Ausgabe 11/2016

Busmagazin 11/2016

 

 

 

 

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British Museum in London, Foto: British Museum
Museen: Lebendige Einblicke

Top-Thema Museen: Lebendige Einblicke

Das British Museum, das Deutsche Museum und das Smithsonian gehören zu den führenden Museen der Welt. Sie präsentieren sich und ihre Sammlungen dem Publikum als „lebendig“ und interaktiv. Das macht ihren großen Erfolg aus und lockt Jahr für Jahr ein Millionenpublikum an.

Nachts im Museum, heißt der Kinohit von 2006 mit Ben Stiller, der als Nachtwächter erlebt, wie ausgestellte Dinosaurier, Neandertalerfiguren und sogar ganze Spielzeugarmeen in seinem Museum zu später Stunde lebendig werden. Hier treiben sie ihren Unsinn und Ben Stiller fast in den Wahnsinn, bis sie am Schluss gemeinsam die eigentlichen Bösewichter des Films jagen. Teile dieses amüsanten Spielfilms, spielen dabei in dem naturhistorischen Trakt des bekannten Washingtoner Smithsonian.

Klar, dass eine Wiederbelebung dieser Art nur in Filmschmieden stattfinden kann. Die Museen müssen aber heutzutage das ihrige tuen, um Ausstellungen „lebendig“ zu präsentieren und ihr Publikum mit ansprechenden Sammlungen, attraktiven Sonderpräsentationen oder dreidimensionalen Exponaten zu einer Tour durch Zeitepochen und deren unterschiedlichen Ausprägungen abzuholen. Aktuelle Besucherzahlen belegen, dass solche Anstrengungen belohnt werden und generell die Popularität von Museen ungebrochen ist.

Seinen großen Auftritt hatte bei der IAA auch der neue Iveco Evadys, Foto: Sanne
IAA-Rückblick: Hannovers Highlights

IAA-Rückblick: Hannovers Highlights

2016 warfen die Aussteller bei der IAA Nfz einen weiten Blick in die Zukunft, allen voraus der Daimler-Konzern. Aber auch die Fahrzeughersteller MAN, Iveco oder SOR kamen mit attraktiven Premieren – klassischer Art – nach Hannover.

So viel Wandel war nie, sagte Volker Mornhinweg, Chef von Mercedes-Benz Vans am Morgen des ersten Tages der IAA Nutzfahrzeuge – und dass gilt nicht nur für die Vans, sondern speziell auch für die Busbranche, wie die diesjährige IAA in Hannover gezeigt hat. Dabei standen die Themen Digitalisierung und Elektromobilität besonders im Mittelpunkt.

Bei Daimler waren es der Future Truck, bereits 2014, der Future Bus (siehe BUSMAGAZIN 10/2016) und der Vision Van, die nicht nur optisch für Furore sorgten. Beim Vision Van, jüngstes Zukunftsprodukt der drei „Hingucker“ und Mornhinwegs Messe-Liebling, handelt es sich um einen elektrisch betriebenen, automatisierten und vernetzten Transporter. Eingesetzt soll er als Kurierdienstauto, dessen manuelle Päckchenauslieferung durch zwei vollautomatisierte Drohnen auf dem Dach unterstützt werden soll. Gesteuert wird er mit einem Joystick; das klassische Lenkrad hat ausgedient.

Den kompletten Beitrag zum Download gibt es in unserer Rubrik "Fachbeiträge".

Ein Lindwurm für den ÖPNV: Der MB CapaCity L kommt auf stattliche 21 m Länge, Foto: Bünnagel
Mercedes-Benz CapaCity L

Mercedes-Benz CapaCity L: Neue Dimensionen

In neue Gelenkbusdimensionen stößt Mercedes-Benz mit dem CapaCity L vor. Seine 21 m Länge sind eine Reaktion auf den Wunsch der Verkehrsunternehmen nach immer größeren Gefäßformaten, um das steigende Beförderungsvolumen bewältigen zu können. Doch wie alltagstauglich ist ein solcher Gelenkzug noch? Das wollten wir in unserem Test in der Bonner Innenstadt herausfinden.

