Busmagazin 09/2012

 

 

 

 

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Top-Thema: IAA Nutzfahrzeuge - Bus-Stopp in Hannover

IAA Nutzfahrzeuge

Vom 20. bis 27. September öffnen sich in Hannover die Messetore zur  64. Internationalen Automobilausstellung (IAA) für Nutzfahrzeuge. Unter dem Motto „Nutzfahrzeuge: Motor der Zukunft“ stellen dann wieder Unternehmen aus aller Welt innovative Produkte und Ideen vor. Das Segment Bus spielt dabei traditionell zwar nicht die allererste Geige, dennoch ist auch 2012 aus seinen Reihen wieder mit dem einen oder anderen Paukenschlag zu rechnen.

Die IAA ist die weltweite Leitmesse für Mobilität, Transport und Logistik. Hier trifft sich die automobile Nutzfahrzeugwelt. Bei der 63. Auflage des Branchentreffs vor zwei Jahren kam mehr als die Hälfte der 1.750 Aussteller aus dem Ausland, aus 43 Ländern. Insgesamt reisten rund 245.000 – nationale und internationale – Besucher an.

Eine leicht gestiegenen Ausstelleranzahl vermeldet der veranstaltenden Verband der Automobilindustrie (VDA) in diesem Jahr: Über.1 800 Austeller aus jetzt 46 Ländern präsentieren dieses Mal ihre technologischen Highlights der Nutzfahrzeug-, Transport-, Trailer- und Zuliefer­industrie. Darunter wird wieder eine Vielzahl von Neuheiten sein. Brandneue Fahrzeuge zeigen z. B. Setra und Neoplan mit ihren Modellen ComfortClass 500 und Jetliner an ihren Messeständen.

E-Busse: Die "Spannung" steigt

Der neue Solaris Trollino 18 Metrostyle (l.) und der diesel-elektrische Parallel-Hybridbus von Volvo
E-Busse

Elektromobilität mit dem Omnibus ist nicht neu. Allerdings ist das Thema vielseitiger denn je und reicht von Obussen über Hybrid- und Batterieantriebe bis hin zur Brennstoffzelle. Anlässlich der Fahrzeugschau zum Jubiläum 100 Jahre Stadtverkehr Esslingen (SVE) verschafft Busmagazin einen Überblick, welche Systeme derzeit am Markt sind.

Alternative Antriebe haben es im Wettbewerb mit dem Verbrennungsmotor nicht leicht: Die umweltfreundliche Technik ist teuer, schwerer und aufwendiger als die herkömmliche. Zudem arbeiten Dieselmotoren – die einstigen „Stinker“ – heute sauberer denn je, was den Umstieg zusätzlich hemmt. Jedoch geben Förderprogramme Anreiz zum Testbetrieb, beteiligte Verkehrsunternehmen sammeln Erfahrungen und profitieren vom positiven Image. Dass der gute alte Obus als umweltfreundliches ÖPNV-System noch nicht ausgedient hat, belegt das wieder wachsende Interesse deutscher Verkehrsbetriebe. Allerdings wird er aktuell nur in Eberswalde, Esslingen und Solingen eingesetzt.

Den kompletten Text finden Sie in der Rubrik Fachbeiträge.

Busbrände: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt

Busbrand auf der A4 bei Fulda im Mai 2011
Busbrände

Immer wieder untersagt die Polizei bei Verkehrskontrollen Bussen die Weiterfahrt aufgrund erhöhter Brandgefahr. Oft hätte dieses Verbot bei besserer Fahrzeugwartung im Vorfeld vermieden werden können. Busmagazin zeigt, wie man Feuer im Motorraum vorbeugen kann.

Im Zusammenhang mit Buskontrollen kommt es immer wieder zum Verbot der Personenbeförderung oder darüber hinausgehende polizeiliche Maßnahmen wegen technischer Mängel. Sehr häufig handelt es sich dabei um Betriebsmittelverluste. Begründet wird das Verbot der Weiterfahrt seitens der Polizei zumindest durch eine erhöhte Brandgefahr. Bei den be­troffenen Reise­unternehmen stößt so eine Maßnahme naturgemäß auf wenig Verständnis, werden doch ins­besondere Diesel- und Schmiermittelverluste an alten Fahrzeugen als normal empfunden und bagatellisiert.

In diesem Zusammenhang stellen sich immer wieder diverse Fragen u. a.: Wann darf die Polizei die Weiterfahrt untersagen? Die Untersagung der Weiterfahrt ist als gefahren-abwehrende Maßnahme ein sogenannter Grundrechtseingriff für den es einer Rechtsgrundlage bedarf. Dass sich diese Maßnahme letztlich auch nur auf ein Verbot der Personenbeförderung beschränken kann, entspricht dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit.

