Sonderausstellungen im Zeichen des Stadtjubiläums im Porzellanikon Selb

Bild 1: Elegant sitzt der weiße Kakadu auf dem goldenen Knauf und blickt den Betrachter ausdrucksvoll an (1919, Hutschenreuther). (Quelle: Porzellanikon / Medienagentur Jahreiß / Fotograf Manfred Jahreiß)

600 Jahre Selb
600 Jahre Stadtgeschichte feiert die oberfränkische Stadt Selb in diesem Jahr. Dazu gehört  natürlich ein vielseitiges Veranstaltungsprogramm (mit großem Festwochenende am 12. und 13. Juni am Goldberg) – und was wäre Selb heute ohne das „weiße Gold“? Seit über 200 Jahren ist die Stadtgeschichte untrennbar verbunden mit der im 18. Jh. in Selb ansässig gewordenen Porzellanindustrie. Namen wie Hutschenreuther und Rosenthal machten das kleine Städtchen zu einem international bedeutenden Zentrum der kostbaren Keramik.

Gekommen, um zu bleiben
Der Industriestandort zog immer wieder bedeutende Künstler und Gestalter an – so auch Fritz Klee, Architekt, Grafiker und Kunstgewerbler, der 1908 eher widerwillig aus München ins „Provinznest Selb“ zog, wo er die Leitung der neu gegründeten „Fachschule für Porzellanindustrie“ übernahm. Als künstlerischer Leiter bei Hutschenreuther gestaltete er die unterschiedlichsten Entwürfe von Tierfiguren bis Tee-Sservice. Aber auch der Architektur blieb er treu und entwarf die Pläne für den Bahnhof in Selb und das Hauptgebäude der Porzellanfachschule, deren Direktor er über 30 Jahre blieb.

Bild 2: Tiere scheinen es dem Gestalter angetan zu haben. Diesmal ist es kein Vogel, sondern eine Schnecke, die den Knauf der Dose bildet (vor 1918, Hutschenreuther).
(Quelle: Porzellanikon / Medienagentur Jahreiß / Fotograf Manfred Jahreiß)

Ein Museum, zwei Standorte, drei Sonderausstellungen
Vom 9. Mai bis 15. November ist im Porzallanikon (Standort Selb) die Sonderausstellung „Fritz Klee. Ein Selber wider Willen“ zu sehen. Seine Lebensgeschichteist das Verbindungsglied zwischen der Stadtgeschichte und der Geschichte des Porzellans in Selb. Über 150 Exponate aus der Sammlung des Porzellanikons und von vielen anderen privaten und öffentlichen Leihgebern zeigen charakteristische, überraschende, bekannte und unbekannte Entwürfe und Objekte des Porzellankünstlers.

Tischkultur und das „Drumherum“
Die Sonderausstellung ist nach „Tatort Porzellan(ikon) – Ein Krimi in Selb“ (21. März bis 4. Oktober) die zweite von dreien, die dieses Jahr im Porzellanikon Selb gezeigt werden und die Dauerausstellungen ergänzen. Bereits eine Woche später, am 16. Mai, eröffnet aim Standort Hohenberg die Sonderausstellung „Die neue Dramaturgie des Essens – Gestaltung jenseits des Tellers“ (bis 10. Januar 2027).Hier geht es um Entwicklungen der Ess- und Tischkultur in unserer Zeit, denn Essen ist nicht nur Nahrungsaufnahme, sondern auch Geselligkeit, Austausch und Ereignis. Gezeigt wird u.nter a.nderem das „Drumherum“, die besondere Präsentation von Speisen, ihre regelrechte Inszenierung. Farben, Dekorationen, die Art, wie der Tisch gedeckt ist, sind Faktoren, die sogar den Geschmack beeinflussen können – das wird hier eindrücklich erlebbar.

Bild 3: Eine ovale Dose, deren Design besonders durch die Farbgestaltung und den auffälligen Deckel besticht
(um 1920, Hutschenreuther) (Quelle: Porzellanikon / Medienagentur Jahreiß / Fotograf Manfred Jahreiß)

Weitere Informationen zum Porzellanikon
Porzellanikon – Staatliches Museum für Porzellan
Hohenberg an der Eger / Selb
Werner-Schürer-Platz 1
D-95100 Selb
besuchercenter@porzellanikon.org
www.porzellanikon.org

Weitere Informationen zum Jubiläum 600 Jahre Stadt Selb
Große Kreisstadt Selb
Ludwigstraße 6
D-95100 Selb
info@selb.dewww.selb.de/600jahre