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Deutsche Geschichte und die Arbeit im Geheimen

Das Deutschlandmuseum präsentiert unsere Landesgeschichte im Stil eines Freizeitparks. Und das Spionagemuseum entzaubert die Welt der Agenten. Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen.

Juni 2023 – in Berlin am Leipziger Platz eröffnet ein neues Museum, das Deutschlandmuseum. Es liegt in unmittelbarer Nähe zum Deutschen Spionage Museum, das bereits 2015 für den Publikumsverkehr offen steht und es ist mit ihm „verbandelt“. Beide privaten Museen haben mit Robert Rückel den gleichen Geschäftsführer bzw. Direktor. Das neue Museum fordert seine Besucher auf, auf zwei Etagen und 1.400 m2 in 2.000 Jahre deutsche Geschichte, unterteilt in 12 Epochen, einzutauchen. Die einzelnen Abschnitte sind dabei als lebensgroße, detailgetreue Welten eingerichtet.

Das Ziel der Ausstellung ist es, den Besuchern einen unterhaltsamen geschichtlichen Überblick zu vermitteln, ohne dabei historisches Vorwissen vorauszusetzen oder die Besucher mit zähen Informationsmassen zu überfordern. Zugleich sollen alle Altersgruppen angesprochen werden. Die hier abgebildete deutsche Geschichte beginnt mit der Varusschlacht, in welcher Hermann der Cherusker, historisch exakter Arminius und sein Bündnis germanischer Stämme drei römische Legionen samt Tross vernichtend schlugen.

Die Reise durch die Zeit führt u. a. über eine mittelalterliche Burg in die Schützengräben des Ersten Weltkriegs und nach der grausamen NS-Zeit in eine Einkaufspassage aus der Zeit des Wiederaufbaus und endet im wiedervereinigten Deutschland, dargestellt in einer Berliner S-Bahn.

Es ist keine reine, klassische Vitrinenkost, die das neue Haus am Leipziger Platz seinen Besucher bietet. Jeder der zwölf Themenräume dokumentiert seine Geschichtszeit mit entsprechender Dekoration, Geräuschen, Gerüchen und Lichteffekten. 3D-Projektionen unterstützen dabei die Inszenierungen. So durchwandert man „echte“ Wälder, bewegt sich in der Burg über knarzende Dielen, riecht das Schießpulver aus dem Krieg und genießt das Warenangebot in den Schaufenster der sogenannten Goldenen Zwanziger.

Das Museum arbeitet dabei gewusst mit hohem Unterhaltungsfaktor und vermittelt unsere Historie spielerisch wie in einem Themenpark. Um das zu erreichen, hat Robert Rückel sein Historiker-Team um Themenpark- und Spieledesigner ergänzt. „Historische Nationalmuseen umgeben ihre Ausstellungen mit einer faszinierenden Aura und präsentieren beeindruckende Sammlungsstücke. Freizeitparks hingegen schaffen Fantasiewelten, in denen die Gäste Spaß haben sollen. Das Deutschlandmuseum verbindet beides: Es ermöglicht immersive Erlebnisse und vermittelt gleichzeitig ein umfassendes Verständnis für die jeweilige Epoche“, betont Robert Rückel.

Das Museum ist an 365 Tagen zwischen 10 und 20 Uhr geöffnet. Schulklassen zahlen 7 Euro/Pers., Erwachsenengruppen 11 Euro/Pers. (www.deutschland museum.de/gruppen).

Die Kollegen von 007…

Und während Arminius und seine Kämpfer ihren Sieg über Publius Quinctilius Varus und die Römer in dem einen Haus feiern, residieren neben an Mata Hari, Lawrence von Arabien, Richard Sorge und Günter Guillaume sowie weitere Kollegen im Deutschen Spionage Museum. Wer die Dame und die Herren nicht kennt: Sie alle waren berühmte Spione und im Gegensatz zu 007 keine Fiktion. Ein Teil von ihnen hat für ihre Agententätigkeit tatsächlich mit dem Leben bezahlt.

Das Berliner Spionagemuseum setzt ihnen und ihrem Arbeiten im Geheimen ein ganz besonderes Denkmal. Das Museum zeigt in einer multimedialen Ausstellung die Geschichte der weltweiten Nachrichtendienste, wobei der Schwerpunkt, wenig verwunderlich, auf der Spionage in Berlin während des Kalten Krieges liegt. Aber der Blick des Hauses geht auch bis in die Gegenwart.

Thematisch besetzt das Museum 20 Themenfelder. Das reicht von der Agentenausstattung und Spionagekameras über Verschwörungstheorien bis hin zu Waffen und Gifte. 1.200 Exponate besitzt das Haus, gut 500 von ihnen werden auf ca. 3.000 m2 Ausstellungsfläche gezeigt. Dazu zählen z. B. Enigma-Chiffriermaschinen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs oder ein Observations-Trabant aus der DDR. Die Präsentation der Exponate wird dabei ebenfalls durch multimediale Installationen begleitet. Mehr als 200 hochauflösende Monitore informieren die Besucher zusätzlich über die „Geheimen“.

Teils lassen sich an interaktven Stationen auch Spionagetechniken selbst ausprobieren. Highlight ist dabei sicherlich der Laserparcours. Hier gilt es innerhalb von zwei Minuten ein in Schwarzlicht getauchtes Laserlabyrinth zu überwinden, ohne dass man einen der grünen Laserlichtstrahlen touchiert – was in der Tat gar nicht so leicht ist. Öffnungszeiten täglich 10 bis 20 Uhr, für Reiseveranstalter: vertrieb@ deutsches-spionagemuseum.de, Tel. 030/398200450 (www.deutsches-spionage-museum.de).

Bildquelle: Deutsches Spionagemuseum Berlin

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