Ausgabe 12/2016 - 1/2017

 

 

 

 

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Gleich sechs E-Bus-Modelle traten zum Vergleichstest in Bonn an, Foto: Bünnagel

Top-Thema: E-Bus-Test - Elektrisierende Weltpremiere

So etwas hat die Welt noch nicht gesehen: Sechs verschiedene E-Bus-Modelle traten Ende Oktober in Bonn zum Vergleichstest gegeneinander an. Organisiert wurde das Event vom „Omnibusspiegel“ mit tatkräftiger Unterstützung vom BUSMAGAZIN und den Stadtwerken Bonn (SWB). Lesen Sie den ersten Teil unseres Berichts, dem in der Ausgabe 2/2017 der zweite Teil mit weiteren Ergebnissen folgt, die momentan noch ausgewertet werden.

Sechs Omnibushersteller, das Who-is-who der Elektrobusproduzenten in Europa, und 14 Journalisten aus Deutschland, Frankreich, Norwegen, Schweden, den Niederlanden und der Schweiz, davon sieben Bustester: Der weltweit erste E-Bus-Vergleichstest zog Busbauer wie schreibende Zunft gleichermaßen an. Nicht möglich wäre die Veranstaltung aber ohne die SWB gewesen: Sie stellte Räumlichkeiten und Equipment, z. B. fürs Laden.

Denn eine Menge unterschiedlicher Testläufe standen auf dem Programm: Werkstatt- und statischer Check der Fahrzeuge, Reifendruck-, Schallpegel- sowie Gewichtsmessungen, und als Königsdisziplin natürlich der Fahrtest mit Verbrauchsermittlung. Letzterer war im Gegensatz zur vergleichsweise einfachen Prozedur beim Dieselbus nur durch nächtliches Nachladen mit angeschlossenen Zählern umzusetzen, das von uns in Person des Omnibusspiegel-Mitarbeiters Eberhard Schaa kontrolliert wurde.

Den kompletten Beitrag zum Download gibt es in unserer Rubrik "Fachbeiträge".

Erfolgsmodell seit 34 Jahren: der Astromega, hier in der aktuellen Euro-6-Ausführung TDX27, Foto: Bünnagel

Van Hool Astromega TDX27: Der große Belgier

Seit 1982 ist der Astromega ein Dauerläufer im Van-Hool-Portfolio. Ihre langjährige Erfahrung im Reisedoppeldeckerbau kommt den Belgiern auch beim aktuellen Modell TDX27 zugute, wie wir auf unserer großen Runde vom Werk in Koningshooikt bei Antwerpen in die Ardennen zur Formel-1-Rennstrecke in Spa-Francorchamps feststellen konnten. Vor allem seine Fahreigenschaften standen dabei im Vordergrund.

Noch immer zählt die Konstruktion von Doppelstockbussen zur Königsdisziplin in der Busentwicklung. Der hohe Schwerpunkt der Fahrzeuge muss gehandhabt werden, gleichzeitig ein hohes Sicherheitslevel und angenehmes Komfortniveau gewährleistet sein. Und das alles bei kleinen Einbauräumen, denn trotz der enormen Maße von 14,1 m beim längeren Astromega – der TDX25 ist rund 1 m kürzer – ist der Platz für die Antriebstechnik knapp. Das liegt am niederflurigen Unterdeck, dem notwendigen Kofferraum für fast 100 Fahrgäste an Bord und der wegen der Fahrzeughöhe von 4 m im Heck integrierten Klimaanlage in einem Reisedoppeldecker.

Wie Van Hool beim aktuellen Astromega-Modell mit Euro-6-Abgastechnik diesen Mehrklang von Anforderungen gelöst hat, wollten wir auf einer 340 km langen Belgien-Runde erfahren. 

Den kompletten Beitrag zum Download finden Sie in der Rubrik "Fahrzeugtests".

