Busmagazin 12/2013

 

 

 

 

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Top-Thema: Klassenfahrten und Jugendreisen

Zoos und Tierparks haben ihre Angebote für Klassenfahrten stark erweitert, Foto: Zoo Rostock
Klassenfahrten und Jugendreisen

Auf die Mischung kommt es an, das ist bei Klassenfahrten und Jugend­reisen nicht viel anders als bei anderen Reisearten. Für Lehrer, Betreuer und Gruppenreiseveranstalter bedeutet das, neben dem geeigneten Reiseziel auch ein Programm zu organisieren, das Unterricht und Unterhaltung sinnvoll kombiniert. Gut, dass touristische Unternehmen genau darauf vorbereitet sind, wie BUSMAGAZIN auf Anfrage festgestellt hat.

An Klassenfahrten erinnert man sich noch, wenn einem die Schule Lichtjahre entfernt vorkommt. Aber nicht nur Mitschüler und Lehrer bleiben im Gedächtnis, auch die Orte, wohin die Reisen führten, werden „gespeichert“. Diese positiven Erfahrungen in der Jugend kann man dann im Alter noch einmal auffrischen.

Dabei sind Klassenfahrten grundsätzlich keine Urlaubs- oder Freizeitveranstaltungen, wie Claudia Mettge, Lehrerin am Werner-von-Siemens-Gymnasium in Bad Harzburg, anmerkt. Solche Ziele würden weder nach großer Entfernung noch nach hohem Unterhaltungswert ausgesucht. „Es geht vielmehr um die Förderung der Klassen­gemeinschaft und um ein Rahmenprogramm, in dem Lernen an anderen Orten, mit anderen Inhalten und Methoden möglich ist“, ergänzt Mettge.  

Fahrsicherheitstraining: Besser lenken lernen

Anspruchsvolle Fahrübungen absolvierten die Teilnehmer bei unserem Sicherheitstraining
Fahrsicherheitstraining

Oft entscheiden Sekundenbruchteile über Wohl und Wehe des Busfahrers und seiner Fahrgäste. Beim Fahrsicherheitstraining von BUSMAGAZIN und der Neoplan Academy frischten 24 Teilnehmer ihr Wissen und Können auf.

Behaupte bloß noch einer, Busfahrer hätten ihr Arbeitsgerät nicht im Griff. Samstagmorgen, der Verkehrsübungsplatz in ­Grafschaft an der Ahr. Rolf Lechner hat sich die Jacke ausgezogen, die Sonne strahlt an diesem schönen Tag im späten Oktober noch einmal kräftig vom Himmel. Gerade hat der kernige Bayer, Trainer der Neoplan Academy des Herstellers MAN, noch einmal die Pylonen gerichtet, die hintereinander im Abstand von rund 25 m auf der asphaltierten Strecke stehen.

„Der nächste kann kommen“, befiehlt er ins Funkgerät, seine Verbindung zu den vier Bussen, die auf dem Übungsplatz unterwegs sind, „bitte mit 20 Stundenkilometern“. Schon nähert sich ein Fahrzeug aus dem kleinen Waldstück heraus, umkurvt elegant die kleinen Hindernisse, ohne auch nur eines zu be­rühren. Das ist Gefühl für die Lenkung pur. 

Den kompletten Beitrag lesen Sie in unserer Rubrik "Fachbeiträge".

Jede Menge Fotos vom Fahrertraining finden Sie in unserer Bildergalerie.

Reifendrucküberwachung: Keine Angst vorm Plattfuß

Mit dem Handlesegerät kann man das System überprüfen, Foto: Bünnagel
Reifendrucküberwachung

Luftdrucküberwachungssysteme für Nutzfahrzeugreifen sind im Kommen. Denn sie ermitteln ­Druckverluste schon lange vor einem kritischen Zeitpunkt. BUSMAGAZIN hat den Einbau eines brandneuen Systems von Continental in der Werkstatt begleitet.

Praktisch jeder Busunternehmer kennt diese Situation: Da ist ein Fahrzeug auf einer Tour mit engem zeit­lichen Rahmen, z.B. einem Flughafentransfer – und dann fällt es vor Erreichen des Ziels wegen eines Reifenschadens aus. Es folgt hek­tische Betriebsamkeit, Kontakte mit dem Pannendienst, womöglich der kurzfristige Ersatz durch ein Austauschfahrzeug und vieles mehr. Trotz solcher schnellen Maßnahmen könnte mancher Kunde seinen Flieger ver­passen, was für einigen Ärger fürs Unternehmen sorgen dürfte – keiner kann sich so einen Vorfall im heutigen Geschäft noch leisten.

Erlebbare Geschichte: Unterhaltsam durch die Zeit reisen

Alltagsgeschichte zum Anfassen präsentiert das DDR-Museum in Berlin, Foto: DDR-Museum Berlin
Unterhaltsam durch die Zeit reisen

Museumsbesucher wollen nicht nur Neues sehen oder etwas lernen, sie wollen auch gut unterhalten werden. Immer mehr Museen machen deshalb entsprechende Angebote, die die Vergangenheit für Gruppen lebendig werden lassen.

