Ausgabe 10/2015

Busmagazin 10/2015

 

 

 

 

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Der VDL Futura FDD 2 erlebt in Kortrijk seine Messepremiere, Foto: Görgler
Busworld: Neuheiten im Fokus

Top-Thema Busworld: Neuheiten im Fokus

44 Jahre nach ihrer ersten Ausgabe lädt die Busworld (16. bis 21. Oktober) ein weiteres Mal ins belgische Kortrijk. Praktisch alles, was Rang und Namen in der Busbranche hat, ist vor Ort – Fahrzeug- wie Komponenten- und Zubehörhersteller.

Mit elf Ausstellern aus zwei Ländern fiel der Start 1971 noch recht klein aus. 520 Besucher interessierten sich damals für die neue Schau, die von Initiator Luc Glorieux ins Leben gerufen worden war. Auch zwanzig Jahre später war die Busworld mit 112 Produzenten aus 13 Ländern und 17.027 Businteressierten aus immerhin schon 64 Ländern eher noch ein Geheimtipp. Dann jedoch ging der Branchentreff mehr und mehr steil bergauf. 2001 waren es bereits 219 Aussteller aus 21 Ländern und 23.943 Messegäste, zum großen Teil Fachbesucher.

Das Jahr 2001 markiert auch einen weiteren wichtigen Entwicklungsschritt der Messe: Sie expandierte erstmals. Und zwar ins Boomland China. Es folgten weitere Busworld-Ableger in Indien (ab 2005) und der Türkei (2006). Einen ersten Dämpfer in der bis dahin überaus erfolgreichen Geschichte ihres Messeformats mussten die Veranstalter um Luc Glorieux’ Tochter Mieke allerdings 2013 einstecken, als die neue Schau in der Ukraine wegen des dortigen Bürgerkriegs abgesagt werden musste.

Im Test: MB Tourismo L, Foto: Görgler
MB Tourismo L

MB Tourismo L: Ein Klassiker für die Fernbuslinie

Der Dauerrenner Tourismo von Mercedes-Benz ist vielseitig einsetzbar und günstig in der Anschaffung. Wir haben die 14-m-Variante getestet, ausgestattet für die Fernlinie. Ob der Bus hält, was die Marke verspricht?

Es kann nicht nur am Preis liegen, wenn eine Baureihe sich seit Jahren bewährt und den meist verkauften Reisebus Europas stellt. Vielmehr hat Mercedes-Benz den 1994 in Westeuropa eingeführten O 350 Tourismo zu einem „Brot-und-Butter“-Fahrzeug entwickelt, das sich mit einem gewissen Understatement auf alle möglichen Einsätze individuell ausrichten lässt.

Gebaut wird der Tourismo ausschließlich im modernen Buswerk Hoşdere (bei Istanbul). Anfängliche Verarbeitungsmängel wurden schnell behoben, nicht zuletzt durch die Inbetriebnahme des Elektrophorese-Tauchbeckens für den Rostschutz der Rohkarossen. Mit der zweiten Generation (2006) verschwand denn auch die störende Schräge, die als überbreite Fensterblende im Bereich der vorderen Sitzreihen mehr die Sicht einschränkte als dass sie ein gefälliges Designmerkmal war. Längst auf zwei Bauhöhen (RH, RHD) ausgedehnt, präsentiert sich der Tourismo heute optisch ansprechender und vielseitiger denn je.

Den kompletten Beitrag zum Download finden Sie in der Rubrik "Fahrberichte".

Einladung zum Sicherheitstraining

Management: Einladung zum Sicherheitstraining

BUSMAGAZIN und Neoplan Academy bieten in einer gemeinsamen Aktion ein Fahrsicherheitstraining an. Erfahren Sie am 6. und 7. November 2015 im wahrsten Sinne des Wortes, welche Kräfte auf einen Omnibus wirken und Sie ins Schleudern bringen können. Angesprochen sind hauptsächlich Unternehmer, Selbstfahrer und Mitglieder des Managements (Führerschein D ist Voraussetzung).

• Professionelles Trainerteam
• Kurventechnik
• Brems- und Ausweichmanöver
• Nässe und simulierte Schneeglätte

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Autobus Oberbayern bringt viele ausländische Gäste zum Schloss Neuschwanstein, Foto: Burgert
Trends Deutschlandtourismus

Trends Deutschlandtourismus: Märchenhafte Entwicklung

Deutschland verzeichnet bei den Touristenankünften in den letzten Jahren ein dynamisches Wachstum. Incoming boomt und kann auch Busunternehmen attraktive Chancen bieten – wenn die Voraussetzungen stimmen. Wie diese aussehen können, lesen Sie in unserem Beitrag.

Freundlich sagt die Dame vor dem Setra-Doppelstockbus: „English speaking guests this bus!“ Zwei junge Japanerinnen mit ausgedruckten Tickets und Broschüren in den Händen, auf denen Schloss Neuschwanstein abgebildet ist, wenden sich an sie und fragen, ob sie einsteigen können. Freundlich werden sie zu dem Bus gewiesen, der in erster Linie parkt und bei dem es an Bord über Kopfhörer auch Reisetexte in japanischer Sprache gibt.

