umstritten. Zur Münchner Schutzzone schreibt z. B. Peter Morfeld, Studienleiter beim Institut für Epidemiologie und Risikobewertung in der Arbeitswelt (IERA) in Essen: Sie habe „keine überzeugenden Wirkungen“. Denn im Schnitt war die Belastung mit Feinstaub, im Vergleich zu der Zeit vor den Fahrverboten nur um einen Prozentpunkt gesunken. So das Ergebnis der IERA-Pilotanalyse über die Luft in der bayrischen Hauptstadt. Auch für weitere 18 untersuchte deutsche Städte fällt das IERA-Urteil ähnlich ­vernichtend aus.

Das ist die eine Seite. Auf der anderen fand Professor Erich Wichmann (Helmholtz-Institut, München) heraus, dass die Umweltzonen in ­München und Berlin zu einer Reduzierung von 30 Prozent des verkehrsbedingten Dieselrußes führten. Hochgerechnet würden durch die beidem Umweltzonen jährlich ca. 100 Todesfälle durch Dieselruß vermieden, so seine wissenschaftlich fundierte Rechnung.

Wie das? Wie kommen zwei so renommierte Institute, zwei gestandene Experten zu so gegensätzlichen Urteilen? Wohlgemerkt: über die gleichen Umweltzonen! Und als reiche diese Verwirrung noch nicht – sowohl Morfeld als auch Wichmann haben Recht mit ihrer Aussage. Das ist ein Fazit unseres Top-Themas zu Feinstaub und Umweltzonen.

Denn es kommt einfach darauf an, was und wie gemessen wird. Über den richtigen Weg streiten sich nämlich in Deutschland noch die Fachleute: Das Gesetz sieht bei der Untersuchung von Umweltzonen eine PM10-Messung vor. Gemessen wird dabei Staub kleiner 10 Mikrometer. „Die PM10-Messung ist aber nicht sehr spezifisch, weil sie alle Feinstaubbestandteile vermengt. Dieselruß beispielsweise ist erkannter Maßen gesundheitsschädlich, gehört aber nicht zu den gesetzlich explizit vorgeschriebenen Messgrößen“, sagt der Atmosphären-Physiker Wolfram Birmili vom Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (Tropos) in Leipzig.

Hinzu kommt: „Beim Ruß ist es leider ein Problem, dass man sich bisher nicht auf ein einheitliches Messverfahren einigen konnte“ (Birmili). Die einen arbeiten mit der thermogra­phische Methode, die anderen setzen auf das ­Lichtabsorptionsverfahren. Zudem können sogenannte Hintergrundeffekte das Bild über die ­Leistungsfähigkeit einer Umweltzone verfälschen. Darunter verstehen die Experten z. B. das Wetter, das die Datenlage gehörig durcheinanderwirbeln kann.

Vor welchen weiteren Schwierigkeiten die ­Wissenschaftler bei der Bewertung von Schutzzonen stehen und welche Lösungswege sie zukünftig verfolgen wollen, darüber berichten wir in unserem Top-Thema „Entscheidend ist, wie und was gemessen wird“.

Wir wünschen informatives Lesen. 

Ihr Dirk Sanne (Chefredakteur)

Kontakt: d.sanne(at)kirschbaum.de

 

 

 

Fotos: M. Schuckart/www.fotolia.de, Görgler, gbk (modifiziert), Wolff Ost-Reisen, Theisen, Verlag