Drei der 19 geförderten eCitaro-Solobusse der SWO Mobil (Foto: Stadtwerke Osnabrück / Marco Hörmeyer)
Das Bundesministerium für Verkehr (BMV) setzt die Förderung von Bussen mit klimafreundlichen Antrieben fort und plant, die Beschaffung von weiteren mindestens 1.500 Elektrobussen zu unterstützen. Die neue „Richtlinie zur Förderung alternativer Antriebe von Bussen im Personenverkehr“ wurde am 6. Mai 2026 im Bundesanzeiger veröffentlicht. Der zugehörige neue Förderaufruf startet am 21. Mai 2026. Förderskizzen können ab dem 26. Mai 2026 eingereicht werden.
„Wir haben bereits rund 1,5 Mrd. € in mehr als 5.300 klimafreundliche Busse investiert. Diesen erfolgreichen Weg führen wir konsequent fort: Allein mit dem im Jahr 2026 verfügbaren Haushaltsvolumen wollen wir weitere 1.500 E-Busse flächendeckend in den Einsatz bringen. Das stärkt den öffentlichen Nahverkehr, den Markthochlauf innovativer Antriebstechnologien und ebnet den Weg zur klimafreundlichen Mobilität.“
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder
Mit der neuen Förderrichtlinie unterstützt das BMV auch weiterhin Verkehrsunternehmen und Anwender der Busbranche bei der Umstellung ihrer Flotten auf emissionsfreie Busse mit Batterie- oder Brennstoffzellenantrieb. Ziel ist es, den Hochlauf klimafreundlicher Busse zu beschleunigen, die Marktdurchdringung zu erhöhen und auch im Segment der Überland-, Fern- und Reisebusse Marktanreize zu setzen. Die Förderung leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasemissionen im Personenverkehr und unterstützt die nationalen Klimaschutzziele.
Der neue Förderaufruf basiert auf dem Bundeshaushalt 2026, der erneut Mittel für alternative Antriebe im Personenverkehr vorsieht. Bereits auf der „BMV-Fachkonferenz klimafreundliche Busse“ im Februar 2026 hatte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder die Neuauflage der Förderung angekündigt.
Skizzeneinreichung ab 26. Mai 2026 möglich
Projekt Skizzen können ab dem 26. Mai 2026 über das Förderportal easy Online eingereicht werden. Die Skizzenphase beträgt acht Wochen; Einreichfrist ist der 21.7.2026.
Was wird gefördert?
Gefördert werden die Anschaffung oder Umrüstung von Bussen mit alternativen Antrieben im Personenverkehr wie Batteriebusse (inklusive Batterie-Oberleitungsbusse), Brennstoffzellenbusse (inklusive Batteriebusse mit Brennstoffzelle als Range Extender) und die Umrüstung konventioneller Busse auf Batterie oder Brennstoffzellenantrieb sowie die hierfür erforderliche Lade- und Tankinfrastruktur.
Für einen effizienten und wirkungsvollen Einsatz der Fördermittel werden diese, unter Berücksichtigung der Elektrifizierungsgrade und Einsatzkontexte, technologiespezifisch auf verschiedene Förderbereiche verteilt. Neben einem „Aktivierungsprogramm“, das dem bisherigen Förderverfahren folgt, wird erstmals ein „Skalierungsprogramm“ eingeführt. Dieses richtet sich an Unternehmen, die bereits einen nennenswerten Anteil ihrer Busflotte elektrifiziert haben und den weiteren Fahrzeughochlauf planen. Innerhalb der Fördersäulen erfolgt die Auswahl der Projekte in einem wettbewerblichen Verfahren, unter Berücksichtigung des Umweltbeitrags und der Effizienz des Fördermitteleinsatzes. Ergänzend werden die Umsetzungsperspektive und das Einsatz- und Energiekonzept zur Bewertung herangezogen.
VDV begrüßt neue Förderrichtlinie für Elektrobusse
Der Branchenverband VDV begrüßt grundsätzlich die durch das Bundesverkehrsministerium veröffentlichte Fortsetzung der Förderung von Bussen mit alternativen Antrieben.
„Dieses Programm trägt wesentlich dazu bei, dass in Deutschland inzwischen rund 14 % der ÖPNV-Linienbusse mit alternativen Antrieben im Einsatz sind. Damit ist die Branche im bundesweiten Vergleich führend beim Elektrifizierungsgrad aller Straßenfahrzeuge.“
VDV-Präsident Ingo Wortmann
Der VDV weist jedoch auch darauf hin, dass alle vorherigen Förderaufrufe deutlich überzeichnet waren.
„Die über Jahre konstant hohe Nachfrage zeigt: Die Branche will und muss transformieren und setzt damit nicht nur die europäischen Klimaschutzziele um, sondern leistet auch wichtige Wachstumsimpulse für die europäische Industrie. Die bisher verfügbaren Bundesmittel waren allerdings nicht ausreichend, um die Flottenumstellung deutlich schneller und flächendeckend voranzubringen. Und auch bei der jetzigen Förderung gibt es zwei Wermutstropfen: Die Förderquote sinkt und das Programm ist bis Ende 2029 befristet. Bis dahin werden wir die vorgegebenen Umstellungsziele aus der europäischen Clean Vehicle Directive nicht erreichen.“
VDV-Präsident Ingo Wortmann
Bilanz der bisherigen Förderung
Seit Einführung der ersten Richtlinie im Jahr 2021 wurde die Beschaffung von mehr als 5.300 Bussen bei etwa 330 Verkehrsunternehmen bewilligt, davon sind mehr als 2.300 Fahrzeuge bereits im Einsatz. Über ihre Nutzungsdauer vermeiden diese Busse potenziell über 4 Mio. t CO₂.
Die Umsetzung der Förderung erfolgt durch die NOW GmbH und den Projektträger Jülich (PtJ). Teile der bisherigen Förderung wurden im Rahmen des Deutschen Aufbau und Resilienzplans (DARP) über die europäische Aufbau- und Resilienzfazilität (ARF) kofinanziert.
| Infoveranstaltung und weitere Informationen Begleitend zum Förderaufruf findet am 28.5.2026 um 13:00 Uhr eine Online Informationsveranstaltung statt. Bitte melden Sie sich hier an. Weitere Informationen: Förderrichtlinie Unterlagen zum Förderaufruf beim Projektträger |
Weitere Informationen
NOW GmbH
D-10623 Berlin
www.now-gmbh.de
Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e. V. (VDV)
D-50672 Köln
www.vdv.de