Bild 1: Baumwipfelpfad und Hochseilpark (Quelle: BWP Harz, MountainArtists)
Reiseland Deutschland
Deutschland – das ergab 2025 eine Studie von HolidayCheck – gehört zu den beliebtesten Reisezielen der Deutschen. Das eigene Land in seiner Vielfalt zu entdecken, steht hoch im Kurs: Die Küsten im Norden, Berge im Süden, Mittelgebirge, Fluss- und Seenlandschaften. Historische Stätten, Kunstschätze und (Kultur-)Geschichte. Attraktion und Entspannung. Und am liebsten alles zusammen, und gerne auch als Kurzreise. Bleibt nur die Frage: Wohin?
Vielfältig und gut erschlossen: Der Harz
Auch und gerade für kürzere Auszeiten ist eine Busreise in den Harz genau das Richtige. Die Region besticht durch ihre hohe Dichte attraktiver Einzelziele, gut erreichbar und vielfältig kombinierbar, wodurch sich abwechslungsreiche Programme mit überschaubaren Reisezeiten gestalten lassen. Aktivurlauber kommen bei Wanderungen im Naturpark voll auf ihre Kosten. Der Brocken steht für eindrückliche Naturphänomene, sagenhafte Gestalten und deutsche Geschichte hautnah: Während der deutschen Teilung war hier militärisches Sperrgebiet, eingerichtet für Überwachungs- und Spionagezwecke.
Und gleich vier Welterbestätten liegen in dieser an sich kleinen Region: die geschichtsträchtige und wunderschöne Altstadt und Stiftskirche Quedlinburg, die Altstadt Goslar mit Kaiserpfalz, die Oberharzer Wasserwirtschaft als Beispiel herausragender Ingenieurskunst und das Bergwerk Rammelsberg, Zeugnis der bedeutenden Bergbau-Vergangenheit.
Eine ziemlich perfekte Kombination aus Naturerlebnis, Nervenkitzel und Ausflug in die deutsche Geschichte bietet der Baumwipfelpfad Harz mit dem BurgBergCenter in Bad Harzburg.
Über den Wipfeln …
… ist nicht nur die Freiheit geradezu grenzenlos, sondern auch der Ausblick, der von manchen Aussichtspunkten weit in den Harz reicht, einschließlich Brocken. Ausgangspunkt ist das BurgBergCenter, von dem aus verschieden Touren möglich sind. Wer mit dem barrierefreien Baumwipfelpfad selbst beginnen möchte, geht von hier aus zum ca. 250 m weiter gelegenen Einstiegsturm. Dort schraubt sich der insgesamt rund 1.000 m lange Pfad sanft auf ca. 20 m Höhe und führt dann weiter durch die Wipfel des „Kalten Tals“.

Bild 2: Blick über den Baumwipfelpfad ins kalte Tal (Quelle: BWP Harz)
Die 50 Erlebnisstationen versorgen die Besucher mit Informationen zu Natur und Kultur des Harzes. Besondere Elemente sind zudem ein „gläserner“ Steg und eine Hängebrücke. Die Aussichtsplattform eignet sich für eine längere Pause: Hier können die Wanderer nicht nur den Ausblick, sondern auch die Erfrischungen der Wipfelbar genießen.
Zu Fuß oder mit der Seilbahn hinauf zum geschichtsträchtigen Burgberg
Am Ende des Pfads angelangt hat man die Qual der Wahl: Über den Baumwurzelpfad (ca. 700 m) zurück zum Ausgangspunkt, dem BurgBergCenter, und von dort mit der Burgberg-Seilbahn auf den 483 m hohen Burgberg hinauf? Oder doch lieber eine kleine Wanderung von ca. 2,5 km bis zum Berggipfel?

