Fünf Handlungsfelder für den Aufbau einer bedarfsgerechten Ladeinfrastruktur

Die Publikation „Anforderungen an Ladeinfrastruktur für den Reisebusverkehr – 5 Handlungsfelder“ gibt einen Einblick in die Marktsituation der Reisebusbranche vor dem Hintergrund der Elektrifizierung (Quelle: NOW GmbH)

Die europäische CO₂-Flottenregulierung fordert bis 2040 eine Reduktion der Emissionen von Reisebussen um 90 % im Vergleich zu 2019. Dies stellt den Reisebusverkehr in Deutschland vor erhebliche Herausforderungen, da die Elektrifizierung noch in den Anfängen steckt. Eine zentrale Voraussetzung für den Umstieg auf E-Reisebusse ist der Aufbau einer bedarfsgerechten Ladeinfrastruktur.

Die Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur hat im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) Markterkundungsgespräche mit Akteuren der Busbranche durchgeführt. Diese Gespräche umfassten Fahrzeughersteller, Verbände, ZOB- sowie Bus-Betreiber und Infrastrukturerrichter. Ziel war es, die technischen, planerischen und organisatorischen Anforderungen an die Ladeinfrastruktur zu identifizieren. Die daraus resultierende Publikation „Anforderungen an Ladeinfrastruktur für den Reisebusverkehr – 5 Handlungsfelder“ bietet einen umfassenden Einblick in die Marktsituation der Reisebusbranche im Kontext der Elektrifizierung.

Die Publikation informiert über die Vorgaben der CO₂-Flottenregulierung, der AFIR-Verordnung und die Lenk- und Ruhezeiten gemäß VO (EU) 561/2006. Sie beleuchtet zudem die Wirtschaftlichkeit und das Zusammenspiel der Akteure. Die Ladeinfrastruktur spielt eine entscheidende Rolle, um die Elektrifizierung des Reisebusverkehrs voranzutreiben und die gesetzten Klimaziele zu erreichen.

„Ohne verlässliche Ladeinfrastruktur an den Verkehrsknotenpunkten des Reisebusverkehrs wie
Zentralen Omnibus-Bahnhöfen, Autohöfen oder touristischen Hotspots ist die notwendige Transformation nicht erreichbar. Die identifizierten Handlungsfelder zeigen, welche technischen, planerischen und organisatorischen Anforderungen jetzt angegangen werden müssen.“
Dagmar Fehler, CEO und Sprecherin der NOW GmbH

Die 5 Handlungsfelder im Überblick
Bedarfsermittlung und Verkehrsdatenerhebung: Eine bundesweite Erhebung von Verkehrsdaten – Streckenprofile, Frequenzen, Haltepunkte und Fahrzeugverteilung, differenziert nach Fernbus- und Gelegenheitsverkehr; auf dieser Grundlage ist ein strategisch priorisierter Infrastrukturaufbau möglich.
Flächenbereitstellung und Steuerung der Ladeinfrastrukturentwicklung: Um Raumressourcen effektiv nutzen zu können, benötigt es eine Analyse der bestehenden ZOB-Strukturen und relevanten Standorte auf ihr Ladeinfrastrukturpotenzial, eine gemeinsame Auswahl geeigneter Flächen von Ländern und Kommunen sowie eine Entwicklung standardisierter Ladeplatztypen für verschiedene städtische und regionale Kontexte; wichtig sind darüber hinaus technische Diskussionen, bspw. zu standardisierten Ladeinletpositionen an den Fahrzeugen.
Netzausbau und Energieversorgung sicherstellen: Für die Energieversorgung ist eine frühzeitige Abstimmung mit Verteilnetzbetreibern unerlässlich, damit Netzanschlüsse für hohe Ladeleistungen ausgelegt und Schnittstellen zu bestehender ÖPNV- und Lkw-Infrastruktur berücksichtigt werden.
Förderbedarfe und Finanzierungsmodelle entwickeln: Um die Marktaktivierung zu fördern, ist ein integratives Förderdesign notwendig: Neben steuerlichen Anreizen sind auch Zuschüsse für Fahrzeuganschaffung, Infrastrukturaufbau und Netzanschluss denkbar. Ziel sollte es sein, insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen die Teilhabe am Markthochlauf zu ermöglichen.
Vernetzung der Akteure: Eine stärkere Vernetzung aller Beteiligten sowie die Förderung öffentlich-privater Kooperationsmodelle unterstützt eine gezielte Umsetzung.

Weitere Informationen
NOW GmbH
D-10623 Berlin
www.now-gmbh.de