ÖPNV-Bilanz 2025 zeigt leichtes Fahrgastplus sowie große Herausforderungen

Leicht mehr Fahrgäste, hohe Kosten und schleppende Reformen prägen die ÖPNV-Bilanz 2025 des VDV (Quelle: Frorider/QIMBY)

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) hat seine Bilanz für das Jahr 2025 vorgelegt. Demnach nutzten 9,86 Mrd. Fahrgäste den öffentlichen Personennahverkehr – ein Zuwachs von 0,8 % im Vergleich zum Vorjahr. Trotz dieses leichten Anstiegs bleibt die Branche unter Druck.

Fahrgastzahlen steigen moderat

Die Zahl der Fahrgäste im ÖPNV ist 2025 leicht gestiegen. VDV-Präsident Ingo Wortmann betont jedoch, dass dieses Wachstum durch verschiedene Faktoren gebremst wird. Dazu zählen der Zustand der Infrastruktur, Probleme bei der Fahrzeugbeschaffung und -zulassung sowie bürokratische Hürden bei der Personalrekrutierung. Diese Herausforderungen beeinträchtigen die Qualität und Zuverlässigkeit des ÖPNV-Angebots.

Deutschland-Ticket bleibt stabil trotz Preiserhöhung
Das Deutschland-Ticket bleibt trotz einer Preiserhöhung auf 63 € pro Monat beliebt. Die Kündigungsquote liegt bei lediglich 5,75 %. Insgesamt besitzen rund 14,6 Mio. Menschen ein solches Ticket, davon 74 % als Standardticket, 15 % als Jobticket und 11 % als Semesterticket.

Personalkosten steigen, Produktivität sinkt
Die Branche sieht sich mit deutlich gestiegenen Personalkosten konfrontiert, während die Produktivität sinkt. Dies führt zu einer angespannten wirtschaftlichen Lage der Verkehrsunternehmen. Der VDV fordert daher eine nachhaltige Finanzierung und bessere politische Rahmenbedingungen, um die Leistungsfähigkeit des ÖPNV zu sichern.

Politische Reformen gefordert
Der VDV kritisiert die schleppende Umsetzung des im Koalitionsvertrag angekündigten ÖPNV-Modernisierungspakts. Auch bei der Weiterentwicklung des Regionalisierungsgesetzes gibt es laut VDV keine erkennbaren Fortschritte. Der Verband fordert konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur und zur Förderung des automatisierten Fahrens im ÖPNV.

Diese Bilanz zeigt, dass trotz positiver Entwicklungen im Fahrgastbereich weiterhin erhebliche Herausforderungen bestehen. Eine nachhaltige Finanzierung und politische Unterstützung sind entscheidend, um den ÖPNV zukunftsfähig zu gestalten.

Peter Strohbach


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