Ausgabe 6/2015

Busmagazin 06/2015

 

 

 

 

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Telematik soll die Leistungsfähigkeit der Autobahnen erhöhen, Foto: Evobus
Funktioniert das Anti-Stau-Programm?

Top-Thema: Funktioniert das Anti-Stau-Programm?

Weniger Staus, weniger Unfälle, weniger CO2-Ausstoß. Das war das Ziel des Projektplans Straßenverkehrstelematik 2015, den der damalige Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer Anfang 2011 an den Start brachte. Gut vier Jahre sind seither vergangen und viele Gelder in die „intelligente“ ­Verkehrslenkung geflossen. Die Frage ist nur: Was wurde bisher umgesetzt und hat es etwas gebracht?

Seit Mitte März steuert auf der A9 in Fahrtrichtung Nürnberg zwischen der Anschlussstelle Allershausen und dem Autobahndreieck Holledau eine moderne Streckenbeeinflussungsanlage kombiniert mit temporärer Seitenstreifenfreigabe den Verkehr. Gut 20 km ist dieser Autobahnabschnitt lang, der als hochbelastet und stauanfällig gilt. Insgesamt 75 Sensoren erfassen hier nun den Verkehr und die aktuellen Umweltbedingungen, sodass aus diesen Daten die Anzeigen auf zwölf Schilderbrücken errechnet und geschaltet werden.

Eine ähnliche Anlage ist seit Anfang Februar auf der A3 zwischen der Anschlussstelle Limburg-Nord und der hessischen Landesgrenze nach Rheinland-Pfalz in Betrieb. Auf dem 8 km langen Autobahnabschnitt wurden zwölf Signalbrücken errichtet, die den Autofahrern je nach Situation Tempobeschränkungen, Lkw-Überholverbote und Stauwarnungen anzeigen.   

Den kompletten Beitrag zum Download gibt es in der Rubrik "Fachbeiträge".

 

 

Im Test: Futura FMD2-129, Foto: Görgler
Fahrbericht VDL Futura FMD2

Fahrbericht VDL Futura FMD2: Er läuft und läuft und läuft

Nicht nur aber besonders für den Fernlinieneinsatz bilden sogenannte Mitteldecker eine interessante Alternative. VDL hat mit dem 13 m langen Zweiachser FMD2-129 ein entsprechendes Angebot im Sortiment. Ein Bus, der in puncto Reichweite beeindruckt.

Zweifelsohne ist eine hohe Reichweite von Vorteil, ob auf der Fernlinie oder im Reiseeinsatz. Der FMD2 ist serienmäßig mit einem 330 l Tank bestückt, im Testbus sind es – durch den optionalen Zusatztank in Fahrtrichtung links – sogar 660 l. Als Antrieb dient die 271 kW (369 PS) starke Variante der Motoren-Baureihe DAF-MX 11 (10,8 l), kombiniert mit dem automatisierten AS-Tronic-Getriebe von ZF. Die lange Achsübersetzung (i = 2,93) zeigt schon, dass unser Bus für Fernstrecken konfiguriert worden war.

Um praxisgerechte Messwerte zu erzielen, war der Futura – bei einem Leergewicht von 13.520 kg (betankt, betriebsbereit) – mit Wassertanks auf den Sitzen und im Gepäckraum bestückt. Bei einer Bestuhlung für 55 (+1+1) Personen plus Testteam ergab sich so das aktuelle Gewicht von 17.850 kg.

Den kompletten Beitrag zum Download finden Sie in der Rubrik "Fahrberichte".

 

 

Geschäftsfeld Incoming: Die Europäer gaben 2014 für ihre Deutschlandreisen 29,5 Mrd. Euro aus, Foto: Sanne
Deutschland-Tourismus im Höhenflug

RDA-Workshop: Deutschland-Tourismus im Höhenflug

Man hat sich dran gewöhnt: Deutschland als Reiseland befindet sich seit Jahren auf dem Höhenflug. Ein Ende der Rekordjagd scheint kaum absehbar, zu stabil zeigt sich die positive Entwicklung insgesamt, aber auch in Teilaspekten der neuen Reisewelten.