Drei Meter sind nicht die Welt, aber in diesem Fall ein entscheidendes Kriterium. Das musste auch der Speditionsfahrer erkennen, der den Vorführer nach Bonn brachte, wo wir ihn auf unserem obligaten Testterrain auf Herz und Niere überprüfen wollten. Wahrscheinlich eher mit maximal 18 m langen Lkw-Gespannen vertraut, blieb er an einer Autobahnraststätte mit dem rechtsseitigen Heckbereich an einem Poller hängen.

Eine kleine Unaufmerksamkeit, ein kurzer Rückfall ins Gewohnte kann beim CapaCity L also fatal sein. Langjährige Erfahrung am Steuer herkömmlicher Gelenkbusse erweist sich somit womöglich als trügerisch im Umgang mit dem 21-m-Giganten. Deswegen sollte gerade bei Abbiegemanövern von Anfang an der obligatorische Blick in die drei Videomonitore im Cockpit trainiert werden, die das Bild der vier Kameras wiedergeben, die die rückwärtigen Seitenflanken und den Ausschwenkbereich des Fahrzeughecks links und rechts überwachen. 

Den kompletten Beitrag zum Download finden Sie in der Rubrik "Fahrzeugtests".

Ein wesentliches Element der HPD-Motorbremse sind die Ventilbrücken, Grafik: Jacobs Vehicle Systems
Bremsen: Wird der Retarder überflüssig?

Bremsen: Wird der Retarder überflüssig?

Heute besitzt ein Großteil der Busse eine zumeist hydrodynamische Dauerbremse. Private Omnibusunternehmen wie Verkehrsbetriebe setzen hinsichtlich Sicherheit und Schonung der Betriebsbremsen auf Retarder. Das könnte sich in absehbarer Zukunft womöglich ändern: Denn der US-amerikanische Spezialist Jacobs Vehicle Systems hat eine neue Hochleistungsmotorbremse vorgestellt. Wir testeten den Prototypen am Nürburgring.

In neuen Doppelstockbussen wie dem aktuellen Neoplan Skyliner oder dem Ayats Eclipse (vgl. Fahrbericht in BUSMAGAZIN 10/2016, S. 28-31) mit Motorisierungen jenseits der 480 PS und großen Hubräumen sind moderne, hocheffiziente Motorbremsen verbaut. Sie übernehmen einzelne Bremsstufen oder verstärken das Verzögerungsmoment. Dabei handelt es sich meist um Dekompressionsbremsen oder Kombinationen aus Motorstau- und Dekompressionsbremse wie bei der bekannten Exhaust Valve Brake (EVB), wie sie im spanischen Doppeldecker zu finden ist. Auch der Reisehochdecker Temsa HD in der gerade marktreifen Version (vgl. Fahrbericht in BUSMAGAZIN 10/2016, S. 24-27) besitzt eine Motorbremse, die in der fünften Stufe des Retarders zugeschaltet wird oder die Verzögerungsmaßnahmen des ART regelt. Erst bei größerem Bremsbedarf wird hier der Retarder zugeschaltet.

Aber: Ohne scheint es kaum zu gehen, die meisten Fahrzeughersteller mit Ausnahme von Volvo und seiner – nicht bei allen Busbetreibern beliebten – Motorbremse VEB+ setzen auf die Dauerbremse. Aber womöglich könnten Retarderquoten von 85 % und mehr künftig der Vergangenheit angehören.

Die schönsten Windmühlen stehen in der La Mancha auf den Hügeln um die
Spanien: Madrid und die Windmühlen der La Mancha

Spanien: Madrid und die Windmühlen der La Mancha 

Die Metropole Madrid ist nicht nur Kulturmetropole, sondern auch Spaniens Hauptstadt der Kochkunst. Neben vielen regionaltypischen Restaurants wird hier die Tapas-Kultur und das Andenken an die spanische Literatur besonders gepflegt.

In der spanischen Hauptstadt Madrid, mit 650 m über dem Meer übrigens die höchstgelegene Hauptstadt Europas, und ihrer unmittelbaren Umgebung leben heute 6 Mio. Menschen, jeder siebte Spanier ist also ein Madrilene. Und Madrid wächst weiter, vor allem in Nord-Ost-Richtung breitet sich die Metropole unaufhaltsam aus.