Insgesamt drei Doppeldeckerbusse stehen an diesem Morgen auf dem Parkplatz vor dem Münchner Hauptbahnhof, um Tagesausflüge zu den bayerischen Königsschlössern Linderhof und Neuschwanstein zu starten. Angeboten werden die Touren vom Münchner Busunternehmen Autobus Oberbayern, das in den Geschäftsfeldern Busvermietung und Linienverkehr, auch im Incoming aktiv ist.

 Den kompletten Beitrag zum Download gibt es in unserer Rubrik "Fachbeiträge".

Der Main Tower in Frankfurt ist auch für Rollstuhlfahrer erreichbar, Foto: Tourismus+Congress GmbH Frankfurt/Main
Barrierefreies Reisen

Barrierefreies Reisen: Auf zu neuen touristischen Ufern!

Ob draußen in der Natur, mitten in der Stadt oder beim Museumsbesuch: Für Menschen mit körperlichen Einschränkungen lauern vielerorts Hindernisse, die das Reiseerlebnis trüben können. Praxisbeispiele zeigen jedoch, dass sich bei guter Planung und sorgfältiger Auswahl der Reiseziele so manche Klippe umschiffen lässt.

Innerhalb der EU wird die Zahl der Reisen von älteren und in ihrer Mobilität eingeschränkten Menschen bis 2020 auf 862 Mio. Reisen per annum steigen. Zu diesem Schluss kommt die Studie „Ökonomische Bedeutung und Reisemuster im barrierefreien Tourismus in Europa“ aus dem Jahr 2014, die von der Europäischen Kommission in Auftrag gegeben wurde.

Dabei seien Deutschland, Frankreich und Großbritannien die wichtigsten Quellmärkte in diesem Bereich. Die Untersuchung zeigt aber auch, dass das Potenzial für diese Zielgruppen noch viel größer ist: Insgesamt ließen sich 1,231 Mrd. Reisen in diesem Segment realisieren, wenn es gelänge, die barrierefreie Zugänglichkeit tourismus­relevanter Einrichtungen deutlich zu erhöhen. Und dazu zählen nicht nur die rein physischen Gegebenheiten vor Ort, sondern vor allem auch die Vorabinformation.

Chefredakteur Dirk Sanne
Chefredakteur Dirk Sanne

Barrierefreies Reisen: Auf zu neuen touristischen Ufern!

Es geht wieder los und das durchaus schwungvoll. Vom 16. bis 21. Oktober ist die westflämische Stadt Kortrijk wieder der Nabel der Welt. Auf der Busworld 2015 dreht sich wieder alles um den Bus. Zahlreiche Premieren und attraktive Innovationen sind angekündigt. Die wichtigsten stellen wir Ihnen in unserem Top-Thema „Feuerwerk der Premieren und Zukunftsvisionen“ ab Seite 24 vor.

Im Fokus der Messe stehen u. a. erneut alternative Antriebe. Der chinesische Hersteller BYD will z. B. mit einem batteriebetriebenen Doppeldecker, entwickelt für den Einsatz in London und mit einer Reichweite von 240 km, nach Kortrijk kommen. Ebenfalls auf dem Stand steht Mitte Oktober dann noch ein 18 m langer Gelenkbus mit Elektromotor.

Auf Strom setzt zudem Solaris. In Belgien führen die Polen den Batteriebus Urbino 12 electric vor, der über eine weiterentwickelte ZF-Achse AVE 130 seine Kraft auf die Straße überträgt. Seine Leistungsfähigkeit wird der Wagen im Anschluss der Messe dann im Alltagsverkehr Hannovers und im Auftrag der Üstra beweisen müssen.

Auch bei Volvo ist Strom ein Thema, das großgeschrieben wird. Premierenauto ist der 12-m-Stadtbus 7900 Electric. Die Batterien lassen sich laut Volvo an den Endhaltestellen innerhalb von sechs Minuten ­aufladen. Zudem wird Bremsenergie in die Akkus eingespeist.

Bei Daimler ist der Erdgasbus Citaro NGT das Premierenkind. Spannend an dem Fahrzeug ist weniger die Energieart, als dass der hier verbaute Motor M 936 G (7,7 l) gegenüber dem bisher bei Mercedes für den Gasantrieb genutzten M 447 hLAG (12 l) für die gleiche Leistung bis zu 25 % weniger Erdgas benötigen soll.
Scania führt wiederum eine ganze Reihe an Alternativen – Bioethanol, Biodiesel und Biogas – vor und zeigt entsprechende Busvarianten. Darüber hinaus kann der Fachbesucher auch den dieselelektrischen Linienbus Citywide Hybrid in Kortrijk besichtigen.

Aber auch bei den Omnibussen, die immer noch auf Diesel als Antriebsenergie setzen, tut sich einiges. Eines der großen Highlights auf der Busworld ist dabei der VDL Futura FDD2, dem wir ab Seite 30 ein eigenes Kapitel widmen. Der Doppeldecker aus holländischer Hand soll den in die Jahre gekommenen Synergy ersetzen. Der neue Reisewagen beeindruckt durchaus durch sein durchdachtes Konzept. Muss er auch, denn mit ihm will VDL seinen bisherigen Marktanteil in Westeuropa im Doppeldeckersegment (Reise) von derzeit 9 auf 20 % und mehr erhöhen.

Das Potenzial für diesen Erfolg haben die Holländer eindeutig auf die Räder gestellt. Mal schauen, wie der Markt nach Kortrijk entscheidet.

Ihr Dirk Sanne (Chefredakteur)

Kontakt: d.sanne(at)kirschbaum.de