Neue gallische Siedlung im Belantis bei Leipzig

Bild 1: Asterix stellt den neuen Themenbereich vor (Quelle: Belantis)

Wir befinden uns im Jahr 50 v. Chr. Ganz Gallien ist von den Römern besetzt. Ganz Gallien? Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf …

Schon die ersten Worte dieser vielleicht berühmtesten Sätze der Comicwelt lassen bei Millionen Fans das ganze Asterix-Universum lebendig werden. Mit Obelix und Hund Idefix. Mit Majestix, Miraculix, Troubadix, überhaupt allen Bewohner des kleinen gallischen Dorfes. Und natürlich mit den Römern, die sich immer aufs Neue den Galliern und ihrem Zaubertrank geschlagen geben müssen. Und ihrem Julius Cäsar. Und dann sind da noch die Piraten. Und die Wildschweine. Und, und, und.

Auf der Suche nach dem kleinen gallischen Dorf
Doch wo liegt es eigentlich, das kleine gallische Dorf? Seit Erscheinen der Comics zerbricht sich die Fangemeinde darüber den Kopf. Einig ist man sich: Irgendwo in der Bretagne, denn die im Comic genannte Region „Armorica“ bezeichnet ein Gebiet, das damals die Bretagne mit Teilen der Normandie umfasste. Tatsächlich gibt es einige Theorien und viele Dörfer, die den Anspruch erheben, das einzig wahre Vorbild zu sein.

Vieles spricht für das 5.000-Seelen-Dorf Erquy, gelegen zwischen St. Malo und Saint-Brieuc. Hier ist zu finden, was auch Asterix‘ Heimatdorf auszeichnet: direkter Zugang zum Meer, Wälder in der Nähe, eine ähnlich geformte Hafenanlage, drei charakteristische Felsen im Wasser. Und nicht zuletzt gibt es einen Hinweis des Zeichners Uderzo selbst. Mit einer Reise zur bretonischen Halbinsel, auf den Spuren der Gallier (und in eine traumhafte Urlaubsregion) lässt sich das schnell nachprüfen. Allerdings muss man von Deutschland aus mit rund 1.000 km Strecke rechnen.

Nun befinden wir uns im Jahr 2026 n. Chr., das kleine gallische Dorf ist noch immer lebendiges Zentrum zahlreicher Abenteuer und außerdem wundersam näher gerückt. Ableger befinden sich auch außerhalb der Bretagne, der Parc Astérix bei Paris ist seit Jahren Besuchermagnet. Und ab diesem Frühjahr gibt es Asterix, Obelix und Co. auch in Deutschland. Schrittweise soll der Freizeitpark Belantis bei Leipzig, 2025 übernommen von der Compagnie des Alpes (auch Betreibergesellschaft des Parc Astérix), zu einem großen Asterix-Themenpark ausgebaut werden.

Freizeitpark im Wandel: Asterix-Themenpark
Der Wandel zum Asterix-Park beginnt im Frühjahr 2026 mit der Eröffnung des „Idefix’ Abenteuerland“. Dieser erste Themenbereich der neuen Abenteuerwelt richtet sich mit seinen Angeboten besonders an Familien mit jüngeren Kindern. Aber auch ältere Fans dürfen sich darüber freuen, durch Teile des kleinen gallischen Dorfes zu spazieren und ihren Helden live und in Farbe begegnen zu können.

Bild 2: Neuer Standort des kleinen gallischen Dorfes bei Leipzig (Quelle: DK/ChatGPT 5.2)

Vier neue Kinderfahrgeschäfte sind um einen großzügigen Abenteuerspielplatz herum angelegt. Für 2027 ist, als nächste Aufbaustufe, eine neue Familienachterbahn vorgesehen. Wie auch in den anderen Themenwelten des Belantis wird generationenübergreifend gedacht, und das Konzept passt hier ganz besonders: 1968 erschien der erste deutsche Asterix-Band, die Begeisterung für die Geschichten und ihre Helden verbindet heute schon mehrere Generationen.

Bis 2030/31 ist die Umwandlung des Parks angelegt – der Zeitplan hängt auch etwas an der Resonanz auf die Asterix-Themenwelt. Dabei ist die Compagnie des Alpes zuversichtlich: Immerhin ist Deutschland mit 130 Mio. verkaufter Exemplare (was einem Drittel weltweit entspricht!) der größte internationale Absatzmarkt der Asterix-Comics.

