Ausgabe 3/2017

 

 

 

 

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Top Thema ITB Berlin: Ungebrochene Reiselust

Die ersten Zahlen deuten darauf hin, dass es ein gutes Reisejahr 2017 wird. Die Verschiebung der Reiseströme aufgrund von politischen Entwicklungen in der Welt verlangt von Gruppenreiseveranstaltern aber Flexibilität und das frühzeitige Sichern von Kontingenten.

Wenn am 8. März die ITB in Berlin ihre Pforten für die Fachbesucher öffnet, wird die weltweit größte Tourismusmesse wieder ein Barometer für die Touristikwirtschaft sein. Und dieses Barometer zeigt derzeit nach wie vor ein Hoch an. Denn auch im Jahr 2016 präsentierte sich der weltweite Tourismus wieder als Wachstumsbranche und dies trotz Terroranschlägen und weltweiten Krisen in einem als schwierig wahrgenommenen Umfeld.

Die Zahl internationaler Ankünfte wuchs um rund 4 % (Quelle: Welttourismusorganisation UNWTO). Für das Gesamtjahr 2016 wird ihre Zahl voraussichtlich bei deutlich über 1,2 Mrd. liegen, das waren 48 Millionen Ankünfte mehr als 2015. Die Touristikbranche hat damit nach dem weltweiten Einbruch im Gefolge der Finanzkrise 2009 das siebte Jahr in Folge wieder einen Zuwachs erreicht. Der Tourismus habe sich in den vergangenen Jahren als ausgesprochen widerstandsfähig erwiesen, urteilt denn auch Taleb Rifai, der Generalsekretär der Welttourismusorganisation.

Der VDL Citea SLF Electric in unserem E-Bus-Vergleichstest, Foto: Agence VISAVU/Jean-Philippe Glatigny

E-Bus-Vergleichstest: Stromer unter der Lupe

Im zweiten Teil unseres E-Bus-Vergleichstests (siehe auch BUSMAGAZIN 12-1/2016-17) werfen wir u. a. einen Blick aus der Grube unter das Kleid der Stromer und auf das Fahrverhalten im Detail.

Beginnen wollen wir jedoch mit dem Fahrerarbeitsplatz. Hier schneiden die alten Hasen im Busgeschäft – Solaris und VDL – mit Zustimmungswert meist zwischen 70 und 95 % erwartungsgemäß am besten ab. Allerdings konnten sich nicht alle testenden europäischen Journalisten mit dem hübschen, aber gewöhnungsbedürftigen Touchscreenpanel im Urbino 12 Electric anfreunden (Wert: 63 %).

Aber auch Ebusco 2.1, Sileo 12, Linkker 12 und gerade der noch im Prototypenzustand befindliche Bolloré BlueBus 12 schlugen sich bemerkenswert wacker. Letzterer erhielt sogar das beste Urteil (73 %) bei der Pedalerie, wo die Bewertungen ansonsten mittelmäßig ausfielen. Letzteres galt teilweise auch für die Sichtverhältnisse aus dem Cockpit durch Scheiben und in die Spiegel. Fast durchweg hier bei Werten über 80 %: der VDL Citea SLF Electric.

Mittelmäßige bis gute Werte erzielten fast alle Kandidaten auch die On-Board-Menüs und die Ablagemöglichkeiten am Fahrerarbeitsplatz. Negativer Ausreißer hier: der Ebusco mit jeweils nur 33 %.

Als eines der ersten Fahrzeuge wird der Isuzu Visigo von Omnicar vorgestellt, Foto: Eberhard Schaa

Premiere: Omnicar goes Isuzu

Der Busimporteur Omnicar Fahrzeughandel aus Bühl (bei Karlsruhe) nimmt Isuzu-Busse in sein Vertriebsprogramm auf. Erstmalig tritt das Unternehmen mit einem Visigo aus türkischer Produktion auf der RDA Group Travel Expo in Friedrichshafen (20./21.4.) auf.

Sie heißen Citibus, Citimark, Inter­Urban, Novo, Turquoise, Visigo oder Roybus. Die Rede ist hier von Omnibussen aus dem Hause Anadolu Isuzu Automotive Industry & Trading (Istanbul). Gefertigt werden die Wagen in der Türkei. Der japanische Konzern Isuzu mit Sitz in Tokyo ist mit gut 17 % direkt an dem Unternehmen beteiligt. Nach eigenen Angaben produzierte man 2015 ca. 2.500 Busse und Midibusse, von denen ca. 10 % in Export gingen.

Isuzu-Fahrzeuge sieht man auf deutschen Straßen recht selten. Guhl Reisen aus Frankfurt ist einer der wenigen, der wiederholt auf diese Omnibusse aus türkischer Produktion gesetzt hat. Doch das soll sich ändern. Omnicar mit Firmensitz in Bühl hat sich die Verkaufsförderung von Isuzu-Bussen in Deutschland, Österreich und in der Schweiz auf die Fahne geschrieben – und das nicht ohne Grund.

Foto: Sanne (modifiziert)

bus.de: Der Kurs steht auf Veränderung

Der RDA will seinen Mitgliedern mit „bus.de“ neue Impulse im Mietomnibusgeschäft geben. Die Vermittlungsplattform von Mietomnibusfahrten soll jedoch beim RDA nicht die einzige Neuerung bleiben.

