Busmagazin 11/2014

 

 

 

 

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Top-Thema Museen/Ausstellungen: Historie trifft Moderne

Blick in die voestalpine Stahlwelt im oberösterreichischen Linz, Foto: voestalpine Stahlwelt
Museen/Ausstellungen: Historie trifft Moderne

Stillstand ist Rückschritt. In Museen gibt es keinen Rückschritt. Wenn Dauerausstellungen modifiziert, Sonderausstellungen ins Leben gerufen und ergänzende Services wie Führungen, Gastronomie, Events oder Museums-Apps angeboten werden, geschieht das, um die Attraktivität für Besucher zu erhalten und ggf. zu steigern. BUSMAGAZIN hat Ausstellungshäuser und Städte nach ihren Highlights für 2015 befragt und lohnende Ziele für Gruppenreiseveranstalter von Süden nach Norden gelistet.

Öfter mal was Neues. Die Dauerausstellung ist der Kern, um den sich fast alles dreht. Mit Sonderausstellungen schaffen Museen zusätzliche und neue Anreize für Wiederholungsgäste. Und nicht nur für die, denn mitunter erreicht man mit zusätzlichen Schauwerten neue Besuchergruppen, die wiederum ihre Aufmerksamkeit auch auf die Dauerexposition des Hauses bzw. das Markenzeichen einer Stadt, z. B. Porzellan oder Marzipan, lenken.

Laut einer Umfrage der Stiftung für Zukunftsfragen interessieren sich 24 % der kulturaffinen Reisenden für den Besuch eines Museums und damit dreimal mehr als für einen Opernabend. Doch was wollen Gäste zusätzlich zur mitunter bekannten Dauerausstellung sehen, was weckt ihre Neugier? Ergebnisse zur Besucherforschung – Museum lernen: Lange Geschichte einer Verweigerung von Friedrich Waidacher in Museologie Online – haben gezeigt: Ob Dauer- oder Sonderausstellungen – nur wer eine entsprechende kulturelle Kompetenz besitzt, also quasi den Code für die Exponate beherrscht, für den hat die Ausstellung eine Bedeutung. 

 

 

Fahrbericht Mercedes-Benz Travego: Safety first!

Daimler demonstrierte auf dem Lkw-Testgelände in Wörth die Funktion des ABA 3, Foto: Daimler
Mercedes-Benz Travego

Seit 15 Jahren auf dem Markt, präsentiert sich der Mercedes-Benz Travego nach wie vor attraktiv. Darüber hinaus gilt die Baureihe als Wegbereiter für Sicherheitssysteme wie etwa den neuen Notbremsassistenten ABA 3, den wir auf der Teststrecke erfahren durften. Eine Bustour durch die Eifel rundet unsere Fahrvorstellung ab.

Bereits dem ersten Travego (1999) hat Mercedes-Benz das elektronische Bremssystem (EBS) mit auf den Weg gegeben, das Voraussetzung für schnell ansprechende Bremsen sowie die Integration weiterer Funktionen war. 2002 folgte in Verbindung mit dem Bremsassistenten (BA), der im Notfall einen erhöhten Bremsdruck einsteuert, das elektronische Stabilitätsprogramm (ESP).

Dessen Umsetzung in einem derart großen Fahrzeug erfordert einen erheblichen Aufwand, viel mehr als etwa im Pkw. ESP erkennt mittels Sensoren kritische Fahrzustände und reduziert im Rahmen der physikalischen Grenzen die Schleudergefahr. Dazu wird das Drehmoment verringert und bei Bedarf – was kein Fahrer leisten kann – durch gezieltes Abbremsen einzelner Räder die Schleudergefahr minimiert. 

Den kompletten Beitrag lesen Sie in unserer Rubrik "Fahrzeugtests". 

 

 

Alternativer Antrieb reloaded: Kutsche mit Elektromotor

Gruppenbild mit Kutscher, Foto: Schröder
Kutsche mit Elektromotor

Hansjürgen Steins hat in den Nachbau eines historischen Kutschenmodells einen Elektromotor eingebaut. Damit fährt er geräuschlos und abgasfrei durch Münster und nimmt Touristen und Einkaufsbummler mit auf die Reise – als Stadtführer. Genau genommen als Busfahrer.

Die Idee zu seinem heutigen Geschäftsmodell kam ihm vor Jahren auf einem Markt im westfälischen Telgte. Dort sah Steins eine Pferdekutsche. Mit den Vierbeinern hatte er es noch nie, aber die Kutsche faszinierte ihn. „Da kam mir die Idee, die Pferde wegzulassen und einen Elektromotor einzubauen“, sagt Steins, während er sein Vehikel mit Höchsttempo 25 durch die engen Gassen der Altstadt steuert.

Die Idee ließ ihn nicht mehr los. Nach langem Überlegen bestellte er schließlich bei einem Kutschenmacher den Nachbau eines Linzer Jagdwagens aus dem Jahr 1900, damals ein äußerst beliebtes Modell. Kfz-Ingenieure bauten sie nach seinen Vorstellungen um. Das kostete ihn 60.000 E. 8 kW, etwa 12 PS, liefert der 48-V-Wechselstrommotor, die Akkus der Lithium-Eisen-Batterie halten sieben Stunden durch. „Wir machten es wie einst Gottlieb Daimler.

 

 

Veranstaltungen und Jubiläen: Besondere Reiseanlässe

Schlosskapelle Köthen, Foto: Köthen Kultur und Marketing GmbH/Christian Ratzel
Besondere Reiseanlässe

Jubiläen von Städten oder Veranstaltungsorten gehören zu den wichtigsten Reiseanlässen für die Bustouristik. Wir haben einige besonders attraktive Ziele im Jahr 2015 für Sie herausgesucht.

