Bild 1: Überblickskarte der in Teil I und Teil II unserer Weihnachtsmarktour
vorgestellten Märkte (Quelle: DK/KI-generiert)
Teil II unserer Weihnachtsmärkte-Tour führt in die südliche Hälfte Deutschlands: Wir starten in Sachsen, machen einen Abstecher ins Rheinland und landen zuletzt am Bodensee (siehe Karte, in der grün markiert auch die Stationen aus Teil I zu sehen sind). Bei über 1.500 Weihnachtsmärkten bleibt die Qual der Wahl. Wir haben neun Ziele ausgesucht, die mit besonderer Kulisse, klarem Themenschwerpunkt und einem Angebot, das über Glühwein, Bratwurst und Importengel hinausgeht, starke Akzente setzen. Also auf zu erzgebirgischer Weihnachtspyramide, Rothenburger Reiterle, fliegendem Weihnachtsmann und Weihnachten am See.
Chemnitz: Erzgebirgische Tradition in der Großstadt
Der Chemnitzer Weihnachtsmarkt breitet sich über mehrere Plätze und Straßen der Innenstadt aus. An allen Ecken und Enden ist die Nähe zum Erzgebirge zu spüren: Holzkunst, regionale Traditionen und bergmännisches Brauchtum prägen die Atmosphäre. Und so wird am 28. November auch mit der „Großen Bergparade“ festlich und eindrucksvoll der Auftakt zur Vorweihnachtszeit begangen. Rund 900 Mitwirkende in historischen Uniformen ziehen durch die Stadt, begleitet von Bergmusikerinnen, Bergmusikern und Chören. In der Inneren Klosterstraße ergänzt ein mittelalterlicher Bereich das klassische Marktgeschehen, im „Erzgebirgsdorf“ am Düsseldorfer Platz steht die 20 m hohe Weihnachtspyramide mit ihren sechs Ebenen. Die unteren sind begehbar, auf den oberen drehen sich kunstvolle Figuren und natürlich die beleuchteten Flügel. Der Markt verbindet Großstadtformat mit einer Tradition, die fest in der Umgebung verankert ist
Öffnungszeitraum: 28. November bis 23. Dezember
Webseite: www.weihnachtsmarkt-chemnitz.de, www.chemnitz.de/de/kultur/hoehepunkte/weihnachtsmarkt/weihnachtsmarkt-chemnitz
Thurnau: Ein Gegenentwurf
Auch im etwas weiter südlichen Thurnau werden regionale Verbundenheit und Tradition großgeschrieben, doch der Schwerpunkt liegt noch stärker auf der Handwerkskunst, genauer: dem Töpfern. Die Veranstalter legen Wert darauf, dass der Weihnachts-Töpfermarkt, der am 2. Adventswochenende im Schloss Thurnau stattfindet, ein Töpfermarkt ist – und kein Weihnachtsmarkt. Damit ist er in der Vorweihnachtszeit ein Gegenentwurf zu Punsch und Co. und trotzdem das perfekte Ausflugsziel. Die Stände in den Sandsteinhöfen des Schlosses bieten hochwertige Keramik, wer auf der Suche nach einzigartigen Geschenken ist, der findet hier besondere, handgefertigte Stücke aus professionellen Töpferwerkstätten. Besucher sollten Zeit zum Schauen mitbringen, Glasuren, Formen und Techniken erschließen sich nicht im schnellen Vorübergehen.
Reisebus-Unternehmen wird empfohlen, ihre Gäste am ZOB aussteigen zu lassen. Von dort ist das Schloss fußläufig in 7 min erreichbar.
Öffnungszeitraum: 4. bis 6. Dezember
Webseite: www.weihnachtstöpfermarkt-thurnau.com/index.html

Guteneck: Mittelalter im großen Format
Anderes Schloss, anderes Konzept: Knapp 2 Stunden fährt man von Thurnau nach Schloss Guteneck, wo an den Adventswochenenden der historische Weihnachtsmarkt stattfindet. Es weihnachtet schon auf dem Weg durch Schlosswäldchen und Schlossgarten zum festlichen Innenhof. Hier und in den romantischen Winkeln rund ums Schloss verzaubert eine weitläufige Adventswelt mit zahlreichen Buden, traditionellem Handwerk und zahlreichen Veranstaltungen die Besucher. Klassisch, historisch, mittelalterlich: Schmieden, Glasblasen, Fackelmachen und Krippenschnitzen gehören ebenso zum Konzept wie Lagerleben, Rittersleute und Greifvögel.
Der Eintritt ist kostenpflichtig, Parkplätze für Busse sind vorhanden.
