Ausgabe 11/2015

 

 

 

 

Jahresabonnement hier bestellen

 

 

 

 

 

 

Foto: Busworld
Busworld

Top-Thema Busworld: Hier spielt die Musik

Nachdem die Busworld Kortrijk hinsichtlich des Besucherzuspruchs 2013 eine kleine Wachstumspause zur vorherigen Ausgabe eingelegt hatte, startete sie in diesem Jahr erneut so richtig durch. Kein Wunder, standen doch spannende Zukunftsthemen und -technologien wie die Elektromobilität stark im Fokus.

Bestmarken, wohin man sieht. Die 23. Auflage der Mutter aller Busworld-Messen in Kortrijk konnte in allen Bereichen Rekorde auf- oder wenigstens einstellen. Vor allem die Besucherzahlen legten gegenüber den bisherigen Höchstwerten von 32.048 (2013) und 31.698 (2011) noch einmal deutlich zu: Genau 34.932 Fachbesucher aus 118 Ländern der Welt registrierten die Organisatoren um Geschäftsführerin Mieke Glorieux, ein Plus von satten 9 % gegenüber der Messe in Kortrijk vor zwei Jahren.

Auch bei den Ausstellern steht die Busworld mehr denn je hoch im Kurs – vielleicht gerade deswegen, weil der Bus hier im Gegensatz zur IAA Nutzfahrzeuge in Hannover alleine im Fokus steht und kein Mauerblümchendasein neben den alles beherrschenden Lkw fristet. 411 Unternehmen aus 36 Ländern präsentierten dieses Mal ihre Produkte vom Gelenk- und Doppelstockbus bis zu filigranen Komponenten – so viele und so international wie nie zuvor.

Im Test: Euro-6-Modell des Otokar Kent C, Foto: Bünnagel
Otokar Kent C

Otokar Kent C: Neustart auf dem deutschen Markt

Bislang sind die Busverkäufe des türkischen Herstellers Otokar in Deutschland im Vergleich zum Erfolg auf dem Heimatmarkt noch bescheiden. Das soll künftig anders werden. Hoffnungsträger ist u. a. der Stadtbus Kent C, der auf der gerade abgelaufenen Busworld in Kortrijk als neue Gelenkbusvariante vorgestellt wurde. Wir fuhren den 12-m-Solo.

Dass der Kent ein zuverlässiges Fahrzeug ist, hat bereits der Euro-5-Vorgänger bewiesen, von dem sich das aktuelle Modell hinsichtlich Außen- und Innendesign nur marginal unterscheidet. Seit rund zweieinhalb Jahren laufen 900 Einheiten in der Metropolregion Istanbul. Die Verfügbarkeit dieser Stadtbusse beträgt nach Angaben von Otokar außergewöhnliche 99,07 % bei insgesamt 114 Mio. gefahrenen Kilometern bis Mai 2015.

Die wesentlichen Veränderungen des neuen Kent finden sich unter seinem Blechkleid, vor allem im Antriebsstrang. Der Cummins Reihensechszylinder ISB 6.7, einzig in der Leistungsstufe mit 204 kW/277 PS erhältlich, ersetzt das bislang verwendete Euro-5-/EEV-Aggregat Typ TCD 2013 L06 4V von Deutz. Die zusätzliche Euro-6-Technik ist dafür verantwortlich, dass das Leergewicht um gut 300 kg gegenüber dem Vorgänger gestiegen ist, was das Passagiervolumen um fünf Fahrgäste senkt – ein eher theoretischer Wert, da das vorhandene Raumangebot in einem 12-m-Solo ohnehin die Kapazität beschränkt und selbst das nunmehr mögliche, reduzierte Maximum von 99 Personen im Kent C somit in der Praxis wohl nur in Ausnahmefällen erreicht wird.

Den kompletten Beitrag zum Download finden Sie in der Rubrik "Fahrzeugtests".

Vorgestellt wurde der Urbanway als Gelenkbusvariante am Magirus-Stammsitz in Ulm, wo heute Feuerwehrfahrzeuge wie der Dragon 8x8 hergestellt werden, Foto: Sanne
Iveco Urbanway: Neue "Feuerwehr" für den Stadtverkehr

Iveco Urbanway: Neue "Feuerwehr" für den Stadtverkehr

Mit der Einführung seines Bestsellers Crossway im Jahr 2006 mischte Iveco Bus den Markt für Überlandfahrzeuge mächtig auf. Jetzt wollen die Italiener auch im Stadtbusbereich auf dem deutschen Markt Fuß fassen und ergänzten ihre Baureihe Urbanway um einen Gelenkbus. Die Premiere fand in Ulm statt.