Foto: Fotolia/Teteline

Autonomes Fahren: Wenn Roboter entscheiden

Eines der großen Zukunftsthemen in der Verkehrsbranche ist das autonome Fahren. Während die technische Entwicklung rasant voranschreitet, werden zunehmend die sich daraus ergebenden rechtlichen und auch ethischen Fragen diskutiert.

Im Spielfilm „I, Robot“ muss der Polizist Dal Spooner einen Todesfall im Jahr 2035 aufklären, in den ein Roboter verwickelt ist. Der Film selbst basiert sehr lose auf einer Erzählung des Autors Isaac Asimov, von dem auch die „drei Robotergesetze“ stammen, bei denen an erster Stelle steht, dass ein Roboter kein menschliches Wesen verletzen darf oder zulassen darf, dass einem menschlichen Wesen Schaden zugefügt wird und an zweiter Stelle, dass ein Roboter menschlichen Befehlen gehorchen muss, es sei denn, dies steht in Wiederspruch mit Gesetz Nummer eins.

Die sich hieraus ergebenden Fragestellungen galten als Zukunftsmusik. Doch die Zukunft kommt eben manchmal schneller als man denkt, und in der Verkehrsbranche sieht man sich spätestens mit der rasanten Entwicklung beim autonomen Fahren mit der Frage konfrontiert, nach welchen Kriterien der Steuerungscomputer eines autonom fahrenden Fahrzeugs – gerne auch Roboterauto genannt – seine Entscheidungen treffen soll.

Die umfangreich ausgestattete Bordküche befindet sich rechtsseitig im Frontbereich, Foto: Sanne

Busausstattung: Alles an Bord

Auf der IAA Nutzfahrzeuge präsentierte die GEFA Bank GmbH nicht nur interessante Finanzdienstleistungsangebote, sondern auch ihren neuesten Gästebus.

Dieses jüngste Busmodell des bedeutendsten Finanzierungspartners im deutschen Omnibusgewerbe ist bereits das dritte seiner Art in den schwarz-roten Farben der GEFA Bank, die zur französischen Société Générale Group gehört. Alles begann 1993 mit einem Neoplan Skyliner, „der einzigartig ausgebaut wurde und heute noch als Maßstab für derartige Veranstaltungsfahrzeuge gilt“, berichtet GEFA-Bank-Werbeleiter Peter Teschemacher.

So wurde dieser erste Messebus im Heck mit einer vollen Stehhöhenfläche und einem einmaligen, auffälligen Sechseckfenster ausgestattet. Drei Jahre später folgte ein MAN-Bus mit Berkhof-Aufbau. „Beide Fahrzeuge verfügen über eine voll eingerichtete Bar/Küche mit Kaffeevollautomat, Zapfanlage, Kochmöglichkeit, Spülmaschine, großem Kühlschrank, Stehbereich sowie Vis-à-vis-Sitzgruppen – beim Neoplan auf zwei Ebenen“, schildert Teschemacher.

Foto: Sanne

Interview: „Die Busbranche reagiert zeitverzögert auf touristische Krisen“

Das Gruppenreisegeschäft steht 2017 vor erheblichen Herausforderungen. Über die Schwierigkeiten und mögliche Alternativwege zum wirtschaftlichen Erfolg sprach BUSMAGAZIN-Chefredakteur Dirk Sanne mit Uwe Schneider, Geschäftsführer von Grimm Touristik Wetzlar (GTW).

BUSMAGAZIN: Herr Schneider, der Terrorismus hat das Geschäft mit dem Tourismus in letzter Zeit kräftig durcheinandergewirbelt. Welche wirtschaftlichen Folgen hatten z. B. die Anschläge in Paris oder in Nizza für Ihr Unternehmen?