Ob Natur-, Städte- oder Fahrradtourismus: Deutschland boomt weiter. Eine Entwicklung, die man als Trendwende auch dem RDA-Workshop 2015 in Köln wünscht. Die Vorzeichen dafür stehen gut. Während andere streiken, rollen Fern- und Reisebusse gewohnt zuverlässig durch die Lande und sorgen bei manchen Fahrgästen für verwundertes Staunen: Der moderne Omnibus bietet in der Regel Komfort, attraktive Preise und zuverlässigen Service. So lassen sich neue Kundengruppen erschließen und Imagegewinn für den Bus erzielen, wenn die Chancen erkannt und nicht zerredet werden.

Ob dabei Aktionen wie die Bus-Taufe eines Fernbusanbieters hilfreich sind, die ein Fahrzeug mit dem Namen des GDL-Chefs Claus Weselsky ausstatten, sei dahingestellt. Schadenfreude in der Öffentlichkeit angesichts streikender Lokführer, Fluglotsen, Piloten oder des Kabinen- und Bodenpersonals erscheint nicht die beste Strategie, eigene Stärken ins rechte Licht zu rücken. Denn die potenziellen Neukunden leiden unter den Streiks und die Mehrheit ist nicht gerade zu Scherzen aufgelegt. 

 

 

Die Hauptstadt kann man auch aus der wasserperspektive erleben, Foto: Visit Berlin/Philip Koschel
Berlin um die Ecke

Destination: Berlin um die Ecke

Pflichtprogramm mal ein wenig ändern und Platz für Neues schaffen? Abseits der üblichen Touristenmeilen bietet die Hauptstadt in den Kiezen Attraktionen, die meist bei einem Berlinbesuch übersehen werden.

Friedrich Wilhelm Voigt hatte im Herbst 1906 andere Sorgen, als dem Ort Köpenick zu Weltruhm zu verhelfen. Der mittellose Schuster war in seiner Verzweiflung in eine Hauptmannsuniform geschlüpft, um dann mit gutgläubigen Soldaten aus dem Rathaus die Stadtkasse zu rauben. Diese spektakuläre Aktion wurde natürlich bestraft – aber später auch bühnen- und kinotauglich.

Am 25. Juni wird im Köpenicker Rathaushof vor 570 Zuschauern das Musical „Der Hauptmann von Köpenick“ seine Welturaufführung erleben – mit Liedern in Berliner Mundart und witzigen Dialogen. Bereits seit 2000 können Touristen die einstige Hauptmann-Aktion vor Ort nachgespielt erleben. Denn jeweils mittwochs und samstags ab 11 Uhr findet am historischen Köpenicker Rathaus eine halbstündige Zeremonie statt, bei der der regionale Hauptmann-Garde-Verein jenen Coup den Touristen humoristisch präsentiert.

 

 

Spaß für Jung und Alt im Museum Ravensburger, Foto: Museum Ravensburger
Museen: Von Aktionstag bis Zeitzeugengespräch

Museen: Von Aktionstag bis Zeitzeugengespräch

Besucherorientierung ist heutzutage ein wichtiges Stichwort in der Museumsarbeit, speziell in der Museumspädagogik. Wie vielfältig die damit verbundenen Angebote sein können, zeigt BUSMAGAZIN im Folgenden anhand von sieben Ausstellungshäusern mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

Mal ehrlich: Ist das bei Ihnen anders? Ob Fernsehen, Zeitung, Radio, Internet oder Handy – Medien bestimmen maßgeblich unseren Freizeitalltag. Wie die Stiftung für Zukunftsfragen in ihrem Freizeit-Monitor 2014 herausgefunden hat, ist dieser Trend besonders bei jungen Leuten stark ausgeprägt: Unter den Top 10 der Lieblingsbeschäftigungen der Studienteilnehmer unter 30 Jahren rangierten auf den Plätzen eins bis neun Aktivitäten, die durch Medien bestimmt sind.

