Deutschlandtourismus auf Rekordkurs

Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben in Deutschland im Vergleich (Quelle: Destatis)

Das Reiseland Deutschland bleibt gefragt: Von Januar bis Juli 2026 haben die Beherbergungsbetriebe so viele Übernachtungen verzeichnet wie noch nie in diesem Zeitraum. Für die Bustouristik sind insbesondere die starke Inlandsnachfrage und der Trend zu näher gelegenen Reisezielen gute Nachrichten.

Der Deutschlandtourismus setzt seinen Wachstumskurs fort. Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes wurden im Juli 2026 insgesamt 58,4 Mio. Übernachtungen in Hotels, Pensionen, Ferienunterkünften, auf Campingplätzen und in weiteren Beherbergungsbetrieben gezählt. Das waren 3,2 % mehr als im Juli des Vorjahres.

Auch die Bilanz für die ersten sieben Monate fällt positiv aus: Von Januar bis Juli wurden 282,1 Mio. Übernachtungen registriert – 0,9 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Damit wurde sogar der bisherige Rekord aus dem Vor-Corona-Jahr 2019 übertroffen.

Getragen wird der Deutschlandtourismus vor allem von den einheimischen Gästen. Auf sie entfielen in den ersten sieben Monaten 235 Mio. Übernachtungen. Aber auch das Incoming-Geschäft entwickelte sich positiv: Die Übernachtungen ausländischer Gäste stiegen um 1,0 % auf 47,1 Mio.

Für die Bustouristik ist noch ein weiterer Trend interessant. Nach Einschätzung der Deutschen Zentrale für Tourismus führen wirtschaftliche und geopolitische Unsicherheiten zu stärker sicherheitsorientierten und teilweise kurzfristigeren Reiseentscheidungen sowie zu einer höheren Attraktivität näher gelegener Reiseziele. Deutschland kann dabei mit seiner zentralen Lage und seiner Wahrnehmung als sicheres Reiseziel punkten.

Auch die grundsätzliche Entwicklung der Inlandsreisen spricht für den heimischen Markt: Im Jahr 2025 unternahmen Reisende aus Deutschland 169 Mio. mehrtägige Reisen innerhalb Deutschlands. Das waren 3,9 % mehr als 2024 und sogar 5,0 % mehr als im Vor-Corona-Jahr 2019.

Für Reisebusveranstalter bietet der starke Inlandstourismus Chancen: Städte- und Kulturreisen, Kurzreisen sowie Gruppenprogramme in deutsche Ferienregionen treffen weiterhin auf einen großen Markt. Gleichzeitig könnten näher gelegene Reiseziele angesichts wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheiten zusätzlich profitieren.

Peter Strohbach