Warum Ulm, werden sich sicherlich viele denken. Mit der Stadt am Rande der Schwäbischen Alb verbindet man auf den ersten Blick nicht unbedingt Iveco Bus – eher einen großen deutschen Busbauer. Aber am Standort Ulm Donautal befindet sich natürlich das Magirus-Werk, wo schon ab 1919 Omnibusse vom Band liefen. Unter Regie von Iveco, das 1975 Magirus übernommen hatte, wurden bis August 2012 in diesem Werk noch die schweren Zugmaschinen des Typs Stralis gebaut.

Dann jedoch wurde die Herstellung eingestellt und in das spanische Schwesterwerk in Madrid verlagert. Die Produktion in Ulm stellte man in der Folge mit hohen Investitionen auf Brandschutzfahrzeuge um. Heute werden hier Drehleiter- und Löschfahrzeuge für Feuerwehren gefertigt. Frisch aus dem Iveco-Werk Annonay Frankreich angekommen stand inmitten einer großen Armada feuerroter Löschfahrzeuge auch unser Testbus: ein 18 m langer Urbanway Gelenkbus. 

 Den kompletten Beitrag zum Download gibt es in unserer Rubrik "Fahrzeugtests".

Alvin Brown von Escot macht der Job des Busfahrers seit 28 Jahren Spaß, Foto: Riehm
Busfahrer in den USA

Busfahrer in den USA: Frontpersonal gesucht!

Mit den legendären Greyhound-Bussen und den tausenden täglich im Einsatz befindlichen Schulbussen haben die USA eine lange Tradition in der Personenbeförderung. Busmagazin hat einmal mehr über den großen Teich geschaut, um zu sehen, wie sich der Busfahrerjob im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gestaltet.

Ein Arbeitsplatz im komfortablen Sessel, Fensterplatz mit Panoramablick, führende Kraft mit täglicher Personenverantwortung und richtungsweisender Tätigkeit – sozusagen ein Traumjob? Die Rede ist von Busfahrern, und wer eine derartige Position besetzt, weiß eine solche Stellenbeschreibung mit Sicherheit richtig einzuordnen und diese bestimmt um einige Punkte zu ergänzen. Ob in ihrer Branche das Regelwerk genauso lässig interpretiert wird wie im nordamerikanischen Güterverkehr, wo sich Brummies die linke Spur mit Corvettes und BMW teilen? Oder welche Rolle die Busfahrer ausfüllen, was für Perspektiven ihr Berufsstand bietet und wer bei Busbetreibern in der ersten Reihe sitzen darf, das haben wir zwei auf Personentransport spezialisierte USFirmen gefragt.

Beobachtet man – ob in den USA oder anderen Teilen der Welt – Fahrer von Reise- oder Stadtbussen wie auch kleineren Shuttlevarianten, kann man diesen nur Respekt zollen. Hochachtung für die Ruhe und Fahrkunst, mit der sie diese Vehikel vollgepackt mit Fahrgästen virtuos durch engste Gassen zirkeln oder sich durch Staus und heftiges Wetter oder über schlechte Straßen kämpfen. Drängt sich die Frage auf, wer so einen Job machen möchte und welche Attribute wichtig sind, einer solchen Aufgabe standzuhalten.

Den gesamten Artikel zum Download finden Sie in unserer Rubrik "Fachbeiträge".

Seit September kommen die ersten Besucher zur neueröffneten GrimmWelt ins hessische Kassel, Foto: Sanne
GrimmWelt in Kassel

Kassel - Im Fokus: Die Brüder Grimm

Mit der GrimmWelt in Kassel setzt Hessen den berühmten Märchensammlern und Forschern ein modernes Denkmal. Das neue Museum will Leben und Wirken der Brüder einem breiten Publikum vermitteln und spricht zugleich alle Alters- und Interessensgruppen an.

