Maskenpflicht: VDV fordert Gleichberechtigung

Die Bundesregierung hebt die Maskenpflicht in Flugzeugen zum 1. Okt. 2022 auf. Sie behält sich aber grundsätzlich vor, Schutzmaßnahmen, wie das Tragen von Masken per Verordnung, wieder einzuführen, sollte sich die Gesundheitslage in Herbst und Winter wieder kritischer gestalten, als erwartet.


Den Wegfall der Maskenpflicht in Flugzeugen begründet Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) mit der Anpassung nationaler Regeln an internationale Gegebenheiten. Auf internationalen Flügen würde bereits keine Masken mehr getragen und auch die Lufthansa habe signalisiert, dass die Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus nicht mehr umsetzbar seien, wie z. B. Zeit online ihn zitiert.
Daher konzentriere man sich in Berlin aktuell auf nationale Maßnahmen, wie z. B. ab Oktober die Maskenpflicht in Arztpraxen (neu) und das Fortbestehen der Maskenpflicht in Bussen und Bahnen.

Damit rudert der Minister ein ganzes Stück weit zurück. Denn noch Ende August hieß es: „Bundesweit soll ab Oktober Maskenpflicht im Fern- und Flugverkehr sowie Masken- und Testpflicht in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gelten“. So ein Kabinettsbeschluss zur Änderung des Gesetzes zur Stärkung des Schutzes der Bevölkerung und insbesondere vulnerabler Personengruppen vor Covid-19.


Während die Luftreedereien die Entbindung der Maskenpflicht für ihre Passagiere begrüßen, sehen sich die Verbände, die für Bus und Bahn eintreten, benachteiligt. Besonders hart geht der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) mit der Berliner Entscheidung ins Gericht. Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff sagte dazu: „Was wir gerade erleben hat mit nachvollziehbaren Regelungen nichts mehr zu tun, ab jetzt wird es zur Willkür, wann Masken getragen werden müssen und wann nicht.


Im Flugzeug, wo die Passagiere stundenlang dicht an dicht sitzen, ohne sich bewegen, ausweichen oder austeigen zu können, soll künftig keine Maskenpflicht mehr nötig sein. Aber im Fernzug, wo man sich permanent bewegen kann, wo es Ausweichflächen und alle 30 bis 60 Minuten Haltepunkte gibt, bei denen die Türen geöffnet werden und ein Luftaustausch mit Frischluft stattfindet, soll weiterhin verpflichtend eine Maske getragen werden. Das verstehen am Ende weder die Fahrgäste noch unsere Mitarbeitenden.

Wir brauchen klare und einheitliche Regelungen für alle Verkehrsmittel! Ich sehe zudem die Gefahr einer Stigmatisierung des öffentlichen Verkehrs, wenn demnächst nur noch in Arztpraxen, Krankenhäusern sowie in Bussen und Bahnen Maskenpflicht herrscht. Anscheinend müssen die zuständigen politischen Akteure mal ohne Maske mit dem Fernzug fahren, damit hier wieder eine Gleichbehandlung mit dem Flugverkehr hergestellt wird.“


Bild: VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff
Bildquelle: VDV

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