Auf dem 35. Tag der Bustouristik Anfang Januar in Bremen referierte Benedikt Esser, RDA-Vizepräsident, über das Mietomnibusgeschäft und aktuelle Herausforderungen in diesem Bereich. Mit der Übernahme der Geschäftsführung der RDA-Workshop Touristik-Service GmbH zum 1.1.2017 scheint es, als ob Esser mehr Verantwortung übernehmen und frischen Wind in die Verbandsarbeit sowie die Messeveranstaltungen bringen will. Sein aktuelles Projekt ist bus.de, eine Online-Plattform zur Vermittlung von Mietomnibusfahrten.

Bastian Rad, Frauke Beuth und Tanya Trommer (v. l.) Foto: Sanne

alpetour: „Im Fokus steht die Zufriedenheit der Gäste“

Die alpetour Touristische GmbH, Starnberg, blickt auf ein erfolgreiches sowie herausforderndes Jahr 2016 zurück. BUSMAGAZIN sprach mit Frauke Beuth (Prokuristin, Personalleitung, Human Resources Management), Tanya Trommer (Prokuristin) und Bastian Rad (Marketing & Communications Manager) über die „Reisehighlights“, aber auch über die Kunst, Krisen zu managen.

BUSMAGAZIN: Rückblickend auf 2016, wie bewerten Sie dieses Jahr wirtschaftlich?
Tanya Trommer: Wir sind mehr als zufrieden. 2016 zeichnete sich durch weiteres Wachstum in unseren großen Geschäftsfeldern „Paketer“ sowie „Klassenfahrten- und Jugendreisen“ aus.
Bastian Rad: Bei den Klassen- bzw. Jugendfahrten verzeichnen wir zurzeit die größeren Erfolge. Wobei wir auch im Paketersegment immer stärker werden, was sicherlich an unserem verbesserten Engagement im Außendienst liegt.

Den kompletten Beitrag zum Download gibt es in unserer Rubrik "Fachbeiträge".

Chefredakteur Dirk Sanne

Editorial ITB: Tourismus - Trotz Terror weiter auf Wachstumskurs

Der Terrorismus zählt zu den gefährlichsten Bedrohungen, mit denen man in Europa, aber auch in Kleinasien und in Nordafrika zurzeit rechnen muss. Gesellschaft und Politik sind gefordert, diesen Gefahren vorzubeugen bzw. diese abzuwehren. 

Was, wenn man allein an die leider erfolgreichen Anschläge 2016 in Istanbul, Brüssel, Nizza oder Berlin denkt, sich so leicht sagen lässt, aber für die jeweilige Polizei bzw. den Staatsschutz so viel schwieriger umzusetzen ist.

Der Tourismus verhält sich mit Blick auf den Terrorismus dabei wie ein scheues Reh. Bei den ersten Anzeichen von „Unsicherheit“ verlässt es die freie Lichtung und zieht sich zurück in die schützende Deckung, was für mich eine völlig einleuchtende, verständliche Reaktion wäre. Aber ganz so ist es jedoch nicht.

Zwar sind Terroristen durchaus in der Lage, touristisch wichtigen und erfolgreichen Märkten ernsthaft zu schaden. Paris und Brüssel sind Beispiele dafür. Verständlich, dass die Branche im Vorfeld das Jahr 2016 daher insgesamt unter schlechten Vorzeichen sah. Die meisten Experten rechneten mit einem spürbaren wirtschaftlichen Abschwung im Urlaubsgeschäft.

Allerdings, trotz aller Schwere im Einzelfall, in der Summe ist der „terroristische Schaden“ nur punktuell. Denn der Terror dämpfte nicht die Reiselust an sich, sondern sorgte „nur“ für Verlagerung, wie die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR), in ihrer ersten vorläufigen Bilanz des Reisejahres 2016 festgestellt hat.

Krisen hin, Terroranschläge her, die aktuellen Entwicklungen hätten das Gesamtvolumen der Urlaubsreisenachfrage insgesamt nicht reduziert, sagt Martin Lohmann von der FUR und betont: „Es kam aber zu deutlichen Verschiebungen der touristischen Reiseströme innerhalb Europas.“ Tatsächlich fällt das Ergebnis laut FUR sogar „erfreulicher aus, als zu Jahresbeginn abzusehen war“.

Auch der Bundesbürger lässt sich per se durch die abstrakte Gefahr einer Terrorattacke nicht grundsätzlich aus der Ruhe bringen. „Die Ereignisse aus dem Jahr 2016 haben den Reisewillen der Deutschen nicht gebremst“, betont René Herzog, CEO DER Touristik Central Europe.

Für uns sind diese Aussagen Anlass genug, um uns in einem ITB-Vorbericht (ab S. 28) auf die touristische Großwetterlage im Vorfeld der weltweit wichtigsten Urlaubsmesse im Detail einzulassen.

Positiv sei hier schon angemerkt: Die ersten Zahlen für 2017 können sich durchaus sehen lassen und deuten darauf hin, dass es ein gutes Reisejahr wird. Wenn am 8. März die ITB in Berlin ihre Pforten für die Fachbesucher öffnet, werden deswegen wohl die meisten Touristiker vor Ort – trotz teilweise weiterhin schwierigem Umfeld in einigen Reiseländern – durchaus optimistisch ihre Produkte und Ideen präsentieren.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen informatives Lesen.

Ihr Dirk Sanne (Chefredakteur)

Kontakt: d.sanne(at)kirschbaum.de