Der Sitz im Trabi bleibt nicht lange leer. Immer wieder nehmen Besucher hinter dem Lenkrad Platz, drehen daran oder spielen an den wenigen Knöpfen und der Lenkradschaltung des bisweilen auch „Duroplastbomber“ genannten DDR-Autos. Ein paar Meter weiter stehen andere zunächst etwas ratlos in einem Plattenbauwohnzimmer im 70er-Jahre-Design, bis sie begreifen, dass sie auch hier in Schränke und Schubladen schauen oder den Fernseher einschalten müssen, um mehr zu erfahren über den Alltag in der DDR.  

Gärten und Gartenschauen: Hingucker für Blumenfreunde

Die Rhodo findet 2014 wieder in Westerstede statt, Foto: Stadt Westerstede
Gärten und Gartenschauen

Über die ganze Republik verteilt finden sich grüne Ausflugsziele, die 2014 mit abwechslungsreicher Blütenpracht und kreativer Landschaftsarchitektur locken. BUSMAGAZIN stellt eine Auswahl botanischer Gruppen-Highlights im kommenden Jahr vor.

Der renommierte Schweizer Landschaftsarchitekt Prof. Dieter Kienast (1945 – 1998) hat die Bedeutung des Gartens für den modernen Menschen einmal so definiert: „Der Garten ist der letzte Luxus unserer Tage, denn er erfordert das, was in unserer Gesellschaft am kostbarsten ist, Zeit, Zuwendung und Raum.“ Diese Aussage ist heutzutage zutreffender denn je. Und genau diesen Luxus gönnen sich immer mehr Menschen – sei es im eigenen Garten oder auf Reisen. Das Interesse für das Gärtnern, den „grünen Daumen“ sowie abwechslungsreich in Szene gesetzte Pflanzungen wächst stetig und macht botanische Ausstellungen und Anlagen somit auch zu einem spannenden Thema für Bus- und Gruppenreiseveranstalter.  

Editorial: Jugendliche stehen im Fokus

Chefredakteur Dirk Sanne
Chefredakteur Dirk Sanne

Kinder- und Jugendreisen machen in Deutschland immer noch ca. 30 % des Gesamttourismus aus – auch wenn die Anzahl der öffentlich geförderten Reisen rückläufig ist. Wobei die Altersgrenze bei dieser Aussage des „Bundesforums Kinder- und Jugendreisen“ bei immerhin 26 Jahren liegt. Inklusive dieser jungen Erwachsenen kommt diese Gesellschaftsgruppe auf 22,5 Mio. Urlaubsreisen und einen Umsatz von 12 Mrd. Euro. Das sei ein Achtel der weltweit für Jugendreisen ausge­gebenen Summe und unterstreiche die Bedeutung der jugendlichen Freizeitgestaltung in Deutschland. Die Reiseerfahrung der Jugendlichen, auch wenn die Gruppe auf das Alter 14-17 Jahre reduziert wird, liegt mit 82,2 % sehr hoch. 

Ein weiterer Trend ist, dass Sozialverbände und Jugendunterkünfte, wie z. B. die Arbeiterwohlfahrt (AWO) oder das Deutsche Jugend­herbergswerk, selber als Reiseveranstalter auftreten oder um Gruppen werben. Aktuell bieten die Jugendherbergen auf ihrer Internetseite beispielsweise Bogenschießwochenenden, Azubi-Auszeiten oder ­gruselige Lesenächte für Schulklassen an. 394 Treffer liefert die dortige Suchmaske unter „Gruppenreisen“ – wenn auch nicht alle Angebote nur auf Jugendliche zielen. 

Viele derartige Veranstalter haben sich übrigens einen Pool an Betreuern aufgebaut. So stehen z. B. der AWO Reise gemeinnützige GmbH Mecklenburg-Vorpommern mehr als 100 ehrenamtliche Betreuer zur Seite. Nach Angabe der AWO verfügen die Betreuer über eine Ausbildung als Jugendgruppenleiter entsprechend den Empfehlungen und Richtlinien des Kultusministeriums von Mecklenburg-Vorpommern.

Aber nicht nur die AWO setzt auf Jugendfahrten. Auch Städte gehen ­vermehrt auf Jugendliche und Schulklassen zu. So hat die Seestadt ­Bremerhaven bereits vor Jahren die Kampagne „Bildung Ahoi“ und die Lehrerinfotage ins Leben gerufen. Beides ein voller Erfolg, der Lehrkräfte und Busreiseveranstalter nicht nur aufhorchen lässt, sondern auch zum Besuch der Wissens- und Erlebniswelten im Norden animiert. 

In unserem Top-Thema „Was eine Klassenfahrt zur klasse Fahrt macht“, das Sie auf Seite 26 finden, gehen wir der Frage nach, wie Bus- und Gruppenreisever­anstalter auch im kommenden Jahr von Kinder-, Schul- und Jugendreisen profitieren können. 

Übrigens: Das Bundesforum Kinder- und Jugend­reisen (www.bundesforum.de) gibt auch eine Checkliste zu Jugendreisen für Eltern heraus. Anhand von zwölf Punkten macht die Liste Eltern bewusst, wonach sie bei ausgeschrie­benen Reisen schauen sollten. Diese Hinweise können natürlich auch für Reiseveranstalter eine Hilfe sein, indem sie ihre Angebote ­entsprechend ausrichten und die Prüf­kriterien erfüllen.

Ihr Dirk Sanne (Chefredakteur)

Kontakt: d.sanne(at)kirschbaum.de