„Knupper, knupper, Kneischen, wer knuppert an meinem Häuschen?“ Die Kinder antworteten: „Der Wind, der Wind, das himmlische Kind.“ „Bist du so ein Kerl, sprach er, und musste selbst seine Tapferkeit bewundern, das soll die ganze Stadt erfahren. Und in der Hast schnitt sich das Schneiderlein einen Gürtel, nähte ihn und stickte mit großen Buchstaben darauf: Siebene auf einen Streich!“ „Königstochter, jüngste, mach mir auf! Weißt du nicht, was gestern Du zu mir gesagt bei dem kühlen Brunnenwasser? Königstochter, jüngste, mach mir auf!“

Allein die drei Märchenauszüge entführen fast einen jeden von uns schlagartig zurück in seine eigenen Kindertage. In jene Zeit, in der man als Kleinkind noch aufmerksam den Geschichten über Hänsel und Gretel, dem tapferen Schneiderlein oder dem Froschkönig, erzählt von der Oma oder vorgelesen von den Eltern, lauschte oder sie wenig später mit großen Augen und voller Vorstellungskraft erstmals selber las. Mit ihrer Sammlung der Kinder- und Hausmärchen – veröffentlicht in den Jahren 1812 bis 1858, später bekannt als Grimms Märchen – wurden die Brüder Grimm berühmt. Ihr Ruhm als Märchenerzähler ist dabei längst weltumspannend.
 

Chefredakteur Dirk Sanne
Chefredakteur Dirk Sanne

Editorial Busworld Kortrijk/RDA-Workshop Friedrichshafen

Fast 35.000 Fachbesucher meldet die Busworld nach dem Messeende am 21.10. und ihrer Abschlusszählung. Damit hat sie einen neuen Besucherrekord aufgestellt. Das waren, wenn man den veröffentlichten Zahlen glauben darf, über 9 % mehr Gäste als die Messe im Jahr 2013 vorweisen konnte. Dieses Besucherplus zeigt erfreulich deutlich, dass europaweit das Interesse an Reisebussen und ÖPNV-Modellen ungebrochen hoch ist.

Und Kortrjik und seine Messe befriedigten inhaltlich durchaus die internationale Neugier nach innovativen Fahrzeugen und Verkehrslösungen. Über 400 Unternehmen stellten vor Ort ihre Kompetenz unter Beweis. Auch das ist ein Spitzenwert in der Geschichte der Busworld.

Dabei standen die E-Busse und Komponenten für den elektrischen Antrieb bzw. für entsprechende Nebenaggregate erwartungsgemäß im Fokus der Leistungsschau in Belgien. Erwähnt seien hier beispielsweise der Schubgelenkbus des chinesischen Elektrobuspioniers BYD, die elektrischen, speziell für kalte Regionen entwickelten Stadtbusse von Hybricon Bus Systems oder die Stromspartechnik der Spheros-Komponenten.

Neben dem Blick auf die alternativen Antriebsideen haben wir in diesem Magazin auch alle wichtigen Neuheiten bei den konventionellen Antrieben und Busmodellen für Sie gesammelt und zusammengestellt. Sie finden unseren großen Busworld-Rückblick ab Seite 6.

Themenwechsel und von einer (beendeten) Messe zur (kommenden) nächsten: Was lange währt, wird endlich gut. Auf dem RDA-Workshop in Köln in diesem Sommer wurde mit einem echten Paukenschlag der neue RDA-Workshop in Friedrichshafen (7./8.4.2016) angekündigt. Ein neues Verkaufsforum, das bei Erfolg auch eine langfristige Perspektive haben soll. Entsprechend groß war auf Seiten der Aussteller in Köln das Interesse am (und auf den) kommenden Marktplatz am Bodensee.

Doch dann herrschte – für viele überraschend – auf Seiten des Veranstalters, der RDA-Workshop Touristik-Service GmbH, nach dem ersten großen Trommelwirbel erst einmal tiefes Schweigen im Walde. Sprich weitere Informationen zu Friedrichshafen flossen nur äußerst spärlich; von einer Anmeldemöglichkeit für interessierte Aussteller gab es weit und breit keine Spur.

Doch das hat sich nun geändert: „Anmeldung ab sofort möglich“, heißt es aktuell beim RDA (siehe auch Seite 25). Jetzt kann es also wirklich losgehen. Wer 2016 als Aussteller nach Friedrichshafen und Köln will, kann sich nunmehr endlich – auch im Internet – einen Platz auf den beiden großen bus- und gruppentouristischen Messen reservieren (www.rda-fn.de/deutsch/anmeldung). Damit ist der Startschuss für das bustouristische Messejahr 2016 endgültig gefallen.

Ihr Dirk Sanne (Chefredakteur)

Kontakt: d.sanne(at)kirschbaum.de