Aktuelle Themenwelten: Vom antiken Griechenland übers alte Ägypten bis in die Prärie
Bereits jetzt zeichnet sich das „AbenteuerReich“ Belantis durch spannend gestaltete Themenwelten, Fahrattraktionen und Shows für alle Vorlieben und Altersgruppen aus. Die Fahrgeschäfte der insgesamt neun Themenwelten sind in drei Kategorien eingeteilt: Ruhig, moderat und actionreich. Damit kommen sowohl die Besucher, die es langsamer angehen wollen, als auch die abenteuerhungrigen ganz auf ihre Kosten. Für Gruppenreisen bedeutet dies die Möglichkeit, gut auf individuelle Vorstellungen und Wünsche eingehen zu können. Hier stellen wir die Themenwelten mit einigen ausgewählten Attraktionen vor. Ein Besuch des Parks beginnt und endet beim Schloss BELANTIS. „Buddels Jahrmarkt“ davor hat auch den kleinsten Gästen etwas zu bieten, das Schloss selbst ist vor allem Veranstaltungsort zahlreicher Shows.

Bild 3: Schloss Belantis (Quelle: Belantis)

Am Strand der Götter steht die Welt der griechischen Mythologie im Mittelpunkt. Mit der „Fahrt des Odysseus“ findet sich hier eine ruhigere Wasserattraktion: In Booten gleiten die Gäste durch eine thematisierte Szenerie mit mythologischen Motiven. Lebhafter wird es in „Poseidons Flotte“ (moderat), einem Wasserkarussell, in dem die einzelnen Boote selbst gesteuert werden können.

Das Tal der Pharaonen greift altägyptische Motive auf. Ist die Familienachterbahn „Cobra des Amun Ra“ bei aller Dynamik noch eher moderat, so wird es actionreich, besteigt man das Wasserboot, mit dem man die 31 m hohe Pyramide erforscht. Der „Fluch des Pharaos“ lässt nicht lange auf sich warten: In einer rasanten Wasserfahrt geht es zum Ausgang und an der steilen Außenwand hinunter – nichts für Wasserscheue.

Im Reich der Sonnentempel befindet sich mit „Huracan“ (actionreich!) eine der prägnantesten Anlagen des Parks. Die Achterbahn mit steiler Abfahrt und mehreren Überschlägen richtet sich klar an Besucher, die richtig viel Fahraction suchen.

Ergänzt werden diese Bereiche durch die Küste der Entdecker (hier wartet u. a. die moderate „Riesenschiffsschaukel“), das Land der Grafen (moderat: „Drachenflug; ruhig: Silberwäsche“)die Insel der Ritter (mit illusionistischer Gruselkulisse im „Verlies des Grauens“) und die Prärie, die maritime, mittelalterliche und westerninspirierte Motive aufgreifen.

Der Park ist generell ganzjährig geöffnet, allerdings gibt es Schließzeiten, die auf der Website einzusehen sind. Nach der Winterpause öffnen sich die (Schloss-)Tore dieses Jahr am 28. März. Für die einzelnen Attraktionen sind wie üblich Sicherheitshinweise (Alter, Größe, gesundheitliche Einschränkungen etc.) zu beachten.

Standort Leipzig bietet hohes Kombinationspotenzial
Die Lage im Süden Leipzigs, nur 20 km entfernt von der Innenstadt an der A 38 gelegen, ist strategisch günstig. Die geschichtsträchtige Stadt verbindet Musiktradition und moderne Kulturszene, bietet Sehenswürdigkeiten von der Thomaskirche und dem Gewandhaus bis zum Völkerschlachtdenkmal und steht für eine lebendige Innenstadt mit historischen Passagen. Als weiterer Programmbaustein für mehrtägige Reisen kann auch ein Tagesausflug in den Zoo Leipzig eingeplant werden.

Südlich der Stadt erstreckt sich das Leipziger Neuseenland, eine aus ehemaligen Tagebauen entstandene Seenlandschaft mit Freizeit- und Erholungsangeboten. Auch Dresden und Berlin liegen in gut erreichbarer Distanz und erweitern das Potenzial für Mehrtagesprogramme.

Dorothea Kirschbaum