Busmagazin 11/2012

 

 

 

 

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Top-Thema Museen: Neuer Blick auf alte Meister

Die Albertina in Wien ist eines der meist besuchten Museen Österreichs
Museen

Aufsehen erregende Ausstellungen sind ein wichtiger Erfolgs-faktor für Museen. Auch besondere Veranstaltungen und neue Wege in der Wissensvermittlung steigern die Attraktivität der Kultureinrichtungen und sind zugleich gute Verkaufsargumente für Gruppenreiseveranstalter. BUSMAGAZIN hat ausgewählte Häuser in Deutschland und Österreich nach außergewöhnlichen Projekten für 2013 und 2014 gefragt.

Museen und Kultur­einrichtungen stehen heute im Ringen um die Gunst der Besucher längst im Wettbewerb mit populärkulturellen Angeboten, wie sie etwa Freizeitparks oder Sportevents darstellen. Das gilt auch in Bezug auf den Tourismus, der für immer mehr Museen und Ausstellungshäuser zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Um sich in diesem Markt gegenüber den oft finanz­stärkeren, weil privat geführten Anbietern behaupten zu können und erfolgreich zu sein, tun Museen heute eine ganze Menge und wählen dabei sehr unterschiedliche Wege. Egal ob Aufsehen er­regende Ausstellungen oder erlebnisreiche Events und Vermittlungsangebote – all das dient letztlich dazu, Aufmerksamkeit zu erzielen und sich ein Alleinstellungsmerkmal zu erarbeiten, das das Haus von den Wettbewerbern unterscheidet. 

Fahrsicherheitstraining: Üben für den Ernstfall

Auf Kommando der Trainer probierten die Teilnehmer u.a. den doppelten Spurwechsel
Fahrsicherheitstraining

Trotz aller technologischen Innovationen: Das wichtigste Sicherheitssystem an Bord eines Reisebusses ist und bleibt der Fahrer. Und der muss wissen, wie sich sein Fahrzeug verhält – erst recht in Extremsituationen, wenn jede Sekunde zählt. Den Ernstfall simulierten 20 begeisterte Teilnehmer beim 10. Fahrsicherheitstraining von BUSMAGAZIN.

Genau 24 Verletzte, 28 Tote – davon 22 Kinder. Das ist die tragische Bilanz des schwersten Busunfalls, der sich seit 30 Jahren in der Schweiz ereignet hat. Die Bilder hat wohl jeder noch vor Augen: Am Abend des 13. März war ein belgischer Bus mit zwei Schulklassen an Bord frontal auf die Endwand einer Nothaltebucht des Autobahntunnels der A 9 bei Sierre (Siders) geprallt. Neben den beiden Busfahrern starben 22 Schüler und vier Lehrer.

Johannes Hübner, Koordinator der Reisebus-Intervention RBI des RDA, hat sich eingehend mit diesem Unglück befasst: „Die RBI dokumentiert und analysiert seit 2004 alle wichtigen Unfallereignisse, an denen Reisebusse beteiligt sind. In diesem Fall habe ich schon 30 Minuten nach dem Unfall erste Bergungsinformationen per Telefon erhalten, so dass wir direkt damit beginnen konnten, Informationen für unsere Analyse zu sammeln. Denn natürlich ging in der Öffentlichkeit sofort die Diskussion um die Schuldfrage los.“ 

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier! Mehr Fotos gibt es in unserer Bildergalerie!

Fahrbericht: Van Hool TX 16 Astronef (EEV)

Unverkennbar ein Van Hool: TX 16 Astronef
Fahrbericht: Van Hool TX 16 Astronef (EEV)

Van Hool steht eigentlich für solide Handwerkskunst. Mit dem Reisehochdecker TX 16 Astronef beweisen die Belgier aber auch eine geschickte Hand für Ausgefallenes, wie z. B. buntes Lichtdesign im Innenraum.

Mehr als 150 Verbesserungen sollen unserem Dreiachser im Vergleich zum Vorgänger mit auf den Weg gegeben worden sein. Die wichtigsten Neuerungen im Vergleich zur bisherigen Reisebusgeneration T9 nehmen wir im Rahmen unserer Vorstellung unter die Lupe. Wie beispielsweise das ESP, das Van Hool bisher immer von sich gewiesen hat: Zu viel Elektronik wollten die Kunden gar nicht, hieß es stets, da oft zu anfällig.

Das mag zwar mitunter zutreffen; doch ab 2014 müssen bei Neuzulassungen alle Reisebusse in der EU mit dem elektronischen Stabilitätsprogramm ausgerüstet sein, was Van Hool für seine TX-Baureihe ebenso mitberücksichtigt hat wie die Integration der Euro-6-Motoren. Daher unterscheidet sich die Karosserie unseres Testbusses mit EEV-Motor auch nicht von den ab kommenden Sommer verfügbaren Euro-6-Varianten.

Kreuzfahrten/Fähren: Verwöhnprogramm an Bord

Flusskreuzfahrt mit Whirlpool
Kreuzfahrten/Fähren

Luxus- und Wohlfühlprogramme sind gerade bei Busgästen der Generation 60+ mehr und mehr gefragt. Darauf haben sich auch Kreuzfahrtanbieter eingestellt und spezielle Reisen rund um das Thema Wellness entwickelt.