Uwe Schneider: Unser Geschäft mit Frankreich ist aufgrund des Terrors und der Terrorgefahr eine echte Herausforderung. Das Reiseziel Paris können Sie momentan nur eingeschränkt verkaufen. Zwar konnten wir diesen speziellen Einbruch durch den vermehrten Verkauf von Frankreichrundreisen kompensieren und erzielen insgesamt im Segment Frankreich 2016 sogar ein Umsatzplus. Aber die Erfahrung lehrt, dass die Busbranche zeitverzögert auf touristische Krisen reagiert. Das heißt, der große Einbruch erfolgt meiner Meinung nach 2017. Darauf deutet bereits das momentan schwache Buchungsverhalten unserer Kunden fürs kommende Jahr hin. Setzt sich das fort, so müssen wir mit einem Rückgang im zweistelligen Prozentbereich rechnen.

Chefredakteur Dirk Sanne

Editorial: Elektrobusse im Test als Weltpremiere

Gleich sechs Elektrobusse der 12-m-Klasse stellten sich aktuell in Bonn einem internationalen Kollegium erfahrener Verkehrsjournalisten zu einem ersten und wohl bisher einmaligen Vergleichstest. Unterstützt von den Bonner Stadtwerken (SWB) und in enger Kooperation mit dem „Omnibusspiegel“ (Dieter Hanke Verlag, Bonn) hat BUSMAGAZIN diesen Test mitdurchgeführt und redaktionell begleitet.

Bei dieser kleinen Weltpremiere traten die „Elektrischen“ von Bolloré (Frankreich), Ebusco (Niederlande), Linkker (Finnland), Sileo (Deutschland/Türkei), Solaris (Polen) und VDL (Niederlande) „gegeneinander“ an.

So ganz direkt lassen sich die Fahrzeuge technisch nämlich nicht miteinander vergleichen. Zu unterschiedlich sind ihre elektrischen (Antriebs-)Konzepte sowie der Entwicklungsstand der Busse. Auch bei ihrem Stromverbrauch muss man genau hinschauen. So klimatisiert ein Teil der Omnibusse seinen Innenraum elektrisch und der andere Teil klassisch mittels Dieselaggregat. Allein aus diesem Grund addierten die Stromzähler unterschiedliche kW-Stunden auf.

Aber alle Wagen verkehrten auf der gleichen ÖPNV-Strecke in der Bonner Innenstadt und jeder der sieben Journalisten mit Busführerschein fuhr alle Wagen im konstanten Wechsel. Damit war die Möglichkeit zum direkten Fahrvergleich unter den Bussen gegeben. Allein der E-Bus von Linkker fuhr außer der Reihe mit, da er aus Finnland kommend erst am dritten und letzten Testtag Bonn erreichte und zur Verfügung stand. Stationäre Werkstatttests und Innenraumgeräuschmessungen rundeten diesen Fahrvergleich ab. Die spannende Story dazu und unseren detaillierten Eindruck von den Probanden finden Sie in unserem Top-Thema ab Seite 8.

Themenwechsel: Dies ist für 2016 unsere letzte Ausgabe von BUSMAGAZIN. Ein spannendes Jahr neigt sich damit seinem Ende zu. Es hatte viele attraktive, teils branchenübergreifende Themen zu bieten, über die es zu berichten lohnte und wir auch berichtet haben. Automatisiertes Fahren, Platooning oder eben Elektrobusse, auch die großen Messen ITB und IAA oder der neue RDA-Workshop Friedrichshafen hatten ihren (journalistischen) Reiz, um nur mal ein paar wenige zu nennen.

Nun jedoch steht mit der Weihnachtszeit ein hoffentlich eher besinnlicher Jahresabschnitt vor Ihnen und uns. In diesem Zusammenhang danken wir Ihnen zum Jahresende für treues Lesen und wünschen eine frohe und entspannte Weihnacht. Auch 2017 werden wir Ihnen wieder wie gewohnt informative und spannende Geschichten liefern – versprochen.

Ihr Dirk Sanne (Chefredakteur)

Kontakt: d.sanne(at)kirschbaum.de