Für das Touristikjahr 2026 wird eine stabile Nachfrage erwartet – gute Perspektiven also für den Reisebus

Der Reisebus überzeugt auch 2026 weiterhin durch seine Flexibilität, seine Rolle als integrierender Verkehrsträger und die Möglichkeit, Zielorte direkt und ohne Umstiege zu erreichen

Die Erwartungen an das Touristikjahr 2026 fallen insgesamt verhalten optimistisch aus. Grundlage dafür sind u. a. die aktuellen Markteinschätzungen des Deutschen Reiseverbands (DRV), der in seiner Prognose für den Gesamtreisemarkt von Pauschal- und Individualreisen von einer stabilen Nachfrage ausgeht. Nach den reisestarken Jahren seit 2023 rechnet die Branche für 2026 mit einer weiteren Normalisierung auf hohem Niveau.

Nach Einschätzung des DRV bleibt die Reiselust der Bevölkerung ungebrochen. Insbesondere organisierte Reisen profitieren von dem Wunsch nach Planbarkeit, Sicherheit und klar kalkulierbaren Preisen. Für den Reisebus ergeben sich daraus weiterhin gute Rahmenbedingungen, vor allem im Segment der Gruppen-, Städte- und Kurzreisen. Diese Reiseformen zählen auch 2026 zu den nachfragestarken Angeboten im deutschen und europäischen Markt.

Branchenerfahrungen und Buchungstendenzen zum Jahresbeginn zeigen, dass viele Veranstalter und Busunternehmen mit stabilen Vorausbuchungen arbeiten. Besonders gefragt bleiben Reisen innerhalb Europas, kultur- und themenorientierte Programme sowie Angebote mit überschaubarer Reisedauer. Der Reisebus überzeugt hier durch seine Flexibilität, seine Rolle als integrierender Verkehrsträger und die Möglichkeit, Zielorte direkt und ohne Umstiege zu erreichen.

Ein wesentlicher Nachfragefaktor bleibt die demografische Entwicklung. Die Generation 60plus stellt weiterhin einen bedeutenden Teil der Reisenden und bevorzugt gut organisierte, komfortable Reiseangebote. Gleichzeitig ziehen Vereins-, Bildungs- und Gruppenreisen wieder an. Diese Segmente gelten als vergleichsweise planbar und bieten Busunternehmen die Möglichkeit, mit festen Kontingenten und langfristigen Partnerschaften zu arbeiten.

Herausfordernd bleiben auch 2026 die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Steigende Kosten für Personal, Energie und Betrieb beeinflussen die Kalkulation vieler Unternehmen. Die DRV-Prognose geht davon aus, dass Preisanpassungen weiterhin notwendig sind, diese von den Kunden jedoch überwiegend akzeptiert werden, sofern Leistung, Qualität und Transparenz stimmen. Frühzeitige Angebotsplanung und klare Preisstrukturen gewinnen damit weiter an Bedeutung.

Zunehmend relevant ist zudem das Thema Nachhaltigkeit. Sowohl Auftraggeber als auch Reisende achten stärker auf Umweltaspekte und Emissionswerte. Der Reisebus wird dabei zunehmend als vergleichsweise umweltfreundliches Verkehrsmittel wahrgenommen, insbesondere im Vergleich zum Individualverkehr. Moderne Fahrzeugflotten und eine transparente Kommunikation über Umweltleistungen werden damit auch 2026 zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor.

Fazit: Auf Basis der DRV-Prognose und aktueller Brancheneinschätzungen zeichnet sich für 2026 kein Boomjahr, aber ein solides und gut planbares Touristikjahr ab. Für Reisebusunternehmen, die frühzeitig disponieren, realistisch kalkulieren und ihre Angebote klar positionieren, bietet das Jahr stabile Nachfrage und verlässliche Auslastung.

Peter Strohbach