Keine guten Nachrichten für die Branche, sollte man meinen. Schließlich bringen PC-Spiele oder Social Media keine Busse ins Rollen. Und warum sollte man ins Museum, in eine Ausstellung oder Themenwelt gehen, wenn doch am heimischen Laptop oder PC alle Informationen abrufbar sind?

 

Chefredakteur Dirk Sanne
Chefredakteur Dirk Sanne

Editorial: Autonom und staufrei unterwegs?

Es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, wann sich die ersten autonom fahrenden Autos und bald danach Lkw und Omnibusse auf unseren Straßen bewegen werden.

Die ersten Prototypen sind bereits unterwegs. Vor zwei Jahren ­absolvierte eine S-Klasse die 100 km lange Route zwischen Mannheim nach Pforzheim im autonomen Fahrmodus. BMW-Modelle pendeln auf der Autobahn zwischen München und Nürnberg, Google kreuzt mit seinem Roboter-Prius durch Nevada und Kalifornien, und Daimler schickte unlängst den weltweit ersten autonom fahrenden Freightliner-Lkw mit Straßenzulassung durch Nevada.

Technisch scheinen die Selbstfahrkarossen also tatsächlich in den Startlöchern zu stehen. Aber es braucht wesentlich mehr, als nur funktionierende Technik.
Autonomes Fahren, mit all seinen Facetten, muss auch von der Gesellschaft als eine Form der Mobilität akzeptiert werden. Es entstehen im Vorfeld viele Fragen, die einer Klärung bedürfen: Braucht der Privatmensch zukünftig noch einen eigenen Wagen oder holt ihn in wenigen Jahren der Pkw wie ein Sammel-Taxi automatisch ab? Was wird mit jenen, die bisher sehr emotional mit ihren (Sport)Wagen und dem Selber-Fahren verbunden sind?

Wird im autonom rollenden Reisebus der Chauffeur zukünftig zur Stewardess degradiert? Und wer trägt beim Unfall die Verantwortung, wenn es keinen Fahrer mehr gibt?

Erst wenn alle ethischen, sozialen, juristischen, psychologischen und verkehrstechnischen Fragen geklärt sind, kann automatisiertes Fahren gesellschaftsfähig werden.

Um die Bevölkerung über den bevorstehenden Mobilitätswandel zu informieren und die Menschen auf diesem Weg mitzunehmen, hat die Daimler und Benz Stiftung nach zwei Jahren Forschungsarbeit ein Weißbuch zum Förderprojekt „Villa Ladenburg – Autonomes Fahren“ veröffentlicht. U. a. mit diesem Weißbuch als zukunftsgewandte Diskussionsbasis beschäftigen wir uns in unserem Top-Thema „Fahren ohne Fahrer“ auf Seite 28.

Darüber hinaus werfen wir einen Blick darauf, was aus dem Projektplan Straßenverkehrstelematik 2015 geworden ist. Er hatte weniger Staus, weniger Unfälle, weniger CO2-Ausstoß zum Ziel.

Auf den Weg brachte ihn Anfang 2011 der damalige Bundesverkehrsminister Peter ­Ramsauer (CSU). Gut vier Jahre sind seither vergangen und viele Gelder in die intelligente Verkehrslenkung geflossen. Die Frage ist nur: Was wurde bisher umgesetzt und hat es etwas gebracht? Beantworten werden wir Ihnen diese Frage nach dem Erfolg des Anti-Stau-Programms auf Seite 26.

Viel Vergnügen beim Lesen

Ihr Dirk Sanne (Chefredakteur)

Kontakt: d.sanne(at)kirschbaum.de