Engere Vernetzung, klare Strukturen und KI-gestützte Vorschläge für die Reiseplanung gehören zu den wichtigsten Bausteinen neuer Tourismusstrategien (Quelle: Dorothea Kirschbaum – generiert mit KI)
NRW: Die Tourismus & Congress GmbH Region Bonn / Rhein-Sieg / Ahrweiler will ihre digitalen Angebote stärker vernetzen
Die Themen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI) machen auch vor dem Tourismus nicht halt – wobei sie in der Branche auch längst keine Unbekannten mehr sind. Reisende wie Veranstalter greifen völlig selbstverständlich auf digitale Angebote zurück, recherchieren „klassisch“ im Internet oder befragen KI. Damit nun in den Suchergebnissen und Antworten überhaupt verlässliche Antworten erscheinen, müssen, so banal es klingt, die Informationen digital überhaupt verfügbar, aktuell, strukturiert und für die Suchmaschinen wie die KI-Systeme verständlich und relevant sein.
Datenbank 1: Data Hub NRW
Vor diesem Hintergrund wollen Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis zusammen ihre touristischen Angebote digital besser vernetzen, wie die Tourismus & Congress GmbH Region Bonn / Rhein-Sieg / Ahrweiler anlässlich des Welttourismustags am 25. September 2026 bekräftigte. Informationen zu Sehenswürdigkeiten, Veranstaltungen, Wander- und Radwegen, Unterkünften und Gastronomie kommen dafür im Data Hub NRW zusammen. Auf dieser Grundlage sollen KI-Anwendungen künftig passende Ausflüge und Erlebnisse vorschlagen. Reisende wie Veranstalter können Angebote leichter finden und Reisen nach ihren Interessen planen. Perspektivisch sollen Websites, Social Media, Plattformen und KI-Antwortsysteme noch stärker zusammenspielen, als das in den bisherigen Anwendungen, z. B. dem KI-gestützten Erlebnisplaner NRWow, der Fall ist. Ziel der Tourismus & Congress GmbH ist es, auf der eigenen Website KI-gestützte Gästeinformationen bereitzustellen, die auf dem touristischen Datenbestand der gesamten Region aufbauen.
Thüringen: Verknüpfung, Vernetzung und Qualität als Eckpfeiler der neuen Tourismusstrategie für die kommenden 10 Jahre
Wie Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis setzt auch Thüringen auf vernetzte touristische Daten. Bei den Tourismustagen am 28. und 29. September in Bad Blankenburg stellte die Thüringer Tourismus GmbH die neue Tourismusstrategie 2035 vor. Schwerpunkte sind die engere Verknüpfung der touristischen Angebote, hohe Qualitätsansprüche nicht nur an Einzelprodukte, sondern an das gesamte Reiseerlebnis und die bessere Nutzung der digitalen Möglichkeiten. Das Angebot in den Bereichen Kultur, Natur, Gastronomie und Unterkunft soll so verbunden werden, dass Gäste leichter eine auf sie zugeschnittene und in sich stimmige Reise zusammenstellen können.
Datenbank 2: ThüCAT
Grundlage ist natürlich auch hier eine digitale Datenbasis, die Thüringer Content Architektur Tourismus, kurz ThüCAT: Dort werden schon jetzt Informationen strukturiert erfasst und für digitale Anwendungen nutzbar gemacht, ähnlich wie im Data Hub NRW. Sie soll zu einem entscheidenden Aspekt der neuen Strategie beitragen: nicht nur Angebote leichter zu finden, sondern auch einfacher buchen zu können. Als Ideal nennt die Strategie zwei Klicks von der Entscheidung bis zur Buchung.
Qualität vor Quantität
Dabei gilt: Qualität kommt vor Quantität. Entscheidend für die touristische Vermarktung ist, dass die einzelnen Produkte zusammen ein überzeugendes Reiseerlebnis bieten. Neben den bekannten touristischen Zielen wie der Wartburg, dem Rennsteig, Weimar oder Erfurt sollen auch andere qualitätsvolle Angebote eine Rolle spielen. Insgesamt definiert Thüringens Tourismusstrategie 2035 sechs Entwicklungsfelder, die gestärkt werden sollen, um das Ziel einer wachsenden Branche zu erreichen. Digitalisierung ist eines davon, und sicherlich ein wichtiges. Hinzu kommen Produkt, Betriebe, Finanzierung und Organisation, Marketing und Mobilität.
Eine starke Gesamtstrategie
Dass hier eine gesamte Strategie vom Thüringer Kabinett verabschiedet wurde, ist zu begrüßen, denn ohne geeignete Inhalte und Angebote nützt die ganze Digitalisierung nichts. Mit den verschiedenen Bausteinen aber versprechen sowohl die Initiative in NRW als auch in Thüringen, die Reiseplanung künftig einfacher und effizienter zu machen – und manchmal vielleicht sogar die entscheidende Inspiration für die Programmgestaltung zu geben.
Dorothea Kirschbaum