Bild 3: Die Burgberg-Seilbahn (Quelle: BWP Harz, Franzi Pönisch)
Wie auch die Entscheidung ausfällt, zu Fuß oder mit der Seilbahn: Oben wird man belohnt mit großartiger Aussicht an historischer Stätte. Zu entdecken sind die mittelalterliche Ruine der Harzburg und die Canossasäule aus dem 19. Jahrhundert. Deutsche Geschichte im Doppelpack: Die Harzburg spielte während der Sachsenkriege eine wichtige Rolle. Heinrich der IV. war hier eingekesselt, es gelang ihm auf spektakuläre Weise die Flucht. Das war 1073, vier Jahre vor seinem berühmten Gang nach Canossa. An den erinnert die Canossasäule, ein Denkmal, das allerdings nicht nur errichtet wurde, um zur 800-Jahrfeier an diese Begebenheit zu erinnern. Es sollte auch Otto von Bismarck ehren, vor allem für seine Position im sog. Kulturkampf. „Nach Canossa gehen wir nicht“, war seine gegen die katholische Kirche gerichtete Devise.
Nach dieser ersten Berührung mit der mittelalterlichen und neuzeitlichen Historie auf dem Burgberg (mit dem Restaurant „Aussichtsreich“) gibt es für den Rückweg verschiedene Alternativen: gemächlich hinunterwandern, die bequeme Burgberg-Seilbahn nehmen – oder, für Abenteuerlustige, die Baumschwebebahn wagen.
Nervenkitzel und Naturerlebnis
Rund 6 min dauert die Fahrt mit dieser Fly-Line: Bequem im Gurt sitzend gleiten die Flugreisenden mit 12 bis 15 km/h durch die alten Buchen und Eichen des Burgbergs hinab. Dabei eröffnen sich wieder ganz neue Perspektiven auf Wald und Umgebung. Direkt zu Beginn ist auch der Brocken zu sehen, wenn man denn dafür Augen hat und nicht einfach genießt, schwerelos durch die Wipfel zu schweben. Zu beachten sind einige Sicherheitshinweise: So ist die Bahn für ein Gewicht zwischen 20 und 120 kg ausgelegt, inkl. leichtem Ausflugsgepäck, z. B. einem kleinen Rucksack. Gewogen wird vor Ort.

Bild 4: Baumschwebebahn: Startpunkt mit Blick auf den Brocken (Quelle: BaumSchwebeBahn, Nordstadtlicht)
Die Talstation der Baumschwebebahn befindet sich am oberen Ende des Baumwipfelpfads, sodass die Besucher auch von hier aus die Tour über den Wipfelpfad starten können. Alternativ geht es den Baumwurzelpfad (ca. 700 m) wieder zum BurgBergCenter zurück. Wem übrigens im Anschluss an die Schwebefahrt noch nach aktiver Bewegung ist, kann einen Abstecher in den Skyrope Hochseilpark machen, nicht weit vom Einstiegsturm.
Digitale Zeitreise
Nach Flugreise und kleinerer oder größerer Fußreise wartet im BurgBergCenter noch eine (digitale) Zeitreise auf die Besucher. Im Multi-Visions-Kino wird von der Flucht Kaiser Heinrichs IV. aus der Harzburg zu Beginn der sog. Sachsenkriege erzählt – ein Erlebnis „in 5D“ für alle Sinne. Spezialeffekte wie Wind, Gerüche und Vibration, auch spezielle Lichteffekte (Achtung: Strobo-Licht!) lassen die Zuschauer in die Geschichte eintauchen. Also Anschnallen – die Sitze sind auf einer Motion-Plattform installiert – und ab ins Mittelalter.

Bild 5: Erlebniskino im BurgBergCenter (Quelle: Erlebniskino, Nordstadtlicht)
Wichtig für die Planung: Die Vorführung dauert rund 20 min und kann gleichzeitig von max. 16 Personen besucht werden. Es gelten spezielle Sicherheitshinweise.
Interaktive Waldausstellung
Last but not least befindet sich am BurgBergCenter noch das HarzWaldHaus mit seiner interaktiven Waldausstellung. Wer nach dem beeindruckenden Naturerlebnis des Baumwipfelpfads noch tiefergehende Informationen zum Thema Wald sucht, wird hier fündig.
Fazit: Der Baumwipfelpfad Harz mit seinen Kombinationsmöglichkeiten Burgberg/Burgberg-Seilbahn, Baumschwebebahn, Kino und Museum ist ein lohnendes Busreiseziel. Herausragendes Naturerlebnis, Geschichte hautnah, Waldwissen vertieft, Abenteuerfahrt mit der Fly-Line, gastronomisches Angebot: Das Programm kann an die unterschiedlichen Interessen und Vorlieben auch heterogener Reisegruppen angepasst werden. Wege und Fahrten sind in alle Richtungen kombinierbar.
Der Baumwipfelpfad ist ganzjährig geöffnet, ebenso Seilbahn und Schwebebahn. Witterungsabhängig kann es aber zu Schließungen kommen. Angebote für Gruppen können erfragt werden.
Dorothea Kirschbaum
| Zahlen und Daten Baumwipfelpfad 1.000 m lang ist der Baumwipfelpfad. 26 m hoch ist die Aussichtsplattform der Krone. 30 m hoch insgesamt ist der Einstiegsturm. 80.000 Holzschrauben wurden für die Befestigung der Holzbohlen benutzt. Baumschwebebahn 1.000 m lang ist die Strecke. 6 min ca. dauert die Fahrt. 12 bis 15 km/h ist die Schwebegeschwindigkeit. Burgberg-Seilbahn 481 m lang ist die Strecke. 186 Höhenmeter werden zurückgelegt. 483 m hoch liegt die Bergstation. 3 min dauert die Fahrt. Weitere Informationen und Kontakt: www.baumwipfelpfad-harz.de/baumwipfelpfad-harz |