 

RDA-Workshop 2012: Gute Vorbereitung sorgt für Zulauf

"Volles Haus" bei Setra auf dem RDA-Workshop
RDA-Workshop 2012

Keine Pressekonferenz zum Schluss, daher auch keine konkreten Besucherzahlen. Die 38. Ausgabe des RDA-Workshops bot zumindest in diesem Punkt Neues. Gefühlt waren es noch weniger Interessenten als im Vorjahr. Auffällig aber in Bezug auf Besucher und Angebot: Die frühere reine Busgruppenmesse entwickelt sich immer mehr zum Markt für Gruppenreisen.

Wie war´s? Besser als sonst, wie immer, mit Licht und Schatten, der schlechteste Workshop überhaupt! Wie auch immer Aussteller und Besucher den diesjährigen RDA-Workshop im Rückblick beurteilen, die Bandbreite deckt sich mit den Eindrücken, die man beim mehrmaligen Streifgang durch die Hallen gewinnen konnte. „Geknubbel“ beim einen Aussteller, nichts los wenige Meter weiter, liebevoll und entsprechend einladend dekorierte Stände und daneben ein Normstand mit zwei Plakaten und gelangweilter Standbesetzung, Appetitliches aus Küche & Keller (getreu dem diesjäh­rigen Workshop-Motto) im Wechsel mit sauren Drops als Angebotshighlight. Wohl kein RDA-Workshop bot ein größeres Spektrum an Licht und Schatten wie die diesjährige Ausgabe des Kölner Branchentreffs.

Mehr Bilder vom RDA-Workshop finden Sie in unserer Bildergalerie.

Paketreiseveranstalter: Zimmer ohne Zuschlag

Einzelzimmer-Symbol
Einzelzimmer ohne Zuschlag

Immer mehr Gruppenreisende sind Singles. Für sie können Einzelzimmerzuschläge aus einer vermeintlich günstigen Reise schnell ein kostspieliges Unterfangen machen. Das muss aber nicht sein. Verschiedene Paketreiseveranstalter verhandeln mit ihren Hotels zunehmend über Einzelzimmer ohne Zuschlag.

Der Anteil der Allein­stehenden an der Be­völkerung wächst seit einigen Jahren stetig. Allein in Bayern waren 2010 nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung rund 2,53 Mio. Menschen ab 18 Jahren als „Singles“ ge­meldet, also rund ein Viertel aller volljährigen Personen.

Ein bedeutender Anteil der Alleinstehenden – immerhin 39 % – entfiel dabei auf die Gruppe 60+, Tendenz steigend. Und das ist auch innerhalb der Bustouristik deutlich zu spüren. Franz-Josef Münch­rath, Geschäftsführender Gesellschafter von Italweg, schätzt den Anteil der Einzelreisenden auf ca. 20 bis 25 % der Gesamtteilnehmerzahl in seinem Unternehmen: „Dieser Anteil hat sich in den letzten Jahren stetig vergrößert, was der demographischen Entwicklung entspricht, und es scheint so, dass dieser Trend auch weiter anhält. Viele Kunden fragen bereits jetzt Kontingente an, in denen die Zahl der Einzelzimmer die Hälfte ausmacht und somit ein Drittel der Teilnehmer ergibt. Beispielsweise ist 30 Personen in zehn Doppelzimmern und zehn Einzelzimmern eine durchaus ­gängige Disposition.“


Skandinavien: Oft günstiger als gedacht

Stabkirche in Lom/Norwegen
Skandinavien

Wenn es um Reisen nach Skandinavien geht, winken einige Busunternehmer aus Kostengründen von vorneherein ab. Alles nur Vorurteil? Schließlich gehören Bustouren in den hohen Norden bei vielen anderen Veranstaltern als beliebte Klassiker fest ins Programm. Stellt sich die Frage: Gibt es sie, die günstigen Angebote für Nordeuropa?

Insgesamt 1.094 l Alkohol im Gepäckraum können verdammt teuer werden. Das musste im Juli 2012 ein österreichisches Busreiseunternehmen am eigenen Leib erfahren, das mit diesem riesigen Getränkevorrat und 48 Passagieren an Bord in Norwegen gestoppt wurde. Einen Gewinn dürfte es bei der dadurch entstandenen Strafe in Höhe von 40.000 Norwegischen Kronen – umgerechnet etwa 5.472 Euro – wohl kaum gegeben haben. Zumal die alkoholischen Getränke zusätzlich vom ­norwegischen Zoll beschlag­nahmt wurden. Lediglich fünf Liter mit einem Alkoholgehalt von mehr als 2,5 Volumenprozent bis höchstens 4,7 Volumenprozent je Person wären erlaubt gewesen – insgesamt also maximal 240 l.

