Bild: Autonomer e-Bus der Firma MAN (Foto: MAN)
MAN Truck & Bus hat einen wichtigen Meilenstein im Bereich des automatisierten Fahrens erreicht. Das Unternehmen hat gemeinsam mit seinem Technologiepartner ADASTEC einen vollelektrischen Stadtbus erfolgreich automatisiert. Im Rahmen des Forschungsvorhabens MINGA soll die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) das Fahrzeug ab Herbst im Münchner Stadtverkehr testen.
„Damit machen wir einen weiteren wichtigen Schritt hin zur automatisierten urbanen Mobilität.“
Barbaros Oktay, Head of Bus bei MAN Truck & Bus
In den vergangenen Monaten hat das Unternehmen einen Lion’s City 12 E in enger Zusammenarbeit mit seinem neuen Partner ADASTEC mit einem Automated Driving System (ADS) ausgestattet und dieses in die Elektronikarchitektur des Fahrzeugs integriert. Damit ist das Fahrzeug, das über fünf LiDAR -Sensoren, sechs Radare, acht Kameras und GNSS (Global Navigation Satellite System) verfügt, technisch in der Lage, automatisiert zu fahren. Aktuell finden erste Erprobungsfahrten auf dem Firmengelände statt, bei denen u. a. spezifische Fahrmanöver wie das Heranfahren an Bushaltestellen getestet werden. Ziel dieser Phase ist die Feinjustierung des Systems, die Gewinnung von wichtigen Betriebsdaten sowie die weitere Optimierung der automatisierten Fahrfunktionen.
„Autonomes Fahren ist ein wichtiger Schlüssel zur Mobilität der Zukunft. Es steht vor allem für mehr Effizienz und mehr Teilhabe im Straßenverkehr für Bürgerinnen und Bürger. Projekte wie der vollelektrische, automatisierte Stadtbus von MAN in München sind daher wegweisend für den öffentlichen Nahverkehr in Deutschland. Wir unterstützen solche Vorhaben ausdrücklich. Hier wird Pionierarbeit geleistet, die weit über die Region und die Stadt München hinausstrahlen wird.“
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder
Autonomer Pilotbetrieb im Münchner Linienverkehr geplant
Im Anschluss an die Erprobung auf dem Firmengelände soll der automatisierte Elektrobus im Straßenverkehr in München unterwegs sein – zunächst ohne Fahrgäste. Diese Fahrten dienen als finale Testphase unter realen Bedingungen. Im Herbst soll die MVG dann den offiziellen Pilotbetrieb mit einer geschlossenen Nutzergruppe starten. Das Fahrzeug werde dabei u. a. eigenständig lenken, Gas geben, bremsen und blinken. Ein Sicherheitsfahrer sei an Bord, um die Systeme zu überwachen. Dabei ist auch vorgesehen, das Feedback der Testnutzerinnen und -nutzer systematisch auszuwerten. Wann und unter welchen Voraussetzungen die Mitfahrt möglich ist, wird rechtzeitig bekannt gegeben.
Mit dem Einsatz automatisierter Busse verfolgt das Unternehmen das Ziel, den öffentlichen Personennahverkehr der Zukunft effizienter, flexibler und nachhaltiger zu gestalten. Insbesondere vor dem Hintergrund wachsender Städte und eines zunehmenden Fahrermangels in der Nutzfahrzeugbranche bieten automatisierte Systeme großes Potenzial zur Sicherstellung und Verbesserung des Mobilitätsangebots. Darüber hinaus könne autonomes Fahren dazu beitragen, Verkehrsunfälle auf den Straßen zu reduzieren und damit die Sicherheit zu erhöhen. Die Erkenntnisse aus dem MINGA-Projekt fließen direkt in die Weiterentwicklung zukünftiger Fahrzeuggenerationen ein. Das Unternehmen arbeitet seit Jahren an fahrerlosen Bussen und plant, in der nächsten Dekade ein vollautomatisiertes Serienfahrzeug auf SAE-Level 4 auf den Markt zu bringen – für eine urbane Mobilität, die emissionsfrei, vernetzt und automatisiert ist.
Mit ADASTEC setzt MAN im Forschungsprojekt MINGA auf einen spezialisierten Anbieter für automatisierte Fahrsysteme. Das Unternehmen entwickelt Softwarelösungen für automatisiertes Fahren auf SAE-Level 4 (vollautomatisierte Fahrzeuge) für Busse und Nutzfahrzeuge.
MINGA als Schlüsselprojekt für die Mobilität der Zukunft
Das Forschungsvorhaben MINGA (Münchens automatisierter Nahverkehr mit Ridepooling, Solobus und Bus-Platoons) wird seit 2023 mit insgesamt 16 Partnern aus Verwaltung, Forschung und Wirtschaft umgesetzt. Das Mobilitätsreferat der Landeshauptstadt München verantwortet als Konsortialführer das Gesamtprojekt. Ziel ist es, automatisierte und vernetzte Mobilitätslösungen in das bestehende Verkehrssystem zu integrieren und zentrale Fragestellungen zu Technik, Regulierung, Wirtschaftlichkeit, Barrierefreiheit und Betrieb zu beantworten. Gefördert wird das Projekt dabei bis Mitte 2027 mit rund 13 Mio. € durch das Bundesministerium für Verkehr (BMV) im Rahmen der Förderrichtlinie „Autonomes und vernetztes Fahren in öffentlichen Verkehren“.
MINGA sei ein enorm wichtiges Projekt, schließlich sei es ein wesentlicher Schritt im Hinblick auf einen ,Proof of Concept‘ im Linienbetrieb. Nach Abschluss der Konzeptphase sollen Feldversuche mit Kunden starten. Das Interesse von Verkehrsunternehmen an autonomen Bussen sei riesig.
Weitere Informationen
MAN Truck & Bus SE
D-80995 München
www.man.eu