Veranstaltungsreisen stehen hoch im Kurs. Laut einer Fallstudie zum Eventtourismus, die von der Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH erstellt wurde, sei gerade diese Touristikart aus betriebswirtschaftlicher Sicht „für die Veranstalter kurzfristig profitabler als längere Reisen“.

Die Autorinnen dieser Studie, Andrea Groß und Julia Wichmann, betonen, dass aus touristischer Sicht, besonders die sogenannten Special Events bedeutsam seien. Die Untersuchung zeigt, dass fast jeder fünfte Jugendliche bis 25 Jahre (18 %) ein Eventtourist ist, der seinen Jahresurlaub für Reisen zu den verschiedensten Ereignissen (Kultur, Sport) nutzt. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass die Qualitätsansprüche weiter steigen.

 

 

Kreuzfahrten: Mit Celestyal Cruises zu neuen Ufern

Celestyal Cruises bietet u.a. Kurzkreuzfahrten als Ergänzung zum Badeurlaub an, Foto: Louis Cruises
Kreuzfahrten mit Celestyal Cruises

Louis Cruises versucht mit hochwertigen Kurzkreuzfahrten in Mitteleuropa Fuß zu fassen und tritt unter dem neuen Markennamen Celestyal Cruises an. H&H Touristik ist dabei Generalagentur für Deutschland, Österreich und Luxemburg.

Celestyal Cruises ist eine neue Marke der Reederei Louis Cruises, entwickelt im September 2014. Unter diesem Produktnamen bietet die Schiffsgesellschaft jetzt auf dem deutschen Markt hochwertige maritime Kurzreisen vor allem in griechischen Gewässern an. Der Inhalt dieses „Kreuzfahrtversprechens“ laut Werbung: „Das himmlische, wahre, griechische Lebensgefühl steht im Mittelpunkt aller Reisen.“ Sprich, man möchte den Kunden – im positiven Sinne – ein Angebot mit und im griechischen Lokalkolorit machen, was Inneneinrichtung, Service und Entertainment sowie die Reiseziele und Landprogramme betrifft.  

Für Louis Cruises ist Zentraleuropa dabei ein recht neuer Markt. 2014 fuhren gerade einmal 4.000 Gäste aus Deutschland und Österreich mit den Schiffen der Reederei. Doch das soll sich jetzt schnell ändern. Mit Hilfe des Engagements von H&H Touristik als neuen Partner an seiner Seite will man bereits 2018 mindestens 20.000 oder mehr Passagiere an Bord holen.

 

 

Editorial: Museen - Ausblick auf Geschichte und Moderne

Chefredakteur Dirk Sanne
Chefredakteur Dirk Sanne

Auch 2015 wird wieder ein spannendes Ausstellungsjahr – ganz sicher. Denn wenn Museen eines nicht kennen, dann ist das Stillstand. Das würde wirtschaftlich schließlich einem Todesurteil gleichkommen. Daher werden Dauerausstellungen durch die verantwortlichen Leiter der Museen permanent modifiziert oder Sonderausstellungen ins Leben gerufen. Ebenso wird der Service immer wieder überprüft und optimiert. Neue Führungen, Gastronomie, Events oder Apps kommen hinzu. Alles das geschieht, um die Attraktivität des Hauses und seiner Inhalte für die Besucher zu erhalten und zu steigern.

Mit zusätzlichen Werten und Attraktionen schaffen sich so Museen neue Anreize für ihre (Wiederholungs-)Gäste. Aber nicht nur für die. Denn mitunter erreicht man mit zusätzlichen Schauwerten ganz neue Besuchergruppen, die wiederum ihre Aufmerksamkeit auch auf die Dauerausstellung des Hauses lenkt. Im Idealfall fokussiert die Exposition sogar den Blick auf ein Markenzeichen einer Stadt und hilft damit der lokalen bzw. regionalen Touristik insgesamt: Marzipan für Lübeck, Messer für Solingen, Audi für Ingolstadt usw.

Touristisches Potenzial ist immer genügend da: Umfragen zufolge interessieren sich bald ein Viertel der Reisenden, die sich grundsätzlich dem Thema Kultur nahestehend sehen, auch für den Besuch eines Museums. Das sind gut dreimal mehr als für einen Opernabend.

Doch was wollen Gäste zusätzlich zur (mitunter bekannten) Dauerausstellung sehen, was weckt ihre Neugier? Nur wer eine sehr hohe kulturelle Kompetenz besitzt, also quasi den Code für die Exponate beherrscht, der kann seine Ausstellung und seine Sonderschau auch vermarkten. Frische, Qualität und Originalität sollten die Programme dabei auszeichnen. Dagegen spielt die Höhe der Eintrittsgelder eine eher untergeordnete Rolle für die Attraktivität eines Museums – gut zu wissen! Übrigens: Die meisten Museumsbesuche dauern inklusive Zeit im Geschenkeladen und in der Imbissstube 1,5 Stunden. Ein Museum ist also nix für eben mal so zwischendurch und einen kurzen „Stop-over“.

Für unser Top-Thema „Die Mischung macht´s: Historie trifft Moderne“ ab Seite 34 haben wir eine Vielzahl an Museumsleitern, Ausstellungsmachern und Stadttouristikern nach ihren Highlights für 2015 befragt sowie lohnende Ziele für Gruppenreiseveranstalter zusammengefasst und von Süden nach Norden gelistet.

Wir wünschen Ihnen informatives Lesen bei unserem Blick auf die kommenden Höhepunkte.

Ihr Dirk Sanne (Chefredakteur)

Kontakt: d.sanne(at)kirschbaum.de