YouGov-Studie zu KI und Kostendruck: Kleineres Budget, mehr KI-Recherche

Urlaubsanfragen mit KI werden immer mehr, das Budget hingegen tendenziell kleiner
(Quelle: ChatGPT / Dorothea Kirschbaum)

Die Reiselust bleibt hoch, doch das Budget setzt Grenzen: Laut YouGov planen 74 % der Deutschen in den kommenden zwölf Monaten eine Urlaubsreise, bei den unter 35-Jährigen sind es sogar 82 %. Das Niveau entspricht so ziemlich dem Vorjahr, dennoch spielen finanzielle Faktoren zunehmend eine Rolle. Von denjenigen, die zuletzt seltener verreisten, nennen 43 % gestiegene Lebenshaltungskosten; 38 % können sich Reisen nicht mehr leisten. Wer an seinen Urlaubsplänen festhält, schaut stärker auf die Kosten: Welche Destination ist vergleichsweise günstig, wo gibt es die besten Angebote? Vor allem jüngere Reisende suchen auch verstärkt nach günstigen Unterkünften.

Zugleich verändert KI die Planung: In den vier untersuchten Ländern (Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die USA) haben 18 % entsprechende Tools zur Auswahl von Reisezielen oder Anbietern genutzt, acht Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Weitere 44 % können sich dies vorstellen.

Was kann man nun konkret für Schlüsse aus diesen Entwicklungen ziehen? Klar ist: Sie betreffen die ganze Reisebranche, und auch die Bustouristik muss diese Faktoren im Blick behalten, zusätzlich zum eigenen Kosten- und Innovationsdruck. Ob tatsächlich Kosten und Preise weiter gesenkt werden können oder ob ein Unternehmen eher darauf setzt, die Vorteile von Gruppenreisen (Organisation, Reiseleitung, reservierte Eintritte, Hilfe vor Ort etc.) zu betonen und durch Qualität zu überzeugen: Transparenz von Kosten und Reisedetails sind sicher Aspekte, auf die die Kunden Wert legen. Zumal, wenn sie von KI recherchieren und vergleichen lassen: Es sind nicht zwingend nur Individualreisende, die für ihre Urlaubsplanung KI einsetzen. Auch Veranstalterpakete können durch KI verglichen werden. Voraussetzung dafür ist ihre Sichtbarkeit im Netz. Es ist sicherlich sinnvoll zu prüfen, wie gut die eigenen Angebote digital auffindbar sind und wie klar sie Preise, Leistungen und den Mehrwert einer organisierten Reise vermitteln.

Dorothea Kirschbaum