Nach einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung träumen 53 % der Deutschen von Erholungsreisen und 34 % von Kreuzfahrten – warum diese Megatrends also nicht verbinden? In der Tat: Well­ness im Urlaub auf Hochsee- und Flusskreuzfahrtschiffen wird nicht nur bei den Endkunden immer beliebter.

Auch die Reedereien und Reiseveranstalter stellen sich auf die Nachfrage ein und statten die Schiffe mit opulenten Spa-Bereichen und mitunter Jacuzzi-Deluxe-Kabinen inkl. eigenem Whirlpool aus. Gerade bei der Generation 60+, der vor allem im Flusskreuzfahrtsegment wichtigsten Zielgruppe, kommen solche Angebote sehr gut an.

Österreich: Zugpferde fürs Gruppengeschäft

"Kapriole" heißt das Kunststück, das Pferd und Reiter hier in der Spanischen Hofreitschule vorführen
Pferdezucht in Österreich

Die Pferdezucht hat in Österreich eine lange Tradition. Längst sind Rassen wie Lipizzaner und Noriker auch aus touristischer Sicht zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor geworden. Programm-punkte rund um das Thema „Pferd“ bieten Gruppenreise-veranstaltern die Möglichkeit, ihre Österreich-Reisen um einen Aspekt zu erweitern und sich dadurch vielleicht vom Angebot des Wettbewerbs abzuheben.

Elegant wirkt er, gleich­zeitig muskulös und kraftvoll. Wenn sich der ­Lipizzanerhengst auf die Hinterbeine stellt, hochspringt und nach hinten ausschlägt, dann halten nicht nur ausgewiesene Pferdefans den Atem an. „Kapriole“ heißt diese Aufgabe, die zur „Hohen Schule“ der ­Lipizzaner gehört.

Bei den Vorführungen an der Spanischen Hofreitschule Wien zeigen die weißen Pferde ihr Ballett, die klassische Reitkunst, deren Geschichte bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Die Hofreitschule ist die einzige Insti­tution weltweit, die diese Renaissancetradition seit mehr als 440 Jahren unver­ändert pflegt. 

Editorial: Austellungsprojekte außer der Reihe

Chefredakteur Dirk Sanne
Chefredakteur Dirk Sanne

Museen sind Zeitkapseln. Sie erlauben faszinierende Einblicke in die Vergangenheit der Menschheit und ihre Umwelt. Auf ganz unterschiedlichen Themenfeldern – Architektur- oder Kunstgeschichte, Militär- oder Agrarwissenschaft, Vulkanismus oder Bergwerkstechnik usw. – forschen und sammeln die jeweiligen Institutionen.

In ihren Häusern ruht das konzentrierte Wissen von Generationen von Forschern. Wer immer diese Sammlungen betritt, begibt sich automatisch auf Entdeckertour durch die „magische“ Welt unserer Vorfahren. Dabei spielt die Größe des Museums keine Rolle. Ob Deutsches Historisches Museum Berlin, das Bomann-Museum Celle oder das Briefmarkenmuseum Bad Bentheim – in ihrem Segment sind sie alle einzigartige Zeitzeugen der Vergangenheit.
 
Besonders spannend wird es aber, wenn die Museen und Sammlungen in ihre Depots gehen, in ihrem – in der Regel für die Öffentlichkeit unzugänglichen – Fundus stöbern und eine einzigartige, Aufsehen erregende Einzelausstellung auf die Beine stellen. In diesem Editorial sei, aus Lokalpatriotismus und als Vorschau, beispielhaft nur auf ein gewichtiges Highlight 2013 hingewiesen: Kleopatra. Die ewige Diva, Kunst- und Ausstellungshalle Bonn, (Juli – November 2013). Hierüber werden Sie in BUSMAGAZIN 12/1 mehr erfahren.

Große und kleine Projekte außer der Reihe – unter diesem Stichwort läuft unser Top-Thema in diesem Heft, das sich mit einer Auswahl an besonderen Ausstellungen in Deutschland sowie Österreich, die fürs kommende Jahr geplant sind, beschäftigt (siehe Seite 26). Der Fokus unserer Berichterstattung liegt dabei wie immer auf dem Nutzen und den Chancen, die derartige Spezialevents Gruppenreiseveranstaltern bieten können.

Jetzt zu einem anderen Thema: 20 Berufskraftfahrer und Reisebus­unternehmer haben kürzlich unser, zusammen mit der Neoplan Academy veranstaltetes Fahrsicherheitstraining besucht und sich den dortigen Herausforderungen gestellt. Fahren am Limit für das Plus an Sicherheit – unter diesem Motto stand unser Training. Die Aufgaben meisterten alle mit Bravour und das Fazit lautete durch die Bank: Man lernt hier wirklich, wie sich die Fahrzeuge in Extrem­situationen verhalten. In dem Beitrag „Du siehst es kommen…“ (ab Seite 6) berichten wir über die Erfahrungen unserer Teilnehmer und die Bedeutung einer derartigen Aus- und Weiterbildung. Denn: Das wichtigste Sicherheitssystem an Bord eines Busses ist und bleibt der Fahrer.

Ihr Dirk Sanne (Chefredakteur)

Kontakt: d.sanne(at)kirschbaum.de

 

 

 

Fotos: Albertina, Rothkamp, Görgler, A-Rosa Flussschiff GmbH, Spanische Hofreitschule/van Bakel, Verlag