Grenzkontrollen an den deutschen Landgrenzen werden fortgesetzt (Quelle: Adobe Stock / bluedesign)
Reisebusunternehmen müssen bei grenzüberschreitenden Fahrten weiterhin mögliche Wartezeiten einkalkulieren. Deutschland setzt die vorübergehenden Kontrollen an allen Landgrenzen für weitere sechs Monate fort.
Die Bundesregierung verlängert die Kontrollen an den deutschen Landgrenzen erneut. Die bislang bis zum 15.9.2026 geltende Regelung wird vom 16.9.2026 bis zum 15.3.2027 fortgeführt. Betroffen sind die Grenzen zu Österreich, der Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Belgien, den Niederlanden, Dänemark, Polen und Tschechien.
Für Reisebusunternehmen bedeutet dies, dass bei grenzüberschreitenden Touren auch in der kommenden Herbst- und Wintersaison zusätzliche Zeitreserven eingeplant werden sollten. Insbesondere an stärker frequentierten Übergängen können Kontrollen zu Verzögerungen führen. Reisende sollten zudem darauf hingewiesen werden, gültige Ausweisdokumente mitzuführen. Auch innerhalb des Schengen-Raums müssen sich Reisende bei einer Kontrolle mit Personalausweis oder Reisepass ausweisen können.
Die Bundesregierung begründet die Verlängerung u. a. mit weiterhin hoher irregulärer Migration, Schleuserkriminalität sowie der angespannten internationalen Sicherheitslage. Deutschland hatte im September 2024 Kontrollen auf sämtliche Landgrenzen ausgeweitet.
Politisch und rechtlich bleiben die Maßnahmen umstritten. Die EU-Kommission hatte Deutschland im Juni empfohlen, die Binnengrenzkontrollen schrittweise abzubauen und stärker auf alternative Maßnahmen zu setzen. Auch deutsche Gerichte haben einzelne Kontrollen in der Vergangenheit für rechtswidrig erklärt. Die Kontrollen werden dennoch fortgeführt.
Tipp für die Praxis: Bei Fahrten ins europäische Ausland empfiehlt es sich, mögliche Verzögerungen an der Grenze bereits bei der Touren- und Lenkzeitplanung zu berücksichtigen und die Fahrgäste vor Reisebeginn auf die Mitführung gültiger Ausweisdokumente hinzuweisen.
Peter Strohbach
