Das „Who is Who“ im Paris der 1920/1930er: Fotoausstellung im Rheinischen Landesmuseum Bonn

Fensterblick in die Vergangenheit im LVR Bonn. Peggy Guggenheim vor dem Fenster ihres Appartements, aufgenommen von Rogi André um 1935 (Quelle: BnF | Bibliothèque nationale de France)

Vom 15. Oktober 2026 bis zum 7. Februar 2027 ist in Bonn die Ausstellung „Fluchtpunkt Paris“ zu sehen. Sie widmet sich dem Werk dreier Ausnahmefotografinnen: Gisele Freund, Rogi André und Dora Kallmus, genannt Madame d¢Ora. Wie so viele andere Kunstschaffende und Intellektuelle aus ganz Europa zog es die drei Fotografinnen in den 1920er-Jahren nach Paris. Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft mussten sie in den 1940er-Jahren Paris verlassen, kehrten jedoch später zurück.

Die Ausstellung nimmt die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Blick, biografisch wie künstlerisch. Der Fokus liegt auf der Porträtfotografie, die für alle drei Künstlerinnen zentral war. Ihre gesammelten Porträts sind so etwas wie ein fotografisches „Who is Who“ der Pariser Kunst- und Intellektuellenszene. Ob Picasso, Virginia Woolf, Josephine Baker oder Maurice Chevalier: Sie alle standen vor der Kamera. Daneben waren vor allem ihre Mode-, Tanz- und Aktfotografien begehrt, aber auch sozialkritische Reportagen stießen auf große Resonanz.

Dorothea Kirschbaum