Wiedereröffnung des Weimarer Stadtschlosses: Ein Schloss zeigt seine Geschichte

Über das klassizistische Gentzsche Treppenhaus geht es hoch in die Beletage des frisch sanierten Weimarer Stadtschlosses (Foto: Thomas Müller / Klassik Stiftung Weimar)

Acht Jahre war das UNESCO-Welterbe Weimarer Stadtschloss wegen dringend erforderlicher Sanierung geschlossen. Seit dem 2. Oktober ist nun der sanierte Ostflügel wieder zugänglich und damit gewissermaßen der „größte Brocken“ der Sanierung, die insgesamt bis 2032 abgeschlossen sein soll, geschafft. Denn hier befinden sich die repräsentativsten Räume und auch die neue Dauerausstellung „Weimarer Klassik“. Tickets gibt es im neuen Kassenbereich.

Die Erdgeschossräume können kostenfrei besichtig werden: Dieses Angebot nutzten am Eröffnungswochenende mehr als 15.000 Menschen. Sie machten sich einen ersten Eindruck vom neuen Schlossforum, der sogenannten Passage (einem Gewölbegang, der bisher nicht zugänglich war) und der restaurierten Ilmterasse, die das Schloss wieder zum Park öffnet. Konzept und Ziel der Sanierung ist es nicht, einen makellosen Zustand „um 1800“ wieder herzustellen, sondern auch die Geschichte des Schlosses und damit einen guten Teil deutscher Geschichte zu erzählen. So sind nun auch erstmals Teile des Bunkers, den Häftlinge des KZ Buchenwald errichten mussten, zugänglich.

Dorothea Kirschbaum