Was in österreichischen Medien eher als Kuriosum und zur Belustigung aufgegriffen wurde, kann für ­Busreiseunternehmer aber tatsächlich ein Umdenken erfordern. Denn mit diesen geringen Mengen können sie während einer längeren Tour durch Norwegen den gewohnten Service für ihre Reisegäste kaum bieten – es sei denn, sie verzollen die zusätzlich mitgeführten Mengen, was sich wiederum im Preis niederschlägt. Ist das Vorurteil vom teuren Skandinavien also bestätigt? Ja und nein. Schließlich gibt es auch eine Menge leckerer nicht­alkoholischer Getränke, die man seinen Kunden anbieten kann.

 

Editorial: IAA Nutzfahrzeuge - Busse sind unverzichtbar

Chefredakteur Dirk Sanne
Chefredakteur Dirk Sanne

Wollen wir Mobilität – verstanden als Grundbedürfnis des Menschen – auch künftig allen Bürgern ermöglichen, müssen wir stärker als ­bisher die Mobilitätslasten wie Emissionen, Lärm und Flächenverbrauch minimieren, so definiert Rudolf Kuchta, Senior Vice President Sales ­Management Bus der MAN Truck & Bus AG, eine der großen Heraus­forderungen der Zukunft.

Dabei kann der Omnibus – nach Ansicht von Kuchta – auf Grund seiner hohen Beförderungsqualität, Umweltverträglichkeit, Verkehrssicherheit und Wirtschaftlichkeit einen entscheidenden Beitrag leisten. In puncto Klimaschutz ist der Bus allen anderen schon weit voraus. Kuchta: „Mit nur 30 Gramm CO2 pro Personenkilometer ist der Reisebus bei einer durchschnittlichen Auslastung von 60 % nicht nur deutlich effizienter als der Pkw (142 g/Pkm), sondern fährt auch der Eisenbahn (45 g/Pkm) davon.“

Der Omnibus ist daher das Verkehrsmittel der ersten Wahl. Aufgrund ­dieses „grünen“ Vorsprungs gehen die Busbauer dieses Jahr durchaus mit erhobenem Haupt zur IAA nach Hannover – auch wenn der wirtschaft­liche Erfolg in Europa und Amerika zurzeit zu wünschen übrig lässt. Eine Woche lang, vom 20. bis 27. September, öffnet die weltgrößte Nutzfahrzeugmesse wieder ihre Tore. Für Fachleute und Fans von Bus und Co. wird es viel Innovatives, Informatives und Attraktives in Sachen Blech, Motoren und Nutzlast geben.

Im Mittelpunkt der Leistungsschau steht die neue Generation an Euro-6-Motoren, die jeder Hersteller dann auf seinem Stand haben wird. Mag sein, dass dabei noch nicht alle gezeigten Modelle mit den neuen Triebwerken schon fahren können und auf den eigenen vier Rädern in die Hallen gerollt sind. Aber ein bisschen Gaukelei ist ein wichtiger Bestandteil einer jeden Show.

Darüber hinaus muss man gegenüber den Herstellern Gerechtigkeit walten lassen. Die Premierenfahrzeuge auf einer IAA waren selten ausgereift und bis in jedes Detail fix und fertig. Und keine Sorge, Anfang 2014 zur Einführung der Euro-6-Norm für alle neu zugelassenen Busse, wird jeder Fahrzeugbauer funktionierende, serienfertige Motoren besitzen. Flankiert wird das Thema Euro 6 in Hannover zudem durch diverse neue Hybrid- und Elektrofahrzeuge, die in Sachen Energiehunger extrem auf Diät gesetzt wurden.

Im Vorfeld der Leitmesse für Mobilität berichten wir im Busmagazin aktuell und ausführlich über die kommenden Highlights. Darüber hinaus liegt unser Fokus auf allem Interessanten in Sachen Effizienz, Flexibilität und Zukunftsfähigkeit. Auch der Kirschbaum Verlag nutzt die IAA, um seine Angebote für die Branche vorzu­stellen. Unseren Verlag finden Sie in Halle 13, Stand D 04. Hier informieren wir Sie gerne über unsere Fachliteratur. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Ihr Dirk Sanne (Chefredakteur)

Kontakt: d.sanne(at)kirschbaum.de

 

 

 

Fotos: VDA, Görgler, Bild.de, Schmitz, Fotolia/debert, Rothkamp, Verlag