Öffnungszeitraum: 19. bis 21., 26. bis 29. November, 3. bis 6., 10. bis 13. und 17. bis 20. Dezember
Webseite: www.schloss-guteneck.de/veranstaltungen/weihnachtsmarkt
Regensburg: Klassiker und Unikate
Vom Land zurück in die Stadt: Noch ein Stückchen weiter südlich bietet Regensburg in der Adventszeit gleich fünf verschiedene Märkte. Nahezu zeitgleich eröffnen der traditionelle Christkindlmarkt auf dem Neupfarrplatz, der auf Kunsthandwerk spezialisierte Lucrezia-Markt auf Haidplatz und Kohlenmarkt, der kleine aber feine Adventsmarkt im Katharinenspital, der Gräfliche Christkindlmarkt (noch eher ein Geheimtipp) am Dörnbergpark und schließlich der romantische Weihnachtsmarkt auf Schloss Thurn und Taxis. Alle haben ihre eigenen Schwerpunkte, alle überzeugen auf ihre Art – und alle profitieren von der einzigartigen Stadtsilhouette und der Atmosphäre der UNESCO-Welterbestadt Regensburg. Veranstaltungen, Konzerte und Lichterzauber runden das Angebot der Stände ab, kulinarische Genüsse sind garantiert. Ob für ein ganzes Weihnachtsmarktwochenende (mit Stadtbesichtigung) oder auch nur für einen Kurzausflug, Regensburg lohnt sich.
Öffnungszeiträume:
Christkindlmarkt: 23. November bis 23. Dezember
Lucrezia-Markt: 28. November bis 23. Dezember
Adventsmarkt im Katharinenspital: 24. November bis 23. Dezember
Gräflicher Christkindlmarkt: 19. November bis 20. Dezember
Weihnachtsmarkt auf Schloss Thurn und Taxis: 20. November bis 23. Dezember
(Tickets online und vor Ort)
Webseite: www.regensburg-bayern.de/kultur/weihnawchtsmaerkte-in-regensburg/#anker_navi

Rothenburg ob der Tauber:
Romantischer Reiterlesmarkt in historischer Kulisse
Es gibt Städte, die müssen für einen Weihnachtsmarkt erst aufwendig dekoriert werden – und es gibt die, in denen die Stadt selbst die schönste Kulisse ist. Das gilt für Regensburg genauso wie für die nächste Station unserer Weihnachtsmarktour: Rothenburg ob der Tauber. Fachwerkhäuser, Türme, Tore und verwinkelte Gassen sind für sich genommen schon das reinste Weihnachtsdorf. Der Alt-Rothenburger Reiterlesmarkt verteilt sich zwischen Marktplatz, Grüner Markt, Kirchplatz und dem Lichthof am Rathaus. Die gesamte, in Lichterglanz getauchte Altstadt spielt mit, über 60 Buden bieten ihre Produkte an.
Namensgeber ist das Reiterle, eine Gestalt aus längst vergangener Zeit. Als Abgesandter aus dem Jenseits soll es einst mit den Seelen der Verstorbenen durch die Lüfte geschwebt sein. Heute sieht man in der mythischen Figur einen guten Boten – und so eröffnet es traditionell am Freitag vor dem 1. Advent hoch zu Ross den Weihnachtsmarkt.
Für Busse gibt es spezielle Regelungen und Parkmöglichkeiten, Einzelheiten dazu gibt es auf der Webseite der Stadt Rothenburg ob der Tauber.
Öffnungszeitraum: 20. November bis 23. Dezember
Webseite: www.rothenburg.de/erleben/veranstaltungen/weihnachtsmarkt-/-reiterlesmarkt
Büdingen:
Weihnachtszauber zwischen Mauern und Fachwerk
Wer glaubt, mehr weihnachtliche Idylle in historischer Kulisse geht nicht, dem sei der Büdinger Weihnachtszauber am 2. Adventswochenende ans Herz gelegt. Büdingen besticht durch seine nahezu geschlossen erhaltene mittelalterliche Altstadt mit Stadtmauer, Türmen, Toren und Fachwerkhäusern. In der Adventszeit werden die historischen Plätze und Gassen zur Bühne für Stände, Musik und winterliche Begegnungen. Der besondere Reiz des Weihnachtsmarkts liegt im Zusammenspiel von Markt und Stadtbild. Wer durch das Jerusalemer Tor kommt und weiter in Richtung Marktplatz zieht, erlebt den Advent in einem Meer aus tausend Lichtern, die den gewachsenen historischen Stadtraum erleuchten. Die Buden zentrieren sich um den Marktplatz, den Oberhof und die Marienkirche. Ganze fünf Tage währt der weihnachtliche Zauber aus Weihnachtsmarkt und lichtvollem Altstadtrundgang.
