Der Fahrermangel bleibt auch 2026 ein Top-Thema für Reisebusunternehmen
Der Fahrermangel ist auch zu Beginn des Jahres 2026 eines der beherrschenden Themen im gewerblichen Personenverkehr. Während sich die öffentliche Debatte häufig auf den Güterverkehr konzentriert, sind die Auswirkungen für Reisebusunternehmen und Reisebusplaner mindestens ebenso spürbar. Besonders in saisonalen Spitzenzeiten entscheidet die Verfügbarkeit qualifizierter Fahrer zunehmend darüber, ob Reisen angeboten, erweitert oder im Zweifel abgesagt werden können.
Ein wichtiger Ort für den fachlichen Austausch war zuletzt erneut die Busworld Europe, die sich längst nicht nur als Fahrzeugmesse, sondern als strategische Plattform für Zukunftsthemen der Busbranche etabliert hat. Der Fahrermangel gehörte dort zu den meistdiskutierten Themen – sowohl in Panels als auch in Gesprächen zwischen Unternehmen, Verbänden und Herstellern. Deutlich wurde: Es gibt keine einzelne Lösung, sondern nur ein Bündel an Maßnahmen.
Ursachen bleiben strukturell – Lösungen werden konkreter
Die Gründe für den Fahrermangel sind seit Jahren bekannt: ein hoher Altersdurchschnitt, zu wenig Nachwuchs, steigende Anforderungen an Qualifikation und Verantwortung sowie ein Berufsbild, das mit anderen Branchen um Arbeitskräfte konkurriert. Neu ist jedoch, dass Anfang 2026 deutlich konkreter und praxisnäher über Lösungsansätze gesprochen wird.
Zugang zum Beruf erleichtern
Diskutiert werden flexiblere Zugangsmodelle zum Busfahrerberuf. Dazu zählen vereinfachte Anerkennungen ausländischer Fahrerqualifikationen, eine stärkere Förderung von Quereinsteigern sowie eine engere Zusammenarbeit zwischen Fahrschulen, Unternehmen und Förderstellen. Für Reisebusunternehmen können sich daraus mittelfristig neue Rekrutierungsmöglichkeiten ergeben.
Attraktivität des Berufs nachhaltig erhöhen
Ein zentrales Fazit der Branchendiskussionen lautet: Es geht längst nicht mehr nur um den Lohn. Arbeitszeitmodelle, verlässliche Einsatzplanung, moderne Fahrzeuge, ergonomische Fahrerarbeitsplätze und Wertschätzung im Arbeitsalltag spielen eine immer größere Rolle. Gerade im Reiseverkehr liegen hier besondere Chancen, etwa durch abwechslungsreiche Einsätze und internationale Routen.
Arbeitgebermarke und Planung rücken stärker in den Fokus
Für Reisebusplaner gewinnt das Thema Personal zunehmend strategische Bedeutung. Tourenplanung, Angebotsgestaltung und Flottenauslastung müssen realistisch an die verfügbare Fahrerzahl angepasst werden. Gleichzeitig investieren immer mehr Unternehmen in Employer Branding, Nachwuchsansprache und langfristige Personalbindung.
Fazit
Der Fahrermangel wird auch 2026 kein Randthema sein. Die Diskussionen auf der Busworld zeigen jedoch, dass der Wille zur Veränderung vorhanden ist und erste tragfähige Ansätze entstehen. Für Reisebusunternehmer und Reisebusplaner bedeutet das vor allem eines: Personalplanung wird zur zentralen Managementaufgabe und damit zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor.
Peter Strohbach
