
Auf der mobility move 2026 stand die Mobilität im Zentrum der aktuellen Diskussionen zur Transformation des öffentlichen Verkehrs (Foto: Markus Bollen / FVL)
Die mobility move 2026 in Berlin, die vom 10. bis 12. März stattfand, setzte mit 1.600 Teilnehmern und 110 Ausstellern ein starkes Signal für die Zukunft der straßengebundenen Mobilität in Deutschland. Die Veranstaltung brachte Fachleute aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zusammen, um über die Zukunft von Bus, Infrastruktur und Digitalisierung zu diskutieren.
Die verkehrspolitische Eröffnung erfolgte durch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder. Im Rahmen eines Rundgangs informierte sich der Minister über die neuesten Innovationen bei Elektrobussen und dem Autonomem Fahren im ÖPNV. Die mobility move 2026 unterstrich damit ihre Rolle als Plattform für den Austausch über die Transformation der Mobilität und die damit verbundenen Herausforderungen und Chancen.
Fünf Foren bieten strategische Antworten
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen fünf Fachforen, die sich mit den zentralen Herausforderungen der Branche auseinandersetzten. Diese Foren boten eine strukturierte Antwort auf Themen wie Fachkräftemangel, Finanzierungsdruck, Klimaziele und Digitalisierung. Sie übersetzten politische Zielsetzungen in konkrete Projekte, Technologien und Geschäftsmodelle. Die Fachforen deckten ein breites Spektrum ab, von der Antriebswende im E-Bus-Forum über Automatisierung und Digitalisierung bis hin zur Modernisierung von Infrastruktur und Betriebshöfen.
Fachkräftebindung fest im Blick
Besonders hervorgehoben wurde die Bedeutung der Fachkräftebindung. Der öffentliche Verkehr ist auf qualifiziertes Personal angewiesen, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden. Bereits heute fehlen bundesweit zehntausende Busfahrerinnen und Busfahrer. Gleichzeitig scheiden bis 2030 jährlich viele tausende Mitarbeiter im Fahrdienst altersbedingt aus. Ohne wirksame Gegenmaßnahmen drohen Angebotskürzungen, Verlängerung von Takten und zusätzliche Belastungen für die bestehenden Teams. Dies wird unmittelbare Auswirkungen auf Qualität, Verlässlichkeit und Attraktivität des ÖPNV haben.
Die strukturellen Herausforderungen wurden gezielt aufgegriffen und mit den strategischen Debatten der vier Foren verknüpft. Im Mittelpunkt standen dabei Qualifikation, internationale Fachkräftegewinnung, moderne Arbeitsbedingungen und geeignete politische Rahmenbedingungen sowie digitale Rekrutierungsansätze wie Visabee. Damit wurde deutlich, dass die Sicherung von Personal nicht nur betriebliche Aufgabe, sondern eine zentrale verkehrs- und arbeitsmarktpolitische Weichenstellung ist.
Modernisierungen voranbringen
Ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung war die Diskussion über die notwendigen politischen Rahmenbedingungen und die Finanzierung der Mobilitätswende. Die Branche sieht in der vierten Änderung des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) einen zentralen Hebel, um einen Modernisierungspakt für den ÖPNV schnell und wirksam zu starten. Das Gesetz gilt seit Jahrzehnten als Erfolgsinstrument des Bundes zur Förderung kommunaler Bahn- und Bus-Infrastruktur und sollte zum Ausgangspunkt eines umfassenden Modernisierungsprogramms der Bundesregierung werden. Eine Transformation des ÖPNV auf der Straße gelingt nur, wenn Politik, Industrie und Verkehrsunternehmen gemeinsam handeln. Die Innovationskraft ist da. Es braucht jetzt Verlässlichkeit bei den Rahmenbedingungen und bei der Finanzierung.
Weitere Informationen
Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e. V. (VDV)
D-50672 Köln
www.vdv.de