Öffnungszeitraum: 2. bis 6. Dezember
Webseite: www.stadt-buedingen.de/weihnachtszauber
Siegburg: Eine Stadt spricht Mittelalter
Bevor es wieder in den Süden geht, machen wir noch einen Schlenker nach Nordwesten zu einem der mittlerweile nahezu bekanntesten Mittelaltermärkte in Deutschland. Der Mittelalterliche Markt zur Weihnachtszeit auf dem Siegburger Marktplatz lebt sein Thema mit bemerkenswerter Konsequenz. Hölzerne Stände, Fackeln und Kerzen bilden die Kulisse, Gaukler, Musici, Büttel, Nachtwächter, Händler und Handwerker füllen sie mit Leben. Alte, auch beinahe vergessene Handwerkstechniken werden vorgeführt, und ein tägliches Programm strukturiert das Marktgeschehen vom Auftakt bis zum Abendspektakel. Die tägliche Markteröffnung, musikalische Unterweisung, Gaukelspiel, Sternsingen und der Ruf des Nachtwächters gehören dazu. Die Inszenierung ist allumfassend, die gemeinsame Sprache, in der sich die Beteiligten unterhalten, die festen Darsteller, Figuren und die wiederkehrenden Rituale machen den mittelalterlichen Markt Siegburg lebendig, unterhaltsam, magisch, festlich. Das kommt an: 2025 wurde der Markt im Magazin Wintertraum zum Lieblingsweihnachtmarkt gewählt. Ein Mittelaltermarkt, in dem die Besucher richtig in die Vergangenheit eintauchen können.
Öffnungszeitraum: 20. November bis 23. Dezember
Webseite: www.mittelalterlicher-markt-siegburg.de
Saarbrücken: Wenn der Weihnachtsmann abhebt
Bevor es vom Nordrhein zum „Südrhein“ weitergeht, machen wir noch Station beim Saarbrücker Christkindl-Markt. Mehr als 80 Stände mit Kunsthandwerk, Weihnachtsschmuck und regionalen Spezialitäten ziehen sich bei diesem klassischen Innenstadtmarkt vom historischen St. Johanner Markt durch die Bahnhofraße. Schon fast zum Wahrzeichen geworden ist der fliegende Weihnachtsmann, der mit seinem Rentierschlitten über den Markt schwebt und von seinen Reisen erzählt. Das ist großes Weihnachtstheater und das Gegenteil von leiser Besinnlichkeit wie in Büdingen, aber eindrücklicher Programmpunkt. Dazu kommen markante Treffpunkte wie Weihnachtspyramide, Mühlenschenke und eine doppelstöckige Almhütte, weitere Attraktionen sind eine Kunststoffeisbahn und das Riesenrad Jupiter, von dem aus man besten Blick auf den weihnachtlichen Lichterglanz der Stadt hat.
Öffnungszeitraum: 16. November bis 23. Dezember (Die Vorstellungen des fliegenden Weihnachtmanns finden täglich um 17 und 19 Uhr statt.)
Webseite: www.christkindlmarkt-sb.de/programm

Konstanz: Weihnachten direkt am See
Begonnen haben wir die kleine Weihnachtmarktserie hoch oben im Norden an der Kieler Förde, wir lassen sie enden im tiefen Süden an den Ufern des Bodensees. Der Konstanzer Weihnachtsmarkt begeistert durch seine spektakuläre Lage, er zieht sich von der Marktstätte entlang des Bodenseeufers bis hinein in den Stadtgarten. Tausende, sich im Wasser spiegelnde Lichter, liebevoll dekorierte Hütten, Kunsthandwerk und regionale Spezialitäten machen aus dem Markt einen winterlich-weihnachtlichen Spaziergang mit Seeblick. Ein Anliegen ist den Veranstaltern übrigens das Thema Nachhaltigkeit: Mehrwegsysteme, heimisches Holz, LED-Beleuchtung und Ökostrom gehören zum Konzept. So verbindet der Markt klassische Hüttenromantik mit Bodenseepanorama und einem zeitgemäßen Veranstaltungsprofil.
Reisebusparkplätze können vorab reserviert werden, ein Lageplan steht online bereit.
Öffnungszeiten: 26. November bis 23. Dezember
Webseite: www.weihnachtsmarkt-am-see.de
Ob besinnlich, ländlich, hochherrschaftlich, romantisch, mittelalterlich, städtisch, kunsthandwerklich: Allein unsere diesjährige Auswahl zeigt, wie vielfältig die deutsche Weihnachtsmarktlandschaft ist. In Verbindung mit einer Städtetour, als Abstecher auf größeren Reisen oder schlicht als Ausflugsziel am Wochenende: Weihnachtsmärkte gehören im Winterprogramm dazu. Bis es soweit ist, freuen wir uns, wenn wir angesichts der tatsächlichen oder gefühlten Hitzewellen noch einen Ventilator ergattert haben.
Dorothea Kirschbaum
