Bild 1: Autonom fahrender Bus ohne Aufsichtsperson in Stavanger (Fotos: Applied Autonomy)
Im Mai 2026 wird ein autonomer Midibus des Typs Karsan e-ATAK im Regelbetrieb durch das Stadtgebiet von Stavanger fahren. Die Route umfasst komplexe innerstädtische Verkehrssituationen, darunter mehrere Knotenpunkte und einen 800 m langen Tunnel. Der Bus fährt im Mischverkehr mit bis zu 40 km/h, was den Übergang vom Versuchsbetrieb zum Alltag im öffentlichen Personennahverkehr markiert.

Das Projekt begann im Mai 2022 mit einer Pilotlinie im Zentrum von Stavanger, die unter Aufsichtspersonen betrieben wurde. Die Strecke war 2,6 km lang und führte an fünf Haltestellen entlang des Hafens vorbei. Sie umfasste vier Kreisverkehre und zwölf Fußgängerüberwege. Der Bus absolvierte täglich mehrere Umläufe im dichten Stadtverkehr. Basierend auf den Betriebserfahrungen wurde das Projekt schrittweise erweitert. Die Strecke wurde verlängert, die zulässige Geschwindigkeit erhöht und anspruchsvollere Abschnitte wie Tunnelpassagen freigegeben. Mit der Entscheidung vom April 2026 entfällt nun erstmals in Europa die Pflicht zu einer Aufsichtsperson im Fahrzeug. Stattdessen überwacht eine Leitstelle den Betrieb und greift bei Bedarf ein.

Für den Regelbetrieb ist die Plattform xFlow von Applied Autonomy von zentraler Bedeutung. Die vorliegende Technologie etabliert eine Verbindung zwischen Fahrzeug, der Leitstelle und den Fahrgästen. Das Personal in der Leitstelle überwacht die Fahrt, kann bei Störungen eingreifen und steht den Fahrgästen unmittelbar zur Verfügung. Während in der Pilotphase eine individuelle Betreuung jedes einzelnen Fahrzeugs erfolgte, ermöglicht der Fernbetrieb nun einen entscheidenden Fortschritt: Die Betreuung mehrerer Fahrzeuge kann gleichzeitig erfolgen.
Auch in Deutschland sehen sich Verkehrsunternehmen mit Personalmangel und steigenden Kosten konfrontiert. Parallel dazu ist ein Wachstum des Angebots im öffentlichen Personennahverkehr vorgesehen. Der norwegische Ansatz demonstriert eine potenzielle Lösung, die in der Implementierung autonomer Busse als Ergänzung zum bestehenden Netz besteht. Dies umfasst die Nutzung in Randzeiten, auf neuen Linien oder in kleineren Städten. In Bezug auf die Testverfahren verfolgt Norwegen eine bewusste Strategie, die sich durch den Fokus auf den Einsatz unter realen Bedingungen auszeichnet. Der fahrerlose Regelbetrieb in Stavanger fungiert somit als Referenz für Verkehrsunternehmen, Behörden und Technologieanbieter in Europa.
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