Vom Koschener Kanal zum Senftenberger See (Foto: Wirtschaftsregion Lausitz / Niklas Arnold)
Fünf Seen – ein Revier:Mit der offiziellen Freigabe der schiffbaren Kanäle zwischen Senftenberger, Geierswalder, Partwitzer, Sedlitzer und Großräschener See sind fünf große Bergbaufolgeseen seit Ende Juni miteinander verbunden. Zusammen bilden sie ein zusammenhängendes Wasserrevier von über 5.300 ha Wasserfläche, das sich per Schiff durchgehend erschließen lässt. Das bedeutet eine völlig neue Dimension des Wasserwanderns zwischen den Seen und ideale Voraussetzungen für Bootstourismus, Wassersport und Freizeitkapitäne.
Region im Wandel
Die Eröffnung des Fünf-Seen-Verbunds steht für den gelungenen Strukturwandel einer ganzen Region. Bis ins 19. Jahrhundert hinein war die Lausitz eine Agrarlandschaft – dann kamen Schaufel und Bagger. Es entstanden die ersten Braunkohlegruben, in den folgenden 150 Jahren entwickelte sich die Region zum Energiezentrum. Mehr als 2 Mrd. t Braunkohle wurden gefördert, mehr als 100 Orte abgebaggert, tausende Menschen umgesiedelt. Als die ersten Tagebauten Mitte des 20. Jahrhunderts stillgelegt wurden, bahnte sich der nächste Wandel an.
Den Anfang machte der Tagebau Senftenberg, der bereits in den 1960er-Jahren geflutet und für den Tourismus freigegeben wurde. Nach dem Ende der DDR, einhergehend mit massiven Betriebsschließungen, kam es zum der Strukturbruch in der ganzen Region – und zum schrittweisen Neuanfang. Wo einst Schaufelradbagger gewaltige Tagebaue hinterließen, entstand in den vergangenen Jahrzehnten mit über 20 Seen, schiffbaren Kanälen, Rad- und Wanderwegen, Stränden und Wassersport-Angeboten eine facettenreiche, touristisch gut erschlossene Wasserlandschaft.
Wasserspaß und Bergbaurelikte
Zwischen weitläufigen Ufern, Marinas und rekultivierten Landschaften bleibt die Geschichte des Bergbaus an vielen Stellen präsent und verleiht der Region ihr unverwechselbares Profil. Auch der besondere Reiz des neu geschaffenen Fünf-Seen-Verbunds liegt im Zusammenspiel von Landschaft, Geschichte und Wassererlebnis, die neuen Wasserwege eröffnen gleichzeitig neue Gestaltungsmöglichkeiten für eine Reise in die Lausitzer Seenlandschaft. Bootstouren können mehrere Seen miteinander verbinden und lassen sich mit Führungen zur Bergbaugeschichte oder einem Besuch der IBA-Terrassen am Großräschener See kombinieren. Von den Aussichtspunkten entlang ehemaliger Tagebaukanten wird der Wandel der Lausitz besonders eindrucksvoll nachvollziehbar. Moderne Hafenanlagen, Strandbereiche und Uferpromenaden stehen dabei in spannendem Kontrast zu den Relikten des Braunkohlebergbaus.
Mit den neuen Kanalverbindungen sind nicht nur attraktive neue Wasserrouten entstanden, sondern auch neue Möglichkeiten der abwechslungsreichen Programmgestaltung für Tages- und Mehrtagesreisen. In Kombination mit z. B. dem Spreewald, Dresden oder dem UNESCO-Geopark Muskauer Faltenbogen zu Bergbauhistorie und Industriegeschichte ergeben sich neue Perspektiven für Reisen in eine Region, die sich in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend neu erfunden hat.
Weitere Informationen für Reiseveranstalter bietet die Webseite des Tourismusverbands Lausitzer Seenland e. V.
Dorothea Kirschbaum