Im Vergleich zu anderen spanischen Städten ist Madrid eine sehr junge Stadt. Erst um 1900 erreichte man eine Millionen Einwohner. Ihr größtes Wachstum erlebte sie im 20. Jahrhundert, doch im Zentrum Madrids ist die abwechslungsreiche Geschichte allgegenwärtig. Es gibt ein habsburgisches Madrid des 16. und 17. Jahrhunderts, ein bourbo­nisches Madrid des 18. und 19. Jahrhunderts, neue Stadtgebiete am Rande, die überwiegend in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden und die modernen Stadtviertel des 20. und 21. Jahrhunderts. Dementsprechend vielfältig und faszinierend wirkt auch die Architektur Madrids, hinzu kommt eine Museumslandschaft, die jeden begeistert. Selbst Besucher, die bisher weniger an Kunst interessiert waren, geraten hier in Madrid ins Schwärmen.

Chefredakteur Dirk Sanne
Dirk Sanne

Editorial IAA/Museen: Eindrücke aus der Welt von morgen – und von gestern

Die IAA 2016 sei von beispielloser Dynamik geprägt gewesen, betonte Matthias ­Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), kaum war der Vorhang dieser führenden internationalen Nfz-Bühne gefallen.

Ausgezeichnet habe sie sich vor allem durch ihre Innovationskraft, ihre Kreativität und ihren Pioniergeist, erläuterte Wissmann auf der Abschlusspressekonferenz. Im Zentrum des Forschungs- aber auch des Publikumsinteresses standen in Hannover u. a. automatisiertes Fahren, Elektrifizierung und Vernetzung des Verkehrs untereinander.

Auch die 332 Weltpremieren auf der IAA waren (und sind) ein Beweis für die Kreativität der Branche. Zu ihnen zählten beispielsweise der neue VW Crafter bzw. der baugleiche MAN TGE – nur der alte (Büssing)Löwe auf der Front unterscheidet den TGE vom VW-Auto.

Damit stellt der VW-Konzern erstmalig nach Beendigung der Kooperation mit Daimler – der alte Crafter basierte im Wesentlichen auf dem MB Sprinter – wieder einen eigenständigen (Personen)-Transporter auf die Beine.

MAN schickte zudem den neuen Neoplan­Tourliner als Weltpremiere nach Hannover. Der Tourliner ist mit den zurzeit modernsten Fahrassistenzsystemen bestückt, und sein jetzt verstärktes Gerippe soll im Notfall für zusätzlichen Schutz sorgen.

Iveco wiederum enthüllte vor großem Publikum den neuen Evadys. Er ist zwischen Crossway und Magelys positioniert; ist also ein Überlandwagen mit Potenzial zum Reisebus.

Das sind nur drei kleine Beispiele, womit die Fahrzeugindustrie auf der diesjährigen Messe punktete. Es gab natürlich viel mehr Messe-Highlights. Eine große Auswahl an attraktiven Neuheiten und kreativen Ideen finden Sie zusammengefasst in unserem IAA-Bericht ab Seite 6.

Intensiv beschäftigen wir uns in diesem Heft zudem mit dem Thema Museen und ihrer touristischen Bedeutung. Zwar steht bei den Häusern das Sammeln, Bewahren und Forschen im Fokus ihrer Aufgaben, wie der Deutsche Museumsbund unterstreicht. Er erkennt aber zugleich an, dass „die öffentliche Wertschätzung des Museums insbesondere durch seine publikumswirksamen Präsentationen in Dauer- und Sonderausstellungen bestimmt“ wird.

Und das wiederum steht im Fokus unserer Berichterstattung. In unserem Top-Thema (ab Seite 36) stellen wir Ihnen deswegen einen bunten Strauß an ausgewählten Museen zusammen und erläutern detailliert ihre Vorzüge als touristische Ausflugsziele. Anfangen werden wir übrigens mit der Vorstellung dreier echter musealer Schwergewichte: dem British Museum, dem Smithsonian und dem Deutschen Museum.

Viel Vergnügen beim Lesen.

Ihr Dirk Sanne (Chefredakteur)

Kontakt: d.sanne(